Wigald Boning Bekenntnisse eines Nacktsportlers

"Vom Totalversager zum Superstar", ist das leicht elefantöse Motto von Wigald Boning. Jetzt stellte er sein neues Buch vor. Nebenbei verriet er ein paar sonderliche Vorlieben.

Von Hans-Jürgen Jakobs, Leipzig

Im Osten sind die Helden des Privatfernsehens richtige Stars. Und so drängen sich die Besucher in der Glashalle der Leipziger Messe, als der Moderator der Sat1-Show Clever endlich am Samstagmittag kommt. Wigald Boning, 40, trägt nebst Jeans und bunter Krawatte ein witzig bedrucktes Jäckchen aus Ballonseide. Solche Klamotten ist er seinem Ruf als Comedien, als eine Art Anarcho-Witzbold des TV-Gewerbes schuldig. Und das, obwohl es hier auf der Leipziger Buchmesse für sein neues Druckwerk zu werben gilt: "Bekenntnisse eines Nachtsportlers".

Wigald Boning: "Bekenntnisse eines Nachtsportlers"

(Foto: Foto: AP)

Das klingt zugleich nach Geheimnis und Enthüllung. Tatsächlich schildert der Bankiersohn aus dem Oldenburgischen darin, wie er vom Nicht-Sportler zum Dauerathleten wurde, der vorzugsweise nachts und am frühen Morgen läuft (in Hotel-Treppenhäusern, über Alpengipfel), Rad fährt (24 Stunden Mountainbike oder Köln-Paris in zwei Tagen), einen Bob talabwärts steuert, Skitouren macht oder stundenlang im Tretboot sitzt. Die Stirnlampe ist immer dabei. "Vom Totalversager zum Superhelden" ist das Motto dieses mobilen Maniacs, der einst bei RTL Samstag Nacht bekannt wurde und später reihenweise Prominente auf seine WIB-Schaukel lud.

Nun also hat der Surreale vom Dienst nach "Fliegenklatschen in Aspik" (1996) sein zweites Buch vorgelegt, das er durchaus als Autobiografie ("durch die Hintertür") verstanden haben will - eine Sammlung sportlicher Abenteuergeschichten, die er so von 2001 an erlebt haben will. Nur ein Prozent sei erfunden, schwört Boning, der sich nach eigenem Bekunden lange geweigert habe, seine Erlebnisse als Nachtsportler überhaupt publik zu machen - "weil so etwas ja nicht zu einem Komiker passt". Aber dann habe ihn die Lektorin halt doch überredet, und er schrieb von Februar bis November 2006, jeden Morgen, wenn die Kinder in der Schule waren.