Von SZ-Autoren Dirk von Gehlen über die Digitalisierung

Leseprobe

Einen Auszug aus dem Buch stellt der Verlag auf seiner Internetseite zur Verfügung.

Der Leiter des Bereichs Social Media und Innovation bei der "Süddeutschen Zeitung" über die gesellschaftlichen Veränderungen durch die Digitalisierung und die Macht der Daten.

Warum muss man in den Radionachrichten auch dann Staumeldungen anhören, wenn man absehbar gar nicht auf eine Autobahn fahren will? Weil es in der Massenkultur des 20. Jahrhunderts keine andere Möglichkeit gab, als unabhängig von Ort und Zeit allen das Gleiche zu sagen. Die digitale Kultur des 21. Jahrhundert ermöglicht dagegen Kommunikation und Herstellung, die über das Einheitsprodukt hinausgeht. Nicht nur bei Staumeldungen, sondern absehbar auch in der Herstellung von physischen Produkten.

Dies ist eine der zentralen Veränderungen der Digitalisierung, behauptet Dirk von Gehlen, der bei der SZ den Bereich Social Media und Innovation leitet, in seinem Buch "Meta! Das Ende des Durchschnitts". Er zeigt, wie die Digitalisierung in allen Lebensbereichen Entwicklungen anstößt, die er als Prozess von der Lautsprecher- zur Kopfhörerkultur beschreibt. Nicht mehr nur der Sender bestimmt, was läuft, die Empfänger gewinnen an Einfluss. In sechs Kapiteln und ebenso vielen Fachgesprächen analysiert er Trends der Digitalisierung, durch die sich Musik und Medien genauso verändern wie der Fußball, die Medizin und die Automobilbranche. Zentraler Faktor in allen Bereichen: die Macht der Daten. Das Schlusskapitel skizziert daher Ansätze und Ideen, die eine Datennutzung ermöglichen, ohne dass der Datenschutz dabei unter die Räder kommt.

Dirk von Gehlen: Meta! Das Ende des Durchschnitts. Verlag Matthes & Seitz, Berlin 2017. 180 Seiten, 15 Euro.