Warum sprachlicher Feminismus lächerlich ist: In der Premiere des ersten deutschen Sprach-Videoblogs "Speak Schneider!" widmet sich Wolf Schneider den Bäuerinnen und Löwinnen.
Sprachpapst Wolf Schneider meldet sich vom 4. Mai 2009 an regelmäßig zu Themen der deutschen Sprache zu Wort. Auf sueddeutsche.de wird sich Schneider in einer monatlichen Videokolumne mit dem Titel "Speak Schneider!" äußern. Jeder erste Montag im Monat ist Schneider-Tag. In kurzen Videoblogs wird sich der bekannte Publizist stets einer Gruppe widmen. In der ersten Folge am 4. Mai spricht Schneider zu den Feministinnen.
Sagt es deutlich: Wolf Schneider. (© Foto: oH)
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Wolf Schneider
Wie muss man schreiben, damit man gelesen wird? Das weiß unser Videokolumnist Wolf Schneider und lehrt es an fünf Journalistenschulen sowie in Seminaren für Öffentlichkeitsarbeiter und Werbetexter.
Schneider war Korrespondent der Süddeutschen Zeitung in Washington, Verlagsleiter des Stern, Chefredakteur der Welt und Moderator der "NDR Talk Show". Er ist Träger des Medienpreises für Sprachkultur und Honorar-Professor der Universität Salzburg. Schneider hat 28 Sachbücher geschrieben, darunter "Der Mensch - eine Karriere" und den Bestseller "Speak German! Warum Deutsch manchmal besser ist".
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Ok, nichts bahnbrechend neues. Aber: Man kann den Finger nicht oft genug in die Wunde legen. Und SZ online schauen sich ja nicht nur Lehrer oder Journalisten an (hoffentlich), sondern z.B. auch Studenten, die Herrn Schneiders Bücher noch nicht gelesen haben. Ich unterrichte selber - Studenten und Erwachsene - und muss mich immer wieder gegen die verkorksten Vorstellungen von "gutem Deusch" stemmen. Das steckt noch tief drin. Vor allem Studenten meinen, wenn sie verständlich schrieben, würde das als Inkompetenz ausgelegt. Sie bekommen das von ihren Profs vermittelt, die möglichst abgehoben und verklausuliert formulieren.
Aber ein Tipp an Herrn Schneider: Greifen Sie die Lehrer nicht an, sondern verbünden Sie sich mit ihnen. Angriff ist keine gute Methode, wenn man wirklich was ändern möchte.
Ach, Du meine Güte, das Thema habe ich in den 80ern schon mal origineller gelesen - als ich mich köstlich über einen Aufsatz amüsierte, in dem die Firma Johnson & Johnson mit ihrem Beipackzettel zitiert wurde: "Die Periode ist bei jede"M" (!) Menschen anders." Herr Schneider war wahrscheinlich schon vor 25 Jahren mit der Menopause durch ;-), sodass er im 21. Jahrhundert so todlangweilige Beispiele bemühen muss. Also, liebe Süddeutsche, für so ein Medium hätte ich gern was Frischeres!
So eine tolle Kolumne!
Kriegt man für sowas Geld? Eine Minute (davon 12 Sekunden Vor- und Abspann) irgendwelche altbackenen Zoten reißen? Ich möchte auch so ein Papst sein für irgendwas. Vielleicht SZ-Online-Kommentar-Papst oder so.
So, bin jetzt erschöpft, weiter geht's dann in 4 Wochen.
Schade, Wolf Schneider ist noch nicht richtig in Fahrt, schon ist das Video zu Ende!
Nun gut, ich tröste mich mit dem redaktionellen Umfeld, denn auch das bietet Anlaß
zu heiteren Betrachtungen. "Schneider spricht zu den Feministinnen" lese ich. Offenbar ist der Autor/die Autorin nicht auf der Höhe des Themas: Selbstverständlich muß es "Schneider spricht zu den Feministinnen und Feministen" heißen.
Auf der Titelseite von sueddeutsche.de findet sich am 4.5. eine Sprachblüte, würdig, von Wolf Schneider in einer nächsten Kolumme besprochen zu werden. Links unter dem Bild des Meisters steht, bezogen auf den Fiat-Chef: "sein Plan ist einfach zu komplex". Wie nun? Einfach? Komplex? Ja, die deutsche Sprache ist einfach zu komplex!
http://www.youtube.com/watch?v=TU5TH-Fu4bU
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