Von bgr / tbc

Wie der arme Edi vielleicht einen neuen Freund findet, warum der Gerd jetzt wieder mehr Spaß am Leben hat und was der stille Peer so mit sich rumschleppt.

Der arme Edi ist ganz schön durch den Wind. Nein wirklich, so was hat er ja noch nie erlebt! Von den eigenen Leuten! Er hat sie doch schließlich groß gemacht! Ihm haben sie alles zu verdanken... Und wie sie ihm den Kopf gewaschen haben! Mit Vorwaschgang! Ohne Weichspüler! Dabei waren sie doch gerade erst zusammen bei Bene, von wegen Nächstenliebe und so.

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"Wo soll ich nur hin mit mir?", fragt er die Berliner Nacht, "wo kann ich mich nur lassen?" Und die Nacht spricht zu ihm: "Geh' in den Lauen Engel, Junge!" Und der arme Edi gehorcht. Betritt die finstere Bier-Spelunke. Schemenhafte Gestalten, über nasses Holz gebeugt, es riecht nach filterlosen Arbeiterzigaretten. Edi tastet sich zur Theke vor, bestellt "ein dunkles, äh, Weißbier" und Brezn.

Darauf: sardonisches Gelächter neben ihm. "Weißbier? Brezn? Mann, du bist noch nich in Bayern, Edi. Det hier is Balin, wa? Hauptstadt, vaschtehsde? Hier fahrn die U-Bahnen anders." Edi zuckt zusammen. Neben ihm: der rote Lothar, schon lull und lall. Er hat es wieder nicht geschafft. Hockt schon seit gestern im "Engel". Zum vierten Mal gescheitert. Jetzt können sie ihm alle mal den Schuh aufblasen, aber bitteschön mit sozialistischen Grüßen! "Das Bier für Edi geht auf mich, Chef." Und sie trinken.

"Mensch, Edi!"

"Mensch, Lothar!"

"Reden wir nicht über Angie!"

"Hast recht. Prost."

"Genau. Wohlsein."

Der Beginn einer wunderbaren Freundschaft?

Draußen vor der Tür: Das Leben geht weiter. Zwei Gestalten auf dem Gehsteig. Gerd und ein Unbekannter beim Zug durch die Gemeinde. Zum letzten Mal ist er mit einer dieser Austausch-Führungskräften unterwegs. Ein Chinese, angeblich Student der Menschenrechte. Man weiß es ja nie so genau. Gerd weiß nicht mal mehr, wie er heißt. Ist aber bester Dinge, trägt wieder Brioni plus Zigarre. Und fragt:

"Who are you?"

"Hu."

"Who?"

"Hu."

"Huhu? Huhu!"

So geht das schon den ganzen Abend. Ein Spaß mit diesen Chinesen. Sechs Mal war er schon dort, der Gerd. Aber wenn sie hier sind, ist es fast noch lustiger.

Aus dem Nebel taucht der stille Peer auf. Trägt mehr Akten, als der schmale Hans und der arme Edi je hätten tragen können. Stöhnt ein bisschen, knirscht mit den Zähnen. Der Gerd sieht ihn: "Huhu, Peer!" Der stille Peer schüttelt den Kopf, knirscht noch ein bisschen und verschwindet, wie er gekommen war: im Nebel.

Morgen mehr.

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