World Photography Awards 2013 - die Profis – Zeitgenössische Themen: Daesung Lee, Südkorea

"Ich wollte für meine Bilderserie nicht dem üblichen Stil des Fotojournalismus folgen", erklärt Fotograf Daesung Lee aus Südkorea, "denn die erodierende Küste, an der die Dorfbewohner hier leben, zeigt ihre tragische Situation viel besser." Die Inseln und Küstengebiete im Golf von Bengalen sind von den Folgen des Klimawandels besonders stark betroffen. Daesung Lee besuchte die kleine indische Insel Ghoramara, die zu zwei Dritteln schon vom Meer verschlungen ist. Er erklärt: "Ich konnte sehen, wie die Spuren eines Kulturerbes von den steigenden Fluten aufgezehrt wurden. Die durch die Bodenerosion entblößten Wurzeln der abgestorbenen Pflanzen lassen sich als Bild für die zerstörte Lebensgrundlage der Menschen ansehen. Das Meer verschlingt ihre Vergangenheit, und sie wissen nicht, welcher Zukunft sie entgegengehen. Die ständig zurückweichende Küste und die schwindende Vegetation bieten Landschaftsbilder von ganz eigener, ironischer Schönheit; einer tragischen, von Menschenhand geschaffenen Schönheit."

Bild: Sony World Photography Awards 5. Februar 2013, 10:002013-02-05 10:00:46 © Süddeutsche.de/rus/ihe/lala