Valeska Grisebachs "Sehnsucht", der dritte deutsche Beitrag, bietet Tannen im Wind und die große Leistung dreier Laienschauspieler.
Der Himmel ist trüb über Berlin, und dann werden auch noch Prophezeiungen verbreitet, die die Gemüter der Filmliebhaber noch tiefer hineintreiben in die Melancholie: Einer Forsa-Umfrage für den Stern zufolge wird im alltäglichen Kinobetrieb alles noch schrecklicher, als es sowieso schon ist.
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Nach dem bösen Besucherschwund 2005 würde in diesem Jahr ein weiterer Rückgang bevorstehen. Da grämen sich die Vielseher im Berlinalepalast, dabei werden sie selbst jeden Tag ungnädiger.
Ruhige Beobachtungen in "Sehnsucht"
Beim Verlassen der morgendlichen Vorab-Aufführungen sind entnervte Ausrufe professioneller Festivalbesucher zu hören: "Ich schau mir keine Filme mehr von Männern im Rentenalter an, es reicht!" (vorgestern), "Prätentiöse Sexszenen machen mich langsam aggressiv!" (gestern), "Wenn ich Tannen sehe, die sich im Wind wiegen, bin ich schon bedient!" (heute).
Fair ist das nicht, drückt aber eine Mischung aus Reizüberflutung und Kinoüberduss aus. Was überhaupt keine Entschuldigung ist: Als der Chef des Deutschen Filmmuseums, Hans Helmut Prinzler, seine letzte Retrospektive feierte und dabei mit einer Berlinale-Kamera überrumpelt wurde, merkte Senta Berger in ihrer Laudatio zu Recht an, dass er vom Kino nie genug bekommen hat, in all den Jahren nicht.
Die Tannen im Wind kommen in Valeska Grisebachs "Sehnsucht" vor, dem dritten der deutschen Wettbewerbsbeiträge, und sie schaden dem Film kein bisschen. "Sehnsucht" besteht aus sehr ruhigen Beobachtungen der Figuren und der Orte, an denen sie sich bewegen.
Grisebach hat mit Laienschauspielern gearbeitet, drei Menschen stehen im Mittelpunkt ihrer Geschichte. Am Anfang sieht man, wie ein junger Mann, Markus, versucht, dem Opfer eines Autounfalls zu helfen - es war dann, aber wie sich herausstellt, gar kein Unfall.
Ein Ehepaar hat sich umgebracht, der Mann ist einfach gegen einen Baum gefahren; und Markus reagiert darauf mit leiser Verstörung; seine Frau Ella findet's irgendwie romantisch. Die beiden leben in einem kleinen Dorf nicht weit von Berlin, sie scheinen ein glückliches junges Paar zu sein, auf sehr unspektakuläre Weise.
Sie reden nicht viel und haben nicht viel, Ella singt im Chor, Markus ist Schlosser, in der Freizeit gibt es spießige Familientreffen. Auf einer Fortbildungsreise der Freiwilligen Feuerwehr lässt Markus sich mit einer anderen Frau ein, ohne tiefere Absicht, aber er trifft sie immer wieder, bis er seine Ehe ernstlich in Gefahr damit bringt, sein ganzes Leben den Bach runtergeht.
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Brasiliens Präsidentin Roussef