Zerstörte Kunstwerke Steht ein Pferd in der Garage, ist es weg

Weil er einer Pferdeskulptur mit der Motorsäge zu Leibe rückte, wurde ein Mann zunächst zu 73.500 Euro Schadenersatz verurteilt - jetzt scheiterte auch eine außergerichtliche Einigung mit dem Künstler. Der Mann ist nicht der Erste, der ein hochdotiertes Werk zerstört hat. Ein Überblick über die skurrilsten Kunstbanausen.

Von Felicitas Kock

Zunächst hatte die Pferdeskulptur "Hedon is (my) Trojaner" unbeachtet in einer Garage gestanden - doch dann wurde die Miete für die Unterbringung nicht bezahlt und es ging dem aus Computertasten zusammengezimmerten Tier mit der Motorsäge an den Kragen. Eine traurige Geschichte, die der Zerstörer womöglich teuer bezahlen muss: Nachdem er zunächst zu 73.500 Euro Schadenersatz verurteilt worden war, ging er in Berufung. Eine außergerichtliche Einigung mit dem Künstler scheiterte an diesem Donnerstag - sodass der Prozess am Oberlandesgericht Nürnberg in die nächste Runde gehen wird. Ein Gutachter soll nun den Wert des Kunstwerkes schätzen.

Der Künstler Babis Panagiotidis mit einem Poster seiner überlebensgroßen Pferdeskulptur "Hedon is (my) Trojaner".

(Foto: dpa)

So skurril der Fall auch klingen mag - der pferdezerstückelnde Garagenbesitzer ist nicht der Erste, der sich erlaubt hat, ein Kunstwerk zugrunde zu richten, sondern gliedert sich in eine lange Reihe kuriosen Kunstfrevels ein. Die Gründe für den Akt der Zerstörung sind dabei vielfältig. Von Unwissenheit über Ungeschick bis hin zur bewussten Zerstörung, die Kunstwelt hat schon einiges gesehen. Meistens ist das Werk nach der Untat bekannter als zuvor. Oft ist es für das Gemälde, das Graffiti oder wie in diesem Fall das Computertasten-Pferd dann aber zu spät - und es ist unwiederbringlich verunstaltet.