Gute Unterhaltung sollte ARD und ZDF teuer sein. Leider ist sie viel zu oft nur eines: billig. Bei mehr als sieben Milliarden Euro Gebühreneinnahmen pro Jahr muss man endlich Qualität verlangen dürfen.
Erstens ist gute Unterhaltung schlicht das, da wo keiner einschläft. Zweitens ist gute Unterhaltung machbar von ARD und ZDF. Aber drittens ist gute Unterhaltung einfach alles, solange es unterhaltsam den Bildschirm füllt - von Monitors Menetekeln bis zu Maischbergers Menschen, von Kerners Köchen bis zu Gottschalks Couch Potatoes, von Richlings Rollenspielen bis zu Frontal 21.
Bild vergrößern
Rosamunde-Pilcher Verfilmung von 2000 im ZDF (mit Mariella Ahrens, Clemens Jakubetz und Nicolas König) (© Foto: dpa/ZDF)
Anzeige
Aufklärung durch Informationen und Enthüllungen durch Recherchen sind da viel unterhaltsamer als die Auftritte singender Lemuren oder die O-Töne von Vertretern der Promiklasse C Minus, die in Brisant (ARD) oder Leute heute (ZDF) Gossip mit Gosse verwechseln dürfen.
Da auf diesem Niveau private Sender in ihren verschiedenen Containern und Camps unschlagbar sind, ist es taktisch falsch, sie ausgerechnet darin herauszufordern, belegbar am ARD-Beispiel Bruce Darnell, der mit einer Styling-Show bei Pro Sieben gut, im Ersten danach überhaupt nicht mehr ankam. Unterhaltung von RTL, Pro Sieben oder Sat1 ist aber nicht nur einfach gestrickt, sondern oft einfach gut gemacht - zum Beispiel von Günther Jauch, Hape Kerkeling, Stefan Raab.
Das haben auch die für Unterhaltung zuständigen Manager von ARD und ZDF erkannt und wollen die Genannten zur öffentlich-rechtlichen Mutter locken. Koste es, was es den Gebührenzahler koste. Bis man allerdings die beim Volk Beliebten unter Vertrag habe, müsse man sich von dem unterhalten lassen, was man habe: beim ZDF zum Beispiel von der vor 27 Jahren von Frank Elstner am Küchentisch nachts gegen drei Uhr erfundenen Familienshow Wetten, dass...?
Nein, genau so kann es aber nicht laufen. Dass viele Versuche von ARD und ZDF, publikumswirksame und dennoch intelligente moderne Unterhaltung zu produzieren, gescheitert sind, wissen die Verantwortlichen. Auch sie schauen Entertainment auf BBC und sind nicht von Haus aus blöde.
Das Scheitern beim ZDF fällt nur deshalb nicht so sehr auf, weil die Flops der ARD entsprechend ihrer Anstaltsvielzahl zahlreicher sind. Inzwischen weiß kaum noch einer auf Anhieb, auf welchem Kanal er sich gerade befindet, wenn wieder mal wer auch immer mit wem was auch immer kocht, wer für wen mit wem warum jodelt und knödelt, wobei Volksmusikanten zu verhöhnen mittlerweile so aufregend ist wie eine Talkshow mit Veronica Ferres.
Sich mit immer neuen Spielformen des Quiz zu retten, weil laut Hape Kerkeling das ganze Leben ein Quiz ist, scheint den für Kreativität Verantwortlichen allerdings auch nicht mehr zu genügen. Diesen Eindruck vermittelt jedenfalls das Protokoll von der jüngsten ARD-Tagung zum Thema Unterhaltung, die in Baden-Baden stattfand: Eine Donnerstag-Spielshow parallel zum Start des von September an obligatorischen Einbürgerungstests für Deutschwillige ist geplant, und der Jahresrückblick am 27. Dezember wird per interaktiver Teilnahme der Zuschauer aufgemotzt. Beides soll, produziert von SWR, WDR und NDR, Frank Plasberg moderieren, der harte aber faire Talkshowmoderator der ARD.
Natürlich ließe sich hier aufzählen, was an Unterhaltung jenseits der dringend benötigen Showformate, Comedy-serien, Vorabendtelenovelas im Ersten und Zweiten nicht gesendet werden sollte: alles, was am Samstagabend unschuldige Menschen verschreckt, also Filme, deren Titel anfangen mit Da, wo... (Heimat, Liebe, Freundschaft) wohnt. Alles von Inga Lindström und Rosamunde Pilcher (im ZDF). Und alles, was die durchschnittliche Intelligenz beleidigt.
Sie sind jetzt auf Seite 1 von 2 nächste Seite
- Im Interview: Georg Kofler "ARD und ZDF machen das bessere Fernsehen" 28.06.2008
- ARD und ZDF im Internet Auf der Ausbaustrecke 17.06.2008
- Internet: Regeln für ARD und ZDF Die Lehre hinter den Leerformeln 12.06.2008
- Beschluss der Ministerpräsidenten Grenze für ARD und ZDF 12.06.2008
- Fußball im Fernsehen ARD und ZDF wollen nach Europa 07.06.2008
Umweltstiftung WWF in der Kritik
Wer unzufrieden ist mit dem Fernsehangebot kann sich ja einfach abmelden aus dem System. Je mehr Abmeldungen, je größer die Wahrscheinlichkeit, daß die Programmgestalter etwas merken und handeln. Auch könnte man natürlich außer hier zu motzen zusätzlich an die Sender schreiben und mal direkt Kritik anbringen.
Wir haben zwei Jahre ganz ohne Fernsehen gelebt und dadurch viel Zeit gewonnen. Über das Internet gibt es jederzeit jede Information und wenn ich einen guten Film sehen will kann ich eine DVD kaufen oder leihen.
Ich gebe Ihnen ja in allen Punkten recht, aber.
1. Es gibt einen Knopf zum ausschalten.
2. Die Sendungen die von Interesse sind, gibt es auch als Stream im Internet.
Ein gutes Beispiel, die Sendung "Hart aber Fair". Als sie Sendung noch im Dritten lief, war sie ohne Frage eine sich vom Mainstream abgehobene Sendung,jetzt wo sie im Ersten läuft ist sie weichgespült und für mich uninteressant.
Wenn die verantwortlichen Redakteure nur das Masse statt Klasse denken haben, wird das nichts, das gilt für alle Medien. Mal zu der Werbung, die Firma Maggi wird ihre Produkte in den banalen und trivialen Sendungen immer unterbringen, jedoch eine Firma BMW oder Daimler findet in diesen Sendungen nicht ihre Zielgruppe.
Wer da glaubt, daß gerade das Fernsehen, das öffentlich rechtliche, an der Giftschale der kommerzialisierten Kultur vorbei geht, der irrt gewaltig. Auch das öffentlich rechtliche Fern sehen auf ARD und ZDF ist längst als willkommenes Meinungsmanipulationsinstrument ent-deckt worden. Und es wird schändlich als solches auch genutzt.
Das beginnt bereits in den Nachrichtenredaktionen und endet bei den Nachrichtenmodera-toren. Die Nachrichten mit Marietta Slomka schaue ich mir schon lange nicht mehr an, weil deren arrogante Unverschämtheit einfach unerträglich ist. Caren Miosga dagegen kommt deher wie die Putzfrau vom Sende. Gibt's da schon keine Visagisten und Friseure mehr, möchte man jedesmal fragen?
Und dann die Inhalte! Seit der Fußball-EM gab's nur noch Fußball, Fußball und nochmals Fußball. gebracht hat's nichts als eine Riesenanstrengung in Volksverdummung.
Und Michael Jürgs hat recht, wenn er auf die simplen und meist primitiven Sendungen hin-weist. Johannes B. klerner kann man nicht ansehen, weil dieser Mann zu geistlos und zu primitiv daherkommt. Seine Sendun g ist vielleicht etwas für Demenzkranke, denen das Ghirn bereits versagt. Gute Filme? Fehlanzeige. Nur allzu selten, sieht man soetwaqs noch. Meist kommen die alten amerikanischen Schinken, und die wqerden dann gleich zig mal widerholt, damit ja keiner eine Aktion verpaßt. Inhalt? meist Mord und Totschölag, auf jeden Fall aber reichlich Gewalt und nur zu empfehlen, wenn einer ohne dem nicht einschlafen kann. Ansonsten Pilcher und Lindström, die außer wunderbaren Landschaftsbildern nur Kitsch bieten - ohne Inhalt, ohne Substanz. Ja, und da haben wir noch die Krimi-Pakete im Angebot, die in erster linie der Selbstdar-stellung und Selbstinszenierung dienen - von Maria Furtwängler bis Hennelore Hoger.
Und dann die ewigen Quasselrunden, Talk-Show genannt, in denen stets die gleichen Selbstdarsteller agieren dürfen. Fade und Fatal, und obendrein auch noch unfähige Moderatoren wie z.B. Anne Will.
Und woran liegt's? Am Quotendruck, der für den Zuschauer völlig unwesentlich ist, aber die Werbe-Mogule interessiert. Und es liegt an jener unfähigen "Elite", die bei den Sendern das Sagen haben und kein Gespür mehr dafür entwickeln, mit welchen künstlerischen Formaten der Zuschauer für sein vieles Beitragsgeld gern unterhalten werden möchte. Sie fühlen sich nur noch ihren Aufsichtsräten verpflichtet und nicht mehr ihrem Zuschauer-Publikum. Wie lange kann das noch gutgehen?
Und wer soll Ihrer Meinung darüber befinden, was Qualität ist und was nicht?
Also,ich vertrödele meine Zeit nicht mit unsinnigen Beiträgen der Privaten oder öffentlich rechtlichen. In der Regel hole ich mir meine Informationen aus dem Internet,weil ich kann zunehmend die Sendezeiten nicht mehr wahrnehmen.
Beispiel: Vor 10 Jahre, war 20:00 Uhr für mich Tagesschauzeit, heute geht das nicht mehr, also ab ins Internet. Wobei ich zunehmend bemerke, auf der Agenda stehen Nachrichtenthemen die für mich als auch meinem sozialen Umfeld uninteressant sind.
Beispiel: Die Lobhudelei für Frau Merkel und das Bashing für Herrn Beck. Hier fehlt mir doch ganz und gar die differente Betrachtung.
Paging