US-Soulsängerin Fontella Bass ist tot

Fontella Bass bei einem Auftritt in New York. Die Soulsängerin erlag am zweiten Weihnachtsfeiertag den Folgen eines Herzinfarktes.

(Foto: AP)

"Rescue Me" war ihr größter Hit - auch wenn viele denken, es handle sich bei dem Soulklassiker um ein Werk Aretha Franklins. Nun ist die amerikanische Soulsängerin Fontella Bass, die in den 60er Jahren ihre größten Erfolge feierte, im Alter von 72 Jahren gestorben.

"Rescue Me" war ihr größter Hit - und selbst den rechnen viele ihrer Zeitgenossin Aretha Franklin zu: Fontella Bass war es aber, die den Klassiker 1956 schuf und mit ihm zum ersten und zum letzten Mal die Spitze der Charts erstürmte: Platz eins in der R&B-Hitliste, Platz vier bei den Billboard-Charts. Aretha Franklins Hit? Der Durchbruch der bekannteren Soul-Diva sollte da noch zwei Jahre auf sich warten lassen.

Fontella Bass hatte ebenso wie Franklin ihre Wurzeln in der Gospel-Musik. 1940 als Tochter der damals bekannten Gospel-Sängerin Martha Bass in St. Louis geboren, sang sie bereits als Jugendliche im Chor, ehe sie Mitte der 50er Jahre in Kontakt mit lokalen Blues- und Jazzgrößen kam. Ersten Chartplatzierungen folgte 1965 dann mit "Rescue Me" ihr größter Hit, den viele Kritiker als einen der größten Songs aus der goldenen Ära des Soul bezeichnen - und an dem sie mitgeschrieben hatte.

An diesen Erfolg konnte Bass nie wieder anknüpfen, wenngleich sie noch einige Alben folgen ließ, die von den Kritikern wohlwollend aufgenommen wurden. 1972 veröffentlichte sie die LP "Free", für die sie wieder mit dem Produzenten Oliver Sain zusammenarbeitete. Sain war auch am Anfang ihrer Karriere als Produzent an ihrer Seite gestanden.

Danach wurde es ruhiger um Bass, bevor sie 1990 wieder etwas mehr Aufmerksamkeit bekam: Gemeinsam mit ihrer Mutter Martha und ihrem Bruder David Peaston, der selbst in den 80er und 90er Jahren als R'n'B-Sänger bekannt geworden war, fand sie wieder zu ihren Wurzeln als Gospel-Sängerin zurück und veröffentlichte das Album "Promises: A Family Portrait of Faith".

Bass' Gesundheitszustand hatte sich in den vergangenen Jahren immer mehr verschlechtert. 2005 hatte sie mehrere Schlaganfälle erlitten. Am Mittwoch ist sie an den Folgen eines Herzinfarktes in St. Louis gestorben.