Unnützes Google-Doodle-Wissen Saul Bass und die Tote unter der Dusche

Weltberühmt sind die Intros zu den Filmen "Psycho", "Casino" und "Vertigo". Verantwortlich dafür ist ein Mann: Saul Bass. Das Design-Multitalent hat aber auch an einer legendären Filmszene mitgewirkt.

Von Tobias Dorfer

Immer wieder zeigt Google auf der Startseite bunte Bilder oder Animationen - und erinnert damit an besondere Menschen oder Ereignisse. Wir sagen Ihnen, was Sie zum Google-Doodle unbedingt wissen müssen. Heute: 93. Geburtstag des 1996 gestorbenen Grafikers und Filmemachers Saul Bass.

Das ist zu sehen:

Es ist eines aufwendigsten Doodles, die Google jemals auf der Startseite seiner Suchmaschine veröffentlicht hat. Dieses Mal ist kein Bild zu sehen sondern gleich ein ganzer Film, insgesamt 1:21 Minuten lang. Saul Bass wird damit geehrt, der berühmte Designer. Er schuf Filmplakate, arbeitete als Fotograf - zur Legende wurde er allerdings durch seine Intros zu Filmen von Alfred Hitchcock, Martin Scorsese, Otto Preminger und vielen anderen. Saul Bass schuf mit den Sequenzen eine ganz neue Kunstform. Und Teile dieser Film-Openings sind auch im Doodle-Film zu sehen, leicht abgewandelt natürlich:

Intros von Saul Bass, die Sie kennen müssen - und eine Hommage:

  • Weltberühmt ist der Anfang von Alfred Hitchcocks Thriller Psycho. Schwarze Streifen zertrennen den Hintergrund wie ein Messer, in weißer Schrift erscheinen der Name des Regisseurs und des Filmtitels. Dazu sind abgehackte Streicher-Klänge zu hören, die wie ein schriller Schrei klingen. Schon die ersten Minuten von Psycho erzeugen beim Zuschauer Nervosität. Auch an der berühmtesten Szene des Films war Saul Bass beteiligt: die Ermordung von Marion Crane unter der Dusche.
  • Bekannt wurde Saul Bass mit dem Intro zu Der Mann mit dem goldenen Arm aus dem Jahr 1955. Frank Sinatra spielt darin einen Ex-Heroinsüchtigen, der sich nach einer Haftstrafe in ein normales Leben zurückkämpft. Regisseur Otto Preminger war von der Anfangssequenz so begeistert, dass er bis 1979 jeden seiner Filme mit einem Intro von Saul Bass versehen ließ.
  • Kurz vor seinem Tod gestaltete Saul Bass noch den Vorspann zu Casino von Martin Scorsese. Robert de Niro steigt in ein Auto, dreht den Zündschlüssel um - und der Wagen explodiert. De Niro fliegt durch die Luft, dazu erklingt der Chor "Wir setzen uns mit Tränen nieder", mit dem in Johann Sebastian Bachs Matthäuspassion der gekreuzigte Jesus verabschiedet wird. 1995 erscheint der Film. Saul Bass stirbt am 25. April 1996 in Los Angeles im Alter von 75 Jahren.
  • Als Catch me if you can mit Leonardo DiCaprio und Tom Hanks im Jahr 2002 in die Kinos kam, war Saul Bass bereits seit sechs Jahren tot. Sicher jedoch hätte der Film dem Designer gefallen - schon alleine wegen des Vorspanns. Den setzten die Macher um Regisseur Steven Spielberg nämlich konsequent im Stil des Designers ein: Strichmännchen hetzen durch den Flughafen, Autos tuckern über den Highway, Sekretärinnen tippen auf Schreibmaschinen. Catch me if you can erzählt die Geschichte des Hochstaplers und Scheckbetrügers Frank Abagnale, der in den 1960er Jahren vom FBI gejagt (und schließlich auch verhaftet) wurde.
  • Einen Spielfilm drehte Saul Bass sogar komplett selbst. Phase IV handelt von einem mutierten Ameisenstaat in Arizona, der Menschen angreift. Der Thriller wurde von den Kritikern gelobt, doch einen Oscar bekam Saul Bass dafür nicht. Mit einem anderen Werk hatte er bei der Academy mehr Erfolg. Für seine Dokumentation Why Man Creates erhielt Saul Bass 1969 die begehrte Auszeichnung.

Interessant für:

Design-Fans, Menschen mit starken Nerven, Hitchcock-Anhänger und alle, die sich an den James-Bond-Intros sattgesehen haben.

Mit diesem Satz können Sie beim Mittagessen punkten:

"Saul Bass ist verantwortlich für die Firmenlogos von United Airlines (1974), AT&T (1969 und 1983) und Konica Minolta."

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