Deutschland muss eine Alternative zur bislang geplanten Waldschlösschenbrücke vorlegen. Sonst droht die Aberkennung des Welterbe-Titels.
Trotz der umstrittenen Brückenpläne bleibt das Dresdner Elbtal vorerst Unesco-Welterbe. Das entschied das zuständige Komitee am Montag in der neuseeländischen Stadt Christchurch.
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Neben dem bisher geplanten Entwurf für die Brücke über die Elbe (oben) gibt es inzwischen auch einen Alternativentwurf (unten). (© Foto: dpa)
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Das Gremium bekräftigte zugleich seinen Widerstand gegen den Bau der Waldschlösschenbrücke in der bisher geplanten Form und setzte den Verantwortlichen eine viermonatige Frist, um einen alternativen Entwurf vorzulegen.
Das Design der Brücke sei "zu schwer". Das Komitee sei sich im Klaren, dass Dresden eine lebende Stadt sei und die Verkehrsprobleme in den Griff bekommen müsse.
Bei dem Treffen sei aber als Alternative etwa ein Tunnel vorgeschlagen worden, der die Auflagen der Unesco für Welterbestätten erfülle. Möglich sei auch ein anderes Brückendesign.
Nur wenn es eine Lösung gebe, die dem außergewöhnlichen Wert der Kulturlandschaft Rechnung trage, werde das Elbtal auf der Liste bleiben, erklärte das Welterbekomitee der Unesco. Andernfalls soll Dresden den prestigeträchtigen Titel verlieren.
Auf der Roten Liste
Das Komitee beschloss nach Angaben aus Unesco-Kreisen folgenden Fahrplan: Die Bundesregierung muss der Beraterkommission des Komitees bis zum 1. Oktober Alternativpläne zur Waldschlösschenbrücke vorlegen. Diese Expertengruppe prüft, ob die neuen Pläne vereinbar sind mit dem Status der 20 Kilometer langen Flusslandschaft als Welterbe oder nicht.
Sie formuliert dann voraussichtlich bis Februar eine vertrauliche Empfehlung an das Komitee, das auf seiner nächsten Sitzung im Sommer in Kanada erneut entscheidet, ob das Elbtal auf der Welterbeliste bleiben kann oder nicht.
Das Dresdner Elbtal steht seit zwei Jahren auf der Roten Liste der Unesco, die alle Stätten aufführt, denen die Aberkennung des Welterbe-Titels droht. Der Bau einer neuen Elbe-Brücke bewegt seit Jahren die Gemüter. Vor allem die Tourismusbranche und Dresdner Lokalpatrioten wollen die Aberkennung des Welterbe-Titels mit allen Mitteln verhindern.
Allerdings benötigt die Stadt die Brücke aus verkehrstechnischen Gründen dringend. Deshalb stimmten die Dresdner in einem Bürgerentscheid für die Verwirklichung des Projekts. Das Bundesverfassungsgericht urteilte Anfang Juni, dass der Bürgerwille Vorrang vor Prestigeerwägungen habe.
Alternativentwurf erstellt
Die Verantwortlichen der Stadt streben eine Kompromisslösung an. Sie gaben Alternativentwürfe in Auftrag. Einer der Pläne fand kürzlich die Zustimmung einer großen Mehrheit im Kommunalparlament.
Das neue Konzept ist schlanker und beeinträchtigt den Blick auf das Elbtal weniger als der Ursprungsentwurf. Mit dem neuen Plan im Gepäck reisten Vertreter der Stadt zur Sitzung des Unesco-Komitees nach Neuseeland.
Der Ausschuss entscheidet nicht nur über gefährdete Kulturgüter, sondern auch über die Aufnahme neuer Stätten in die Welterbeliste, darunter die Hafenbrücke und das Opernhaus von Sydney. Insgesamt umfasst die Liste zurzeit 830 Kulturstätten und -landschaften in 139 Ländern.
In seinem Roman „Canale Mussolini“ erzählt Antonio Pennachi von der Trockenlegung der pontinischen Sümpfe im italienischen Faschismus. Jetzt lesen ...
(AP/dpa)
67. Jahrestag der Bombardierung
Soweit ich es mitbekommen habe, wäre ein Tunnel billiger, würde die Probleme mit der UNESCO beseitigen und eine Elbüberquerung gäbe es auch noch. Trotzdem scheint kein Weg an der Brücke vorbeizuführen. Ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren, das da jemand versucht seine Privatinteressen wahrzunehmen oder täusche ich mich da?
um als Welterbe zu gelten, bewirbt man sich bei der Unesco. Diese entscheidet. Die Regeln sind also vorher bekannt. Aber in einer Welt der Beliebigkeit ist so eine eingegangene Selbstverpflichtung auch nichts mehr wert.
Trotz sinkender Verlehrszahlen bekommt Dresden eine sinnlose neue Brücke. Um der Brücke Willen. Herr Mücke, Stadtverordneter der FDP, MdB und Mitglied des BV der FDP war selbst bei der UNESCO und bot an, Geld dafür zu beazahlen, die Brücke bauen zu können, mit Titel.
Das ist Korruption und niemand geht dagegen vor. Herr Vaatz, CDU und auch MdB, beschimpft alle Brückengegner in flätigster Art und Weise.
Beide Politiker wohnen in Radebeul,einem Mill.-wohnort, dass ist am entgegengesetzte Ende der Stadt.
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Wenn ich mir den Bückenentwurf so ansehe, frage ich mich, ob die Menschen nichts aus den Bausünden der Vergangenheit gelernt haben. Früher wurde die Gegend mit fetten Betonklötzen verschandelt, heute ist anscheinend Stahl an der Reihe...
Mein Eindruck ist, dass die Unesco (die nichtmal hinreichend demokratisch legitimiert ist) mit dem Druckmittel "Etzug der Liebschaft" versucht die Welt in ein Museum zu verwandeln und dabei demokratische Entscheidungen einfach übersieht.
Der wesentliche Denkfehler (siehe auch Köln) ist, dass das alte zwar zu schützen ist, aber das neue möglich sein muss.
Eine solche Brücke ist zwar Umweltpolitisch ein falsches Signal aber die Unesco sollte ihre Rolle mal überdenken.