Von J. Schmieder

Die Wetten sind wieder so, wie sie sein müssen, dafür hat Alphamännchen Gottschalk Probleme, sein Revier zu markieren - und sich die Namen der Gäste zu merken.

Thomas Gottschalk gehört zur Familie. Hin und wieder schaut er am Samstagabend vorbei, er klingelt mit der Eurovisionshymne an der Tür, meistens hat er komische Sachen an und erzählt ein paar Anekdötchen und Witze, über die sich nur Opa köstlich amüsiert.

Drei mal Blond: Thomas Gottschalk herzt Schauspielerin Nicole Kidman und Sängerin Anastacia. (© Foto: dpa)

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Der nennt Gottschalk "den Thommy" und hält ihn seit 20 Jahren für einen jugendlichen Frechdachs - was die anderen Familienmitglieder nicht nachvollziehen können. Sie sagen lieber "Onkel" oder "Herr Gottschalk" und haben ihre eigene Methode, den "Wetten, dass...?"-Abend interessanter zu gestalten.

Vor der Show geben sie einen Tipp ab, wo Thomas Gottschalk auf der Couch Platz nehmen und wie viele weibliche Gäste er küssen wird. "Andauernd zwischen zwei Frauen und alle werden geknutscht" ist gewöhnlich eine sichere Bank, um am Ende der Sendung Familien-Wettkönig zu werden.

Die Frage nach der Unterwäsche

Es sind große Versprechen, die Gottschalk vor jedem seiner Besuche macht - und die auch noch von Bild mit halbseitigen Ankündigungen flankiert werden. Diesmal ging es um die Frage, welche Art der Unterwäsche Nicole Scherzinger, Frontfrau der singenden Go-Go-Girls "Pussycat Dolls", bei ihrem Auftritt tragen würde - und man hatte schon am Samstagnachmittag die Befürchtung, dass dies wirklich die interessanteste Frage des Tages sein würde.

Wenn man zu Gast ist bei "Wetten, dass...?", dann muss man nicht viel tun, außer die drei Regeln von Gottschalk zu befolgen. Die lauten: "Ich bin der Star", "ICH bin der Star" und "Wenn hier einer flirtet, dann bin ich das". Man sitzt brav auf der Couch und macht ein interessiertes Gesicht zu belanglosen Fragen. Man muss als Sängerin damit rechnen, nicht beachtet zu werden, wenn man nicht das hohe C der Körbchengrößen beherrscht. Und als US-Schauspieler muss man betonen, Gottschalk schon lange zu kennen und quasi wöchentlich ein Bierchen mit ihm zu trinken.

Es war an diesem Samstag in Stuttgart so, dass einige Gäste keine Lust hatten, auch nur eine der drei Gottschalkschen Regeln einzuhalten. Schauspieler und "sexiest man alive" Hugh Jackman flirtete mit Kollegin Nicole Kidman, umarmte die Sängerin Anastacia und hob dann auch noch Ursula von der Leyen aus einer Mülltonne. Die Familienministerin hatte Jackman zuvor angehimmelt und Gottschalk zum Nebendarsteller degradiert: "Ach, sie sind auch noch hier."

Es ist erstaunlich, wie sehr sich Gottschalk von solchen Dingen nach mehr als 21 Jahren "Wetten, dass...?" immer noch beeindrucken lässt. Beleidigt bemerkte er: "Wir können nach Hause gehen, der Jackman macht das ganz alleine." Einen Mitarbeiter schnauzte er an: "Wer quatscht denn hier dazwischen?", den Fußballprofi Thomas Hitzlsperger nannte er Zitzelsberg. Und als er den 105-jährigen Joachim Heesters auf die Bühne holte, damit der "'s ist einmal im Leben so" sang, betitelte er ihn als "sexiest man noch alive" - ein so genannter Witz, über den wohl nicht mal Opa lachen konnte. Heesters nutzte seinen Auftritt auch, um sich für seine jüngste Äußerung über Nazi-Diktator Adolf Hitler ("ein guter Kerl") zu entschuldigen. "Ich habe vor ein paar Tagen etwas Dummes, etwas Blödes, etwas Furchtbares gesagt. Und dafür bitte ich um Verzeihung."

Lesen Sie weiter, warum Nicole Kidman Ähnlichkeit mit Olympia-Hostessen besitzt.

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