Zubin Mehta bei den Salzburger Festspielen Strahlendes Huldigungs-Fortissimo
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Das Israel Philharmonic Orchestra zeigt bei den Salzburger Festspielen, warum es zu den bedeutenden Ensembles der Welt gehört - imponierend geführt von seinem Dirigenten Zubin Mehta, der sich an drei kraftraubenden Konzertabenden souverän und unwiderstehlich steigerte.
Das Paradies, man ahnt es leider, kann im reinem Licht der Glorie schnell eindimensional werden, um nicht zu sagen blutleer, fade und langweilig. In der Hölle muss es bei allen Qualen insgesamt vitaler, lustiger und vor allem auch musikalisch interessanter zugehen, was die Sakralmusik seit jeher vor ein gewisses Problem stellt.
Lob und Preis des Allmächtigen: Zubin Mehta am Stab.
(Foto: AP)An drei Abenden - zwei im Großen Festspielhaus, der erste in der Felsenreitschule in Salzburg - konnte man nun erleben, mit welchen musikalischen Gesten und Mitteln Komponisten wie Arnold Schönberg, Noam Sheriff, Ernest Bloch und Anton Bruckner es trotzdem gewagt haben, Lob und Preis des Allmächtigen anzustimmen.
Zubin Mehta dirigierte "sein" Israel Philharmonic Orchestra, das er nun schon über dreißig Jahre als Musikchef auf Lebenszeit führt. Mit Thomas Hampson und dem ebenfalls amerikanischen Tenor Carl Hieger standen zwei außergewöhnlich ausdrucksstarke und stimmmächtige Solisten zur Verfügung - in der monumentalen viersätzigen Kantaten-Symphonie "Mechaye Hametim (Wiederbelebung der Toten)", von Noam Sheriff, 1987 in Amsterdam uraufgeführt, und im fünfteiligen Lobpreisungsoratorium "Avodath Hakodesh (Gottesdienst)" Ernest Blochs, 1934 in Turin uraufgeführt.
Die nötige und angemessene, sich zu Pracht und Vehemenz steigernde Halleluja-Chorgewalt entfaltete dann The Collegiate Chorale, der bedeutendste Chor New Yorks (Einstudierung James Bagwell), der schon öfter mit dem Israel Philharmonic konzertiert hat.
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Bis auf Beethovens in diesem Zusammenhang fremdkörperhaft wirkende Es-Dur-Klavierkonzert von mit dem routinierten Rudolf Buchbinder - es erklang in einer achtbaren, gleichwohl etwas pauschalen Wiedergabe -, ergaben sich stimmige und stimmungsvolle Programme.
Wechsel zwischen Sprecher-Rabbi und Reuechor
Es begann in der Felsenreitschule mit Arnold Schönbergs einzigem liturgischen Werk, seinem "Kol Nidre" Op. 39, in Los Angeles 1938 uraufgeführt. Schönberg machte die überlieferte Melodie anfangs Schwierigkeiten, doch indem er die "Floskeln" - so sein Wort - neu ordnete, fand er einen Weg für seine großformatige, tonal orientierte Kantate. "Kol Nidre", das Versöhnungsgebet, das am Vorabend des Jom Kippur den Gottesdienst in der Synagoge einleitet, verstand Schönberg als Bußgesang, als Wechsel zwischen dem Sprecher-Rabbi und dem Reuechor.