US-Präsident Donald Trump "Ich würde davon abraten, diesen Mann als Chef einzustellen"

Vielleicht durch die Kämpfe, die er in verschiedenen Lebensphasen austragen musste?

Möglich. Er ist jedenfalls kein entschiedener Kämpfer wie Trump. Er hatte früher vielleicht eher mit strukturellen Problemen zu tun. Dafür könnte das "Barack" sprechen. Das ist sehr sympathisch. Aber der Präsident "Obama" hat die Macht noch nicht verinnerlicht. Da wirkt er noch unfertig, ohne Entschiedenheit. Um aber noch mal auf Trump zurückzukommen: Da sind noch ein paar Dinge ganz außergewöhnlich. Schauen Sie sich mal das "O" und das "A" bei Donald an.

Ja?

Die sind deutlich ineinander verschlungen. Fast so, als würde er sich in sich selbst verlieren. Seine Schrift strebt sehr nach innen. Zu sich selbst.

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Könnte man also sagen: Trump kreist lang um sich, bevor er zu Lösungen kommt? Er macht vieles mit sich selbst aus?

Nein, seine Entschlüsse kommen rasch. Aber er macht sie tatsächlich nur mit sich selbst aus. Um also auf Ihre Eingangsfrage zurückzukommen: Würde ich, wie ich es oft tue, ein Gutachten für eine Firma erstellen, mit der Frage, ob ich diesen Mann als Chef einstellen würde, ich würde dringend davon abraten. Es sei denn, er ist absolut alleine Chef. Aber dann geht es den Mitarbeitern eher nicht gut. Ich halte es jedenfalls für sehr unwahrscheinlich, dass ein solcher Mensch andere mit einbindet.

Wo immer ein Mensch mit einer solchen Schrift sich also in einem hierarchischen Gefüge abstimmen müsste, würde es schwierig.

Absolut. Vor allem, weil noch etwas auffällt, das ich bei einer Unterschrift so noch nie gesehen habe: der Abschluss, der letzte Buchstabe.

Dieses kaum als solches zu erkennende "P" von Trump?

Die Unterschrift der meisten Menschen endet abrupt oder schwingt nach außen. Das steht, könnte man interpretieren, für Diplomatie, für Verbindlichkeit. Man öffnet sich zu Anderen hin. Wie eine ausgestreckte Hand. Das "P" am Ende von Trump bildet dazu einen scharfen Kontrast. Erst kommt dieser erstaunliche Bogen nach oben, der eigentlich keinerlei Sinn hat. Und statt auszugleiten, macht der Strich eine deutliche Rückwärtsbewegung. Alles führt auf ihn zurück.

Er reißt alles an sich?

Und zwar komplett.

Ein Unterschrift gewordenes "America first"?

Ein Unterschrift gewordenes "Trump first". Die ganze Unterschrift schreit förmlich: "Ich zuerst! Alles zu mir!"

Und das war bei seinen Vorgängern anders?

Es scheint mir aus einem anderen Selbstverständnis zu kommen: Bill Clintons Unterschrift zeigt deutlich, dass er immer sicher war. Und die Art, wie George Bush das "G" schreibt, spricht meiner Meinung nach für ein großes Selbstbewusstsein. Es zieht sich tief nach unten und mit Schwung und Energie wieder nach oben. Das wirkt dominant, allerdings auf eine bodenständige Art - vielleicht verwurzelt in seiner Familie, seinem Besitz oder auch in der Religion. Das wirkt auf mich kreativ und dynamisch - wenn auch nicht so berechenbar wie bei Clinton. Im abschließenden Vergleich meine ich: Clinton ist umgänglich und staatsmännisch. Und Obama ist ein toller Typ. Den würde ich in der Freizeit besuchen, aber nicht als Präsidenten.

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