Umberto Eco im Interview Was von der Zeitung bleibt

1932 in Alessandria im Piemont geboren: Schriftsteller Umberto Eco

(Foto: CATH)

In Umberto Ecos neuem Roman "Nullnummer" reagiert der Schriftsteller auf die Zeitungskrise. Ein Gespräch über Nachrichten, das Lesen und die italienische Presse.

Von Lothar Müller

Wie lanciert man eine neue Zeitung? Wie frisiert man eine Nachricht? Wie nutzt man Andeutungen, um einen politisch missliebigen Gegner zu diskreditieren? Umberto Eco, geboren 1932 in Alessandria im Piemont, lange Jahre Professor in Bologna, hat gelehrte Bücher über sein akademisches Fachgebiet, die Semiotik, die Lehre von den Zeichen, geschrieben. Seit seinem Welterfolg "Der Name der Rose" ist er auch Romancier.

Umberto Eco ist aber auch ein Mann der Presse, hat Kolumnen für das Wochenmagazin L'Espresso und Artikel für Tageszeitungen geschrieben. Jetzt hat er eine fiktive Zeitung in den Mittelpunkt seines neuen Romans gestellt: "Nullnummer", gerade auf Deutsch im Carl Hanser Verlag erschienen, spielt im Italien des Jahres 1992, das politische Parteiensystem der Nachkriegszeit beginnt zu zerfallen, der Aufstieg Silvio Berlusconis steht bevor, und auch der Siegeszug des Handys und des Internet kündigt sich gerade erst an. Alte Gewissheiten zerfallen, dort, wo einmal starke Ideologien waren, tun sich Leerstellen auf.

Journalistenroman, der zugleich ein Kriminalroman ist

In dieser Übergangszeit hat Umberto Eco seinen Journalistenroman angesiedelt, der zugleich ein Kriminalroman ist. Denn es ist gefährlich, Zeitungen als Instrumente der Erpressung zu nutzen.

In seinem Landhaus in den Bergen der Region Marken spricht Umberto Eco mit der SZ über sein Leben mit dem Medium Zeitung, über den Schatten, den der "Duce" Benito Mussolini über das Italien der Nachkriegszeit geworfen hat, über seine Leidenschaft für die populäre Kultur der Krimis und der Comics, und über sein Interesse an Intrigen, Komplotten und Verschwörungstheorien.

Er erzählt, welche Zeitung er in seiner Kindheit gelesen hat, verrät, wo er die Namen für die Journalisten in seinem neuen Roman gefunden hat, erläutert, vor welchen Herausforderungen die klassische Tageszeitung im Zeitalter der Digitalisierung steht - und warum das Selfie das Zeug dazu hat, zu einem Symbol unserer Gegenwart zu werden.

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