Ein lichtdurchflutetes und barrierefreies Wohnhaus der Architekten Fink + Jocher in Neu-Ulm.

Kategorie: Verwaltung und Gewerbebau

(© Foto: Michael Heinrich, München)

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Stadthaus, Neu-Ulm, 2007

Architekt: Prof. Dietrich Fink, Prof. Dr. Thomas Jocher, München www.fink-jocher.de

Bauherr: NUWOG Wohnungsgesellschaft der Stadt Neu-Ulm GmbH

Form und Ausdruck des Stadthauses Neu-Ulm suchen nach Bezügen zur Stadt, die sich seit der Mitte des 19. Jahrhunderts rasterförmig innerhalb der 1841 gegründeten Bundesfestung entwickelt hat und nach Eigenständigkeit zugleich.

Das Haus nimmt neben einem Laden im Erdgeschoss in den unteren drei Geschossen den Sitz der städtischen Wohnungsgesellschaft auf. In den oberen drei Geschossen befinden sich Wohnungen unterschiedlicher Größe und Organisation. Dabei sind alle Wege innerhalb des Hauses und alle Arbeits- und Wohnräume barrierefrei.

Die Struktur des Hauses zielt auf eine geringstmögliche Festlegung von konstruktiven und haustechnischen Bindungen. Lediglich Treppenraumwände und Außenwände sind konstruktiv festgelegt. Der gesamte Ausbau des Hauses durch Leichtbauwände erlaubt damit langfristig eine einfache Anpassung an den Bedarf kommender Veränderungen.

Große Fassadenöffnungen schenken den Räumen außergewöhnlich viel Licht. Die Ähnlichkeit, fast Gleichheit ihrer Dimension unterdrückt die Erkennbarkeit der Nutzungen und unterstützt damit die Autarkie der städtischen Adresse. Ein Gartenhof auf der Südseite des Hauses bietet den Nutzern des Hauses Aufenthaltsflächen unter Bäumen und Kinderspielflächen. Offene Parkplätze im unversiegelten Hof ersetzen eine Tiefgarage.

Das Ziel, die Grenzwerte des Niedrigenergiehaus Standards zu unterschreiten, wird durch ein sehr günstiges Volumen-Hüllflächen-Verhältnis, die Minimierung von Transmissionswärmeverlusten durch hochwärmegedämmte Außenbauteile, durch die Bauteilaktivierung der Massivdecken und durch eine Pelletheizung erreicht.

Die äußere Geometrie der dünnformatigen Klinker und ebenso die der farbgleich pigmentierten Beton-Fensterrahmen nimmt eine Parallelität zum orthogonalen Raster der Stadt auf. Das Haus selbst jedoch sucht in Geometrie und Dimension Autarkie. Aus diesem methodischen Dialog zwischen dem Allgemeinen und dem des Besonderen entsteht das Spezifische des Ortes.

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