Twitter-Umfrage Welche Farbe hat der Tennisball?

Gelb oder Grün? Das ist die zentrale Frage der aktuellen Tennisballkrise.

(Foto: mauritius images)

Grün? Gelb? Weiß nicht? Eine Umfrage auf Twitter bringt viele Menschen ins Grübeln und stellt ganz nebenbei alles Gelbliche zur Disposition.

Von Bernd Graff

Warum ist die Banane krumm? Biologen wissen, es hängt mit Sonnenlicht, Erdrotation und der Besetzung des bayerischen Kabinetts nach Seehofer zusammen. Kann man, muss man nicht wissen. Was an Bananen nie fragwürdig zu sein schien, ist ihre Farbe. Bananen sind ... gelb. Hat man über Generationen, Kontinente und Kulturen hinweg gedacht. Bis jetzt.

Dann kam Mitte Februar jemand auf die (natürlich aus purer Langeweile heraus geborene) Idee, eine Twitter-Umfrage zu starten. Nicht gleich zur Bananenfarbe, die muss hier als bedauerlicher Kollateralschaden in der sich anschließenden, hitzigen Debatte verbucht werden. Dem umfragenden Twitterer ging es um die Farbe von Tennisbällen. Harmlos, doch schon nach Stunden zeichnete sich ein - bis heute und nahezu 30 000 Stimmen später - konstantes Umfrageergebnis ab, das manche Kinnlade senkrecht zum Erdmittelpunkt zeigen lässt: 52 Prozent halten sie für "grün", 42 Prozent für "gelb", der Rest: "Weiß nicht".

Sofort wurden Erinnerungen an den Social-Media-Fummel aus dem Jahr 2015 wach, an das Kleid, das für manche blau-schwarz, für genauso viele andere aber gold-weiß, für den Rest wie immer: "Weiß nicht" war. Jedenfalls steht mit den Bällen nun alles Gelbliche zur Disposition, auch die Bananen, die ja alle grün, gelb und braun sind - je nach Reifungsgrad.

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Die Tennisballkrise aber rief Investigativjournalisten auf den Plan, die etwa herausfanden: Die Bälle neigen ins "Chartreuse"-Farbene mit der offiziellen "Pantone"-Farbkennzeichnung: 14-0445 TCX, Wikipedia glaubt, sie fluoreszieren, Amazon verkauft sie in allen Farben, und die "Internationale Tennis Föderation" erinnert lediglich daran, dass sie mal weiß oder schwarz waren (und nur mit dem Aufkommen des Fernsehens von 1972 an für den Zuschauer daheim an den Schirmen eingefärbt wurden). Na toll! Die Hersteller der Bälle: Wilson, Penn, Dunlop und andere, so hat es die Zeitschrift The Atlantic ermittelt, nennen sie "optisch gelb", was jetzt natürlich sofort die Erklärung eines Mediziners nötig machte, der salomonisch - und eben mit dem Bananenbeispiel - urteilte: "Die Bälle haben jeweils die Farbe, auf die sich das kollektive Wissen unausgesprochen geeinigt hat." Hat es ja aber eben nicht!

Also befragte man Roger Federer, der Mann ist Weltranglistenerster im Tennis, muss es also wissen, und der urteilte abschließend vor laufender Kamera: "Die sind doch gelb, oder?"

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