Zeitgenössische Kunst bei Christie's Bietergefechte sorgen für Rekordauktion

Sotheby's macht's vor, das New Yorker Auktionshaus Christie's zieht nach. Bei einer Auktion für zeitgenössische Kunst, etwa von Yves Klein, wurden gleich mehrere Preisrekorde aufgestellt. Allein Werke des deutschen Malers Gerhard Richter wurden für insgesamt etwa 55 Millionen US-Dollar verkauft.

Der Kunstmarkt hat - mal wieder - einen neuen Rekord: Nur wenige Tage nach der Versteigerung des Edvard-Munch-Gemäldes "Der Schrei" vermeldet nun das Auktionshaus Christie's neue Höchstwerte. Insgesamt wurden bei der aktuellen Auktion Werke für 388,5 Millionen Dollar verkauft, der höchste Erlös bei einer Versteigerung zeitgenössischer Kunst seit 2007.

"FC 1" von Yves Klein entstand 1961. Das mit Farbe, Wasser, einer Lötlampe und zwei Modellen geschaffene Bild gilt als Kleins Meisterwerk. Es erzielte bei Christie's einen Preis von 36,4 Millionen Dollar.

(Foto: AP)

So erzielte das Ölbild "Orange, red, yellow" von Mark Rothko einen Verkaufspreis von 86,9 Millionen Dollar (66,4 Millionen Euro). Es ist damit laut Christie's das teuerste zeitgenössische Kunstwerk, das je bei einer Auktion unter den Hammer kam.

Der Preis für das Rothko-Gemälde übertraf damit weit den zuvor festgesetzten Schätzpreis von 35 bis 45 Millionen Dollar. Bei der Auktion des großflächigen abstrakten Bildes in Sonnenuntergangsfarben gingen dutzende Hände in die Luft, die Interessenten trieben die Gebote im Millionen-Dollar-Takt in die Höhe.

"FC1" von Yves Klein für 36,5 Millionen Dollar

Zu den spektakulärsten Werken zählte "FC1" von Yves Klein, das für 36,5 Millionen Dollar verkauft wurde und damit den bisherigen Höchstpreis für ein Werk des Franzosen, 23,5 Millionen Dollar, weit übertraf. Das Bild, "FC" steht für "Fire-Color", besteht aus Malerei, aber auch aus Brand- und Wasserflecken und entstand 1961, nur Wochen, ehe Klein mit nur 34 Jahren an einem Herzinfarkt starb.

Auf einen insgesamt sehr erfolgreichen Abend kann auch der deutsche Künstler Gerhard Richter zurückblicken. Sechs seiner Gemälde gingen für insgesamt rund 55 Millionen Dollar an die Käufer. Ein Bietergefecht entspann sich dabei unter anderem um "Abstraktes Bild (798-3)", das für 21,8 Millionen Dollar den Besitzer wechselte, sein "Seestück (leicht bewölkt)" erzielte mehr als 19 Millionen US-Dollar.

Einen ähnlichen Preis, 18,5 Millionen Dollar, erreichte auch die Skulptur "Lily of Force" von Alexander Calder. Erwartet hatten die Händler für das 1945 entstandene, gut zwei Meter hohe filigrane Gebilde nur etwa 10 Millionen. Calder ist vor allem für seine kunstvollen Mobiles bekannt, ohne deren Nachbildungen kaum ein Museumsshop mehr auskommt.

1,3 Millionen Dollar zum Niederbrennen

Zu den originellsten Werken zählte eine überlebensgroße Wachsskulptur des Kunstsammlers Peter Brant, die wie eine Kerze angezündet werden kann. Sie wurde für 1,3 Millionen Dollar verkauft. Im Preis inbegriffen ist das Recht, weitere Riesen-Kerzen aus derselben Gussform zu ordern, wenn die Skulptur niedergebrannt ist.

Vergangene Woche hatte der Kunstmarkt mit der Versteigerung der einzigen in Privatbesitz befindlichen Version des berühmten Gemäldes "Der Schrei" von Edvard Munch eine Sensation gefeiert. Das expressionistische Meisterwerk war bei Sotheby's für 119,9 Millionen Dollar versteigert worden und ist damit das teuerste jemals bei einer Auktion verkaufte Kunstwerk.