Zensur Ägypten verbietet "Spiegel"-Sonderheft

Die ägyptische Regierung hat eine Spiegel-Publikation vom Markt genommen - wegen Beleidigung des Islams und des Propheten Mohammed.

Die ägyptische Regierung hat nach offiziellen Angaben ein Sonderheft des Nachrichtenmagazins Der Spiegel wegen Beleidigung des Islams und des Propheten Mohammed konfiszieren lassen.

Das Heft mit dem Titel "Allah im Abendland - Der Islam und die Deutschen" enthalte Bilder und Textpassagen, die den islamischen Propheten beleidigten, begründete Informationsminister Anas el-Feki die Entscheidung nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Mena. "Wir sind für die Pressefreiheit, aber wir können nicht zulassen, dass Religionen beleidigt werden", zitierte die Agentur den Minister weiter.

In dem Bericht wurde unter anderem auf Äußerungen eines deutschen Orientwissenschaftlers verwiesen, der in dem Heft erklärt habe, der Islam rufe zu Gewalt und Terrorismus auf. Außerdem werde der Islam in dem Magazin als Ableger des Christentums dargestellt. Beim Spiegel war zunächst niemand für eine Stellungnahme zu erreichen.

Ägypten hat wiederholt empfindlich auf angebliche Beleidigungen des Islams reagiert. So verbot die Regierung in Kairo im Februar Ausgaben von vier westlichen Zeitungen, in denen die umstrittenen Mohammed-Karikaturen nachgedruckt worden waren.