Verleihung in London Turner-Preis für Videokünstlerin Elizabeth Price

Turner-Preisträgerin Elizabeth Price und Schauspieler Jude Law bei der Verleihung in London. Ihre Karriere begann die Videokünstlerin in einer Band.

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"Verführerische und eindringliche Elemente" aus Archivbildern, Musikvideos und Werbe-Strategien: Videokünstlerin Elizabeth Price ist mit dem Turner-Preis ausgezeichnet worden. Aber bei der Verleihung einer der renommiertesten Auszeichnungen für zeitgenössische britische Kunst gab es auch kritische Töne.

Tragische Bilder flackern über den Bildschirm, sie zeigen ein Kaufhaus in Manchester, das 1979 in Flammen aufging. Zehn Menschen kamen dabei ums Leben. Unter die Sequenzen mischt Videokünstlerin Elizabeth Price unter anderem die Aufnahmen einer Mädchen-Band aus den sechziger Jahren. Für ihre sozialkritische Videoinstallation ist Price jetzt mit dem renommierten Turner-Preis ausgezeichnet worden. Die Künstlerin nahm die mit 25.000 Pfund (knapp 31.000 Euro) dotierte Auszeichnung am Montagabend in London von Schauspieler Jude Law entgegen.

Die Jury lobte die "verführerischen und eindringlichen Elemente" der Arbeit. Price schaffe eine rhythmische Erfahrung, indem sie verschiedene Materialien kombiniere - darunter Archivbilder, Musikvideos und Strategien aus der Werbung. Die gebürtige Londonerin Price hatte ihre Karriere in den achtziger Jahren als Sängerin in einer Band begonnen und kleinere Erfolge gefeiert. Sie sei nach eigenen Angaben jedoch zu schüchtern für die Bühne gewesen.

Schauspieler Law gratulierte der Preisträgerin nicht nur, sondern äußerte auch Kritik: In seiner Ansprache prangerte er die Sparpolitik der Regierung in den Schulen an. Dies komme "kulturellem Vandalismus" gleich, da die Ausbildung der Kinder leide.

Ein Besucher vor der Videoinstallation "The Woolworths Choir of 1979-2012" von Elizabeth Price in der Tate Britain in London. Dafür ist Price ist mit dem diesjährigen Turner-Preis ausgezeichnet worden.

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Price berichtete beii der Verleihung in London von ihren Arbeitsprozessen. So arbeite sie oft ein Jahr lang an einem Film, nur, um ihn dann weitere Jahre lang wieder umzuschneiden. "Ich glaube, ich brauche einfach so lange, um genau zu verstehen, was ich betonen will", sagte die 46-Jährige.

Insgesamt waren vier Künstler nominiert. Filmemacher Luke Fowler, Performance-Künstlerin Spartacus Chetwynd und Paul Noble, der für seine Zeichnungen bekannt wurde, erhalten jeweils 5000 Pfund. Der Turner Prize wird seit 1984 an Künstler unter 50 Jahren vergeben und zählt zu den wichtigsten britischen Kunstpreisen überhaupt. Zu den Preisträgern der vergangenen Jahre gehörten Damien Hirst und Anish Kapoor.