Liebe Liebende: Liebe kann man nicht beziehen wie ein Bett. Durch gedankenlose Wortwahl verkommt die schönste Sache der Welt zur Beziehungskiste. Der Sprach-Videoblog von Wolf Schneider.
Seit Mai 2009 meldet sich Sprachpapst Wolf Schneider auf sueddeutsche.de regelmäßig zu Themen der deutschen Sprache zu Wort - in seiner monatlichen Videokolumne mit dem Titel "Speak Schneider!". In kurzen Videoblogs widmet sich der bekannte Publizist stets einer Gruppe. In der ersten Folge waren es die Feministinnen, danach die Deutschlehrer, nun widmet er sich den Liebenden.
Anzeige
Wie muss man schreiben, damit man gelesen wird? Das weiß unser Videokolumnist Wolf Schneider und lehrt es an fünf Journalistenschulen sowie in Seminaren für Öffentlichkeitsarbeiter und Werbetexter.
Schneider war Korrespondent der Süddeutschen Zeitung in Washington, Verlagsleiter des Sterns, Chefredakteur der Welt und Moderator der "NDR Talk Show". Er ist Träger des Medienpreises für Sprachkultur und Honorar-Professor der Universität Salzburg. Schneider hat 28 Sachbücher geschrieben, darunter "Der Mensch - eine Karriere", und den Bestseller "Speak German! Warum Deutsch manchmal besser ist".
Alexander Kluge, der intellektuelle Schattenspieler des deutschen Kinos und der deutschen Literatur, wird achtzig. Jetzt lesen ...
- Thema
- Speak Schneider RSS
- Videokolumne: Speak Schneider! (2) Liebe Deutschlehrer! 03.06.2009
- Videokolumne: Speak Schneider! In Teufelins Küche 04.05.2009
- Videokolumne: Speak Schneider! (13) Liebe Erpresser 03.05.2010
- Videokolumne: Speak Schneider! (12) Heiliges Wortungetüm 04.04.2010
- Videokolumne: Speak Schneider! (10) Scherzkekse vom Wetteramt 01.02.2010
- Videokolumne: Speak Schneider! (11) Ihr seid zum Küssen 01.02.2010
- Videokolumne: Speak Schneider! (9) Erst denken, dann bloggen 04.01.2010
Konsequenz der Loveparade-Katastrophe
Liebes Team, bitte rettet Wolf Schneider.
Ich selbst habe Schneider kennengelernt und schätze ihn als großen Germanisten und Journalisten. Ich teile nicht all seine Kritik aber einiges davon sollte man sich besonders als Journalist zu Herzen nehmen.
Deshalb mein Appell: Gebt Schneider einen Teleprompter!!!
Denn es gibt nichts peinlicheres, als sich bei solch einer Kolumne zu verhaspeln und nach unten auf den Text zu schauen.
Mit besten Grüßen
... dass der "Sprachpapst" nichts weiter zu sagen hat, als einige kalauermäßigen Plattitüden.
Dabei ist eine ernsthafte Auseinandersetzung mit dem Ge- bzw. Missbrauch des Wortes Liebe längst überfällig: Kaum ein Wort wird so inflationär verwendet, dabei so sehr sinnwidrig und -entleert, wie dieses. Dabei soll es doch vermeintlich eine der wesentlichsten Besonderheiten der menschlichen Existenz bezeichnen - eine äußerst reizvolle noch dazu. (Heißt es hin und wieder zumindest ...)
Wo ist also der lang ersehnte Kämpfer gegen die Verbetriebswirtschaftlichung des Wortes "Liebe"?
Hier jedenfalls nicht.
Man kann mit vielen Menschen in Beziehung treten...
und dabei muss nun wirklich keine Liebe im Spiel sein.
Aber wenn jemand, mit der Bezeichnung "Sprachpapst", das Wort Beziehung mit dem Wort Liebe verwechselt, dann wundert es mich nicht mehr, das in so vielen Beziehungen keine Liebe mehr zu finden ist...