Der Vertrag des Spiegel-Chefredakteurs wird im Dezember 2008 und damit vorzeitig beendet.
Darauf haben sich die Gesellschafter des Spiegel-Verlags geeinigt, teilte der Verlag mit. Der Vertrag von Aust ende damit am 31. Dezember 2008, hieß es.
Stefan Aust (© Foto: dpa)
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Einen Nachfolger gibt es offenbar noch nicht. Aust weilt derzeit im Urlaub. Es wird nicht erwartet, dass der 61-Jährige seinen Vertrag bis Ende 2008 erfüllen wird.
"Wir sind der Meinung, dass der Spiegel einen Modernisierungsschub braucht", sagte der Geschäftsführer der Mitarbeiter KG, Armin Mahler, der Deutschen Presse-Agentur. "Wir wollen mehr junge Leute an das Blatt binden. Dazu braucht es eine frische, neue Kraft." Mahler zeigte sich sicher, dass es im Verlag einen breiten Konsens für die Entscheidung gibt.
Seit Dezember 1994 ist Aust Chefredakteur des Spiegel. Austs Vertrag hätte für weitere zwei Jahre verlängert werden können. Im Januar hatte er betont, er würde gern weitermachen. "Ich verstehe mich als Vertreter der Redaktion. Solange die Gesellschafter mich nicht rausschmeißen, ist die Redaktion unabhängig", sagte er damals dem Tagesspiegel am Sonntag.
Die Mitarbeiter halten 50,5 Prozent am Spiegel-Verlag. Gruner+Jahr - eine 75-Prozent-Tochter des Medienkonzerns Bertelsmann - ist am Spiegel-Verlag mit 25,5 Prozent beteiligt.
Weitere Anteilseigner sind die Erben des Gründers Rudolf Augstein. Unlängst hatte sich die Mitarbeiter KG gegen Pläne zur Übernahme eines Anteils von 50 Prozent an der Financial Times Deutschland gewandt, die dem britischen Anteilseigner Pearson gehört. Die andere Hälfte hält Gruner+Jahr.
(odg)
Abholzungen im Amazonas-Gebiet
Herr Gastonas,
bevor Sie weiterhin einen Sermon verbreiten, der mich unzweifelhaft an den O-Ton der rechtsaussen schillernden Figur von Franz-Josef Strauss erinnert (O-Zitat Strauss: "Ein Volk, das diese wirtschaftlichen Leistungen vollbracht hat, hat ein Recht darauf, von Auschwitz nichts mehr hören zu wollen.") (Strauss war nachgewiesenermassen Mitglied des NSKK, d. h. einer studentischen Organisation zur Rekrutierung von Nazi-Elite)
wäre es ganz im Sinne eines auf dem Boden der FDGO stehenden Bürgers mehr als angemessen,
a. den Kopf zu öffnen
b. das Hirn zu öffnen
c. die Augen zu öffnen,
um anschliessend dem folgenden Link nachzugehen:
http://www.zdf.de/ZDFde/inhalt/11/0,1872,7124843,00.html
Man mag sehr viel gegen Jutta Ditfurth einzuwenden haben, und ihr politischer Kurs mag einem nicht passen, jedoch bleibt eines definitves Faktum:
Sie trägt ihre Berufsbezeichnung "Journalistin" mit Würde, weiss im Unterschied zu Stefan Aust und anderen, was eine gründliche Recherche ist, und hat überdies den Mut, Dinge auszusprechen, welche die Geschichtsverdreher, Geschichtsfälscher, Entkontextualisierer und sonstigen rechten Subjekte nicht gerne hören oder lesen wollen, weil sie aus der Nazizeit nicht nur nichts gelernt haben, sondern auch zu keinem Zeitpunkt auch nur irgendetwas aus ihr lernen wollten.
Wer aus der Geschichte nichts lernen will, ist gezwungen, dieselben Fehler nicht nur zu wiederholen, sondern mehrfach zu begehen, zum Leidwesen der Mitbürger dieses Landes.
Aust war mit seiner RAF zu sehr rückwärts gerichtet. Außerdem war es zu reisserisch. Diese RAF Leute wurde von ihm auch zu wichtig genommen. Das Thema zu hoch gepuscht. Nur weil es sein persönliches Thema war. Wir haben viel wichtigere Fragen in der Welt. Es wird Zeit für neue Impulse.Der Spiegel hatte unter ihm auch an Qualität abgenommen. Evtl wegen Verkaufszahlen und Konkurrenz zu Focus.
@Khaldoun69: Ich habe 20 Jahre lang den Spiegel gelesen, bis Herr Broder dort eingestellt wurde...
über Broder und seine, teils durchaus erfrischende Polemik mag man geteilter Meinung sein. Jedenfalls waren seine Artikel das einzige was durch das Rauschen des Blätterwaldes zu einem Ex-Spiegel Leser wie mir durchgedrungen ist. So kann man bei gelegendlicher Lektüre wenigstens noch schmunzeln, sonst bliebe nur noch das weinen. Was bei dem "wischiwaschi" Themensammelsurium auch nicht verwundert. Agentengeschichten, der "neuste" Klatsch aus dem Führerbunker, Windkraft-Bashing. Und Beiträge unter dem Titel "es war ja doch nicht alles schlecht" zur RAF-Erinnerungskultur, so tiefgründig wie die überschrift. Der Hauptkritikpunkt ist doch, der SPIEGEL hat sich völlig von den Themen entfernt die unsere Gesellschaft wirklich beschäftigen.
@ A.Hauß: Als ob es am Chef gelegen hätte ....
Wer wenn nicht der Chefredakteur, ist denn für die thematische Ausrichtung eines Blattes verantwortlich? Und war es nicht Aust? Der Steingart und Konsorten auf führenden Positionen installiert hat? Da verwundert dann auch der neoliberale, völlig widerspruchslose Kurs nicht mehr.
Aus diesem Grund halte ich mich auch mit Freudesbekundungen zurück, bis das Personalkarusell an Schwung verloren hat.
Der Hauptkritikpunkt besteht darin:
Diejenigen, denen die Produktionsmittel zur Produktion von "Meinung" gehören, haben einfach zu viel Macht. Damit Macht nicht wie ein Krebsgeschwür ausufert, bedarf es mehr Kontrolle ebendieser Macht. Diese Kontrolle ist nicht vorhanden, und ebendieses Vakuum kann durch bewusstes Käuferverhalten nur sehr bedingt abgefangen werden.
Im Extremfall führt das wiederum dazu, dass
1. Meinungsmache zu einem Produkt von Angebot und Nachfrage verkommt und verfault
2. eine Kleingruppe von besitzenden Geldgebern bestimmt, was "Wahrheit" und "Meinung" sein darf und was eben nicht. Insofern unterscheidet sich der "freie Kapitalismus" in keinster Weise von einem untergegangenen "real existierenden Sozialismus", der niemals einer war.
Es ist in Dummheit kaum mehr zu überbieten, Herrn Aust auch nur ansatzweise als "links" zu bezeichnen: Er war es zu keinem Zeitpunkt, auch nicht in den 70er Jahren oder vorher.
Ein wie auch immer motivierter Chef zieht meistens Leute hinter sich her, welche noch schlimmer sind als er selbst (z. B. Broder und andere).
Und wenn seitens der Mitarbeiter AG von einem Generationswechsel die Rede ist, kann mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit davon ausgegangen werden, dass
a. an der Verpackung geschraubt wird von noch schlimmeren ultrarechten Yuppies
b. die inhaltliche Qualität des Journalismus noch weiter abgesenkt wird (abschreiben, Lügen kopieren, Oberflächlichkeit statt profunder sauberer Recherche etc.)
c. der Spiegel in Zukunft noch mehr als Mogelpackung daherkommt wie bisher geschehen...
d. Zensur noch offener betrieben wird als bisher geschehen...
Ein Urvater des Nachkriegskabaretts, Wolfgang Neuss, sagte einmal:
"Faschismus ist eine Spielart der freien Marktwirtschaft."
Und eins ist unzweifelhaft richtig:
Rudolf Augstein dreht sich im Grabe herum, wenn er mitansehen muss, was seine Nachfolger aus seinem Blatt gemacht haben und weiterhin machen werden.
Nun sind die Zeiten von Franz-Josef Strauss ein für allemal vorbei. Aber das, wofür Strauss einmal stand, kommt auf noch viel schlimmeren Füssen daher in noch viel subtilerer Form und vor allem in einer anderen Verkleidung.
Wendet da langsam der Zeitgeist?
Steingart in Washington DC, sein Mentor raus. Das lässt hoffen, vor allem darauf, dass der INSM jetzt die Zügel des bislang brav unterm Sattel trottenden Maultiers Bundesrepublik entgleiten mögen.
Gute Nachrichten.
Paging