Von SZ-Autoren Alexander Hagelüken über Ungleichheit

Die soziale Ungleichheit ist ein Risikofaktor in modernen Demokratien. Alexander Hagelüken, Redakteur für Wirtschaftspolitik in der SZ, analysiert die Ungleichheit in Deutschland und prüft die Antworten der Parteien.

Barack Obama nennt Ungleichheit "die größte Gefahr für unsere Demokratien". Der Aufstieg der Rechtspopulisten von Donald Trump über die AfD bis Marine Le Pen bestätigt ihn gespenstisch. Alexander Hagelüken beschreibt in seinem Buch die wirtschaftlichen Ursachen des politischen Erdbebens, das der Westen gerade erlebt: stagnierende Löhne, unsichere Jobs, neoliberale Steuersenkungen und Bankerboni. Am Beispiel Deutschlands schildert der Leitende Redakteur für Wirtschaftspolitik, wie bei Millionen von der Arbeit zu wenig Geld bleibt und warum Frauen die größten Verlierer sind. Hagelüken porträtiert Absteiger aus der Mittelschicht, Alleinerziehende und Banker und zeichnet das Bild eines gespaltenen Landes voller Widersprüche - trotz wirtschaftlichen Booms besitzen die Deutschen weniger als Italiener oder Griechen. Immer mehr Normalbürger drohen die Ordnung aufzukündigen, auf der das Land aufbaut: indem sie nicht mehr vollen Einsatz bei der Arbeit geben und brav Steuern zahlen. Hagelüken fordert die deutschen Parteien auf, für die Bundestagswahl eine gerechtere Politik vorzuschlagen - und analysiert die Optionen für Martin Schulz' SPD, Angela Merkels Union und die anderen.

Alexander Hagelüken: Das gespaltene Land. Wie Ungleichheit unsere Gesellschaft zerstört - und was die Politik ändern muss. Verlag Droemer Knaur, München 2017, 240 Seiten, 12,99 Euro. E-Book 10,99 Euro.