Die Bild-Zeitung muss den "taz"-Humor aushalten: Nach einer lebhaften Verhandlung entschied der BGH, dass der preisgekrönte Werbespot "Kalle, gib mal Zeitung" zulässig ist.
Herabsetzungen jedweder Art sind der Bild-Zeitung bekanntlich wesensfremd. Deshalb war sie sehr empört, als sie in zwei Werbespots eine Bild und ihre Leser herabsetzende Werbung der taz zu erkennen glaubte.
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Szene aus dem Werbespot der "taz": "Kalle, gib mal Zeitung!" (© Foto: Screenshot)
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Wiewohl die beiden Blätter bisher kaum als Konkurrenten auf dem Zeitungsmarkt wahrgenommen wurden, erhob der Axel-Springer-Verlag eine Wettbewerbsklage gegen die taz wegen unzulässig herabsetzender Vergleichswerbung. Es ging um Unterlassung, Auskunft und Schadensersatz. Nach Erfolgen von Springer in Hamburg nahm sich auf Betreiben der taz nun der Bundesgerichtshof (BGH) der Sache an - und erklärte die taz nach einer lebhaften Verhandlung zum Sieger.
Die beanstandeten, ironischen Werbespots stellten keine unzulässige Herabwürdigung der Bild-Zeitung und ihrer Leser dar, hieß es nun. Sie seien vom Grundrecht der Meinungsfreiheit gedeckt. (Az: I ZR 134/07) Auslöser des Rechtsstreits waren zwei preisgekrönte Werbespots der taz, die im Sommer 2005 bis zu ihrem Verbot in Programmkinos gezeigt wurden.
Darin erscheint ein mit Jogginghose und Unterhemd bekleideter Mann vor einem als "Trinkhalle" bezeichneten Kiosk mit dem Begehren: "Kalle, gib mal Zeitung!" Auf die Antwort des Verkäufers "Is aus!" und die Gegenfrage "Wie aus?" schiebt er eine taz über den Tresen. Darauf der Kunde: "Wat is dat denn?" und, nach einem Blick ins Blatt: "Mach mich nicht fertig, Du!" Schließlich das Happy End: Kalle bekommt seine Bild-Zeitung, beide lachen herzlich.
Im zweiten Spot dreht der Kunde den Spieß um und sagt "Kalle, gib mal taz!" Auch dieses Mal gibt es Gelächter und die Bild-Zeitung. Beide Spots enden mit der Aussage: "taz ist nicht für jeden. Das ist OK so."
Der Springer-Verlag, der seit Jahren mit Image-Kampagnen das Renommee von Bild verbessern will, schlug hart zurück. Die Werbung zeichne ein vernichtendes Bild von den fehlenden intellektuellen Fähigkeiten sowie der trostlosen Sozialstruktur von Bild-Lesern. Sie würden als unterbelichtet, begriffsstutzig und primitiv hingestellt.
Das Oberlandesgericht Hamburg gab dem Verlag recht. Die Werbung sei zwar witzig und weise einen nicht unerheblichen Wahrheitsgehalt auf, sie überschreite aber die Grenze des Zulässigen. Das Boulevardblatt werde unangemessen abqualifiziert und der Kunde als Mensch charakterisiert, der nicht in der Lage sei, die anspruchsvolle taz zu verstehen. In der Verhandlung sprach der Bild-Anwalt von einem "menschenverachtenden Kern" der Werbung und einer "sozialen Stigmatisierung".
Die taz-Anwältin fand indes, die Kunden seien nicht unsympathisch dargestellt. Die Spots seien "etwas frech, aber funny" und durch die Grundrechte sowohl der Meinungs- als auch der Kunstfreiheit gedeckt. So sah es auch der BGH.
Alexander Kluge, der intellektuelle Schattenspieler des deutschen Kinos und der deutschen Literatur, wird achtzig. Jetzt lesen ...
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(SZ vom 2.10.2009/rus)
Entspannter Vierbeiner
Was wirklich schade ist, dass von dieser Sache kein einziger Bild-Leser was weiss oder je erfahren wird. Denn ich glaube kaum, dass über dieses Urteil in der Bild berichtet wird. So wissen die Bild-Leser leider nicht, wie die Leser anderer Zeitungen über sie denken, daher wird sich auch überhaupt nix ändern.
lasst Bildbehinderte Springergestörte und Diekmanngeschädigte nicht allein, nicht ausgegrenzt am Rande unserer Gesellschaft stehen, denn auch sie haben ein Recht auf angemessene Informationen.
Gebt ein gutes Beispiel, geht auf sie zu und bietet Ihnen eine Sueddeutsche, Die Zeit oder taz an. Gebt Trost ob Ihrer kargen Allgemeinbildung und helft Ihnen Ihrer Sekte den Rücken zu kehren, indem Ihr die notwendigen Deutschkurse an der Volkshochschule anbietet, auch ein Lesezirkel im Kindergarten hilft Ihnen! Zur Motivation hilft meistens schon ein Tittenbildchen, ja, mit kleinen Dingen kann diesen Menschen schon geholfen werden.
Nun, auch wenn es schwer fällt, geben wir die Hoffnung nicht auf, dass medial inszenierte Dummheit bekämpft werden kann.
Ich finde, sowas sollte intensiviert werden.
Jeden, den man auf der Straße sieht, der eine BILD hält, auslachen.
Mehr Spots dieser Art und Kampagnen wie "DU BIST DEUTSCHLAND"
Und zu guter Letzt sollte man Leute wie Kerner ins mediale Nirvana schicken.
Wenn Leute, die sich als Journalisten bezeichnen, WERBUNG machen ist das schon schlimm genug, aber dann auch noch für Bild, kann man das fast als Betrug bezeichnen.
"Herabsetzungen jedweder Art sind der Bild-Zeitung bekanntlich wesensfremd."
Hahaha, ich hatte Tränen in den Augen vor lachen. Damit ist mein Vormittag definitiv gerettet!
Ach ja, wohl nicht umsonst singen Die Ärzte in ihrem Lied "Lasse reden" folgende Zeilen:
"Die meisten Leute haben ihre Bildung aus der Bild.
Und die besteht nun mal, wer wüsste das nicht,
aus: Angst, Hass, Titten und dem Wetterbericht!"
Lustig, wenn man für sich reklamiert, was man in Richtung anderer nie einhält und wannimmer es geht, übertritt. Menschenwürde kennen Bildredakteure maximal aus Erzählungen, verfechten sie jetzt aber vehement? Mh....
Paging