Die klare Niederlage wurmte besonders Peter Hahne. Der stellvertretende Leiter des ZDF-Hauptstadtstudios war stolz auf seinen Protestantenstolz und gab mit Hingabe den evangelischen Wadenbeißer.
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Für den Theologen, der die Leser von Bild am Sonntag unermüdlich per Kolumne traktiert, war immer dann Schluss mit lustig, wenn er katholische Geschichtsklitterung witterte. Petrus, der erste Papst? I wo, der sei nicht einmal katholisch gewesen. Der Vatikan im Mittelalter? Toll getrieben hätte man es da hinter Mauern, der "Luther-Film" habe es gezeigt.
Rote Kleider und geföhnte Dandys
Rot war übrigens Hahnes Krawatte, und rot war auch das tief ausgeschnittene Kleid seiner lutherischen Nebenfrau, Sonja Zietlow. Die Moderatorin von RTL war sichtlich zufrieden, zur Abwechslung einmal nicht Kakerlaken, Maden, Käsefrüchte aus dem "Dschungelcamp" anmoderieren zu müssen.
Früh entfuhr ihr: "Ich habe null Ahnung." Dann aber riet sie sich zur gewünschten Antwort: Die "Sinatra-Doktrin" habe Gorbatschow befolgt, als er den Staaten des Warschauer Paktes freie Hand gab - eben für "ihren Weg".
Ob damit ein Erkenntnisgewinn erreicht wurde, ist einerlei. Ersonnen nämlich wurde das ganze Format für jene Fernsehlichtgestalt mit der geföhnten Frisur, der dreifach vorgestellt wurde - als "der Mann, der alles weiß", als "der Geschichtspapst" und auch als "Professor Knopp".
Luther das "Allroundgenie"
Der Hochgelobte thronte in der Mitte des Raumes und freute sich sehr, dass auf den Zetteln vor ihm alle Antworten standen. Äquatorbreit wurde sein Lächeln nach jedem Kurzvortrag, energisch bog er den Oberkörper zurück, um triumphierend in die Runde schauen zu können. Martin Luther etwa, wissen wir nun, war ein "Allroundgenie": "Er hat gezeugt, geschrieben, reformiert." Sechs Kinder und eine Bibelübersetzung sind der Beweis.
Als auch die "große Finalrunde" mit acht zu vier an die beiden Katholiken ging, konnte Protestant Knopp nicht anders: Er musste das "solide barocke Weltwissen der Katholen" über den evangelischen Klee loben.
Und dann war endgültig, um mit einem ehemaligen Südtiroler Klosterschüler zu sprechen, "Ende, aus, Micky Maus."
Unmittelbar danach, so heißt es auf dem Mainzer Lerchenberg, warf der Herr Hirn vom Himmel.
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(sueddeutsche.de/fvk)
Wettmanipulation im Fußball
... auf Herrn Knopp ist mir unverständlich, davon abgesehen wird es auch zunehmend langweilig. Die von ihm konzipierten und moderierten Sendungen mögen in ihrer Aufmachung nicht nach jedermanns Geschmack sein, sie sind aber stets informativ. Man bleibt einfach dran. Auch die regelmäßig zu den Reihen erscheinenden Bücher lese ich sehr gerne. Das Fernsehen, auch das öffentlich-rechtliche, bietet im übrigen ungleich Schlimmeres zuhauf.
danke für den letzten satz! der kam so unerwartet, dass er mir einen kurzen schallenden lacher entlockt hat.
@Leonidas
Tschuldigung, habe mich verklickt. Denken Sie sich das rot weg und einmal mehr grün.
mit "Migranten" machen.
Sunniten gegen Schiiten, mal sehen wie lange das Studio stehenbleibt :-)
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