Am Samstag hieß es im Fernsehen wieder "Schlag den Raab": Stefan Raab ließ der Kandidatin Sonja keine Chance. Den modernen Mehrkampf beherrschen wir aber auch - eine Kritik als Stilübung.
"Schlag den Raab": Kandidatenauswahl sueddeutsche.de: Hexameter
Auch eine Form von Mehrkampf: die TV-Kritik von "Schlag den Raab" in 13 Stilformen - vom Sonett bis zur SMS. (© Foto: AP)
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Fleißig, der Stefan, versammelt den Hof, und seine Vasallen Eilen gerufen herbei mit großem Gepränge. Da kommen Viele stolze Gesellen von allen Seiten und Sendern, Matthi Opdenhövel und Max, der Mutzke, und alle die Besten. Denn der Stefan gedenkt mit allen seinen Baronen Zu gewinnen in Feier und Pracht; keine Schande Das dritte Mal am Bande. 500.000 Euro sind ausgelobt, Da sollte niemand fehlen und doch fehlt der Eine, Praktikant Elton, der Schelm!, der des Marathons Halben des Hofs sich enthält. So keucht seine Lunge nun Durch Manhattan. Raab aber stellte sich den versammelten Herrn. Alle wagten zu hoffen, doch das Publikum erwählte Sonja, Polizistin zu Detmold, soll schlagen Raab am Weltmännertag.
"Schlag den Raab": Schreien sueddeutsche.de: SMS, 160 Zeichen
servus leser, erstes spiel bei raab: schreien, lol. raab kreischt erstaunlich hoch, aber sonja schlägt ihn mit 130 dezibel wie ein düsenjet. ^^! beste grüße, c.
"Schlag den Raab": Wer ist das? - Gesichter erkennen sueddeutsche.de: Reportage zur Einsendung beim Egon-Erwin-Kisch-Preis
Wenn Spannung einen Geruch hat, dann stinkt es im Studio in Köln-Mülheim ganz gewaltig. Ehrgeiz und Nervosität brodeln unter den Scheinwerfern. Er sei "heiß wie Frittenfett" auf diesen Sieg, sagt Stefan Raab und setzt einen Punch in die Luft, wie ein Boxchampion, der um seine Glaubwürdigkeit kämpft: zwei Niederlagen, in Serie, in der eigenen Show - der Siegertyp ist angeschlagen. Aber er ist Wiederholungstäter, darin liegt für ihn die Rettung: Wieder stellt er sich einem Kandidaten im Modernen Fünfzehnkampf, riskiert es, sich zu blamieren. Das ist sein Weg. Raabs Weg.
Er hat mal wieder in Adrenalin gebadet, beim zweiten Spiel, dem Gesichterraten, ist der Showprofi nervöser als die Kandidatin, die heute zum ersten Mal vor einem Samstagabendpublikum steht. Er erkennt weder Wim Wenders noch Gordon Brown, ruft: "Fuck!" Dann arbeitet er sich wieder heran, unruhig, fuchtelnd, verzweifelt, und verliert doch. Nach dem Scheitern in den ersten beiden Spielen könnte er ein besonders harter Gegner sein: Denn was ist für einen Siegertypen motivierender als ein drohendes Loser-Image?
"Schlag den Raab": Autoball sueddeutsche.de: Limerick
Es war mal eine Beamtin aus Detmold Spielte Autoball gegen Pro Siebens Unhold Doch ihre Schaltung War lahmste Verwaltung Weshalb der Ball stets in ihr Tor rollt'
4. Disziplin "Schlag den Raab": Reaktion sueddeutsche.de: Innerer Monolog / Stream of consciousness
Ausgerechnet beim Autofahren zu verlieren. Jetzt Reaktionsspiel, auf die Reaktion kommt's an. Da vorne sitzen mein Mann, meine Schwester, wollen mich gewinnen sehen. Regina Halmich hat ihn fertig gemacht, das schaff ich auch. Jetzt setzen sie mir eine Brille auf, damit ich Raab nicht sehe. Hört sich an wie Phaserkanonen in "Star Trek", was er da macht. Komisch hier, Opdenhövel und seine Witze, würde lieber Yoga machen, den Sonnengruß, oder laufen. Jetzt Brille ab, ich muss auf die Kästen hauen, die aufleuchten. Kommentator labert, 'türlich mach ich Kampfsport; "Reichweitennachteile", so'n Quatsch. Licht schon wieder an. 3 zu 7. Na, prima. Jetzt in die Kamera lächeln.
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Dass andere schlechter sind macht Raab nicht besser ;o)
Er kann sich gut verkaufen und die Musik, die er schreibt, ist auf dauer zwar ziemlich langweilig(möchte sagen: man hört sich schnell satt daran), aber gar nicht so schlecht. Auch finde ich manchen Sachen die er gemacht hat richtig gut.(z.B. Projekt 'Grand Prix' mit wadde hadde dudde da, die 'WOK-Olympiade' oder 'Wir Kiffen'. Aber wer hört sich die Songs heute noch an? ;o)
Aber viele Sachen die Herr Raab gemacht hat, haben die Grenzen des guten Geschmacks derartig überschritten, dass er sogar das Privatsender-Niveau weit hinter sich gelassen hat. 'Schlag den Raab' finde ich persönlich ziemlich langweilig.
Ich habe seine Sendung solange verfolgt, bis er mir nach ein paar gröberen Geschmacklosigkeiten nur noch zutiefst unsymphatisch war.
Wer's mag... OK , aber von Kunst zu sprechen oder von Kultur in Zusammenhang mit den meisten seinen Aktionen halte ich doch für masslos übertrieben.
"Dieser unselige Privatfernsehen-Unterschichtenmüll ist so banal, dass es keiner Worte bedarf."
Nur, damit ich auch mal eine kleine Sekunde der großen kulturellen Erleuchtung erleben darf:
Wo ist denn der generelle Unterschied zwischen einer Sendung wie "Wetten Dass...?!" und "Schlag den Raab"?
Ich sehe da keinen generellen Unterschied und "WettenDass....?!" ist seit Jahrzehnten fester Bestandteil des Feuilletons.
Die Qualität dieses Kommentars von Herrn Kortmann bewegt sich zwischen BILD und BILD am Sonntag. Ich hoffe, dies bewegt ihn dazu, auch mal sonntags länger liegen zu bleiben.
Hier spricht Gustav Landauer! Eisner, schweige er still und beherzige er vielmehr die Inschrift auf meinem Grabstein: "Es gilt jetzt, noch Opfer anderer Art zu bringen, nicht heroische, sondern stille, unscheinbare Opfer, um für das rechte Leben Beispiel zu geben". Raab ist eben auch ein Anarchist, freilich von bescheidenem Geiste - aber: Wie sagte ich über die Anarchie und die Freiheit auch der "Unterschichten": " Es kommt keine Freiheit, wenn man sich nicht die Freiheit und die eigene Facon selber herausnimmt". Denke er daran, Eisner, der Mensch wird nicht besser, wenn er angepöbelt und in eine Erziehungsdiktatur gewungen wird!
Man mag den Raab als "Unterschichtenfernsehen" belächeln, aber jeder sollte zumindest anerkennen, dass Stefan Raab innovativ ist wie sonst keiner im deutschen Fernsehen. Was bringen die anderen Sender an Neuem zustande?
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