Von Fritz Göttler

Heißa, bald ist Oscar-Zeit - die Filmstudios rücken schon jetzt ihre Kandidaten in die Schaufenster. Und welchen Kandidaten traut man derzeit größtmöglichstes Trophäen-Potential zu? Klar doch: Hollywood setzt auf Politik und Geschichte.

Himbeer oder Schokolade, fragt der Ober beflissen, als er sich vorbeugt und die Gäste des Galadinners nach ihrer Wahl fürs Dessert fragt. Eine exquisite weiße Eis-Kreation steht schon vor ihnen, ein Figurinengrüppchen, das ein paar amerikanische Miniatur-Marines zeigt, die im Begriffe sind, eine amerikanische Flagge hochzustemmen. Eine Szene wurde hier in eine exquisite Leckerei transformiert, die innerhalb weniger Tage in Amerika Legende geworden war, als ein Foto von Joe Rosenthal die Titelseiten aller Zeitungen eroberte, Februar 1945, in den letzten Monaten des Pazifikkriegs, ein Moment auf dem Mount Suribachi auf der Insel Iwo Jima, um die ein blutiger Kampf mit den Japanern tobte.

Bild vergrößern

Das Foto, Foto, das in den USA zum Inbegriff des gerechten Kriegs wurde, hier nachgestellt in Eastwoods: "Flags of Our Fathers". (© )

Anzeige

Ein Foto, das im ganzen Land zum Inbegriff des gerechten Kriegs wurde - doch für den Sieg war eine letzte große Anstrengung nötig, einige paar Milliarden Dollar - weshalb die überlebenden drei Soldaten vom Suribachi losgeschickt wurden auf eine klebrige PR-Tour, um die Bevölkerung noch einmal zum Kauf von war bonds zu animieren.

Ein Sturzbach roter Soße, der sich über ein Heldendenkmal ergießt, das ist ein böser aufdringlicher Gag in einem Film, der ansonsten sehr zurückhaltend und lakonisch inszeniert ist, "Flags of Our Fathers" von Clint Eastwood, produziert von Steven Spielberg.

Sie sind jetzt auf Seite 1 von 2 nächste Seite

  1. Sie lesen jetzt "Wenn der Krieg die Hölle ist, was kommt danach?"
  2. "Wenn der Krieg die Hölle ist, was kommt danach?"
Leser empfehlen