Als würde die Türkei ein EU-Mitglied casten: Til Schweiger sichtet Hollywood-Nachwuchs bei RTL - und fordert Orgasmus, Striptease und Lesbenkuss.
Was stört, ist dieser Tisch. Der Tisch, an dem diese drei Männer sitzen, die doch ganz offensichtlich Gespräche führen, wie sie am ehesten in einem feucht-warmen Dampfbad vermutet werden könnten: Es geht um Til Schweigers Vorlieben in Bezug auf Bikinifiguren, um Heiner Lauterbachs Erfahrungen mit der Länge von Orgasmen und dem Anfassen von Frauen bei Dreharbeiten.
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Eine dieser Nachwuchskräfte will Til Schweiger (Mitte) ganz groß rausbringen. (© Foto: RTL)
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Wozu also der Tisch? Ah, richtig, zwischen all diesen erotischen Erwägungen soll ja auch noch ein neuer Star gecastet werden. Nein, kein Model - auch wenn die angelegten Auswahlkriterien ("Ich find dich süß, dein Kleid gefällt mir, du fährst nach Amerika!") nicht sonderlich anders zu sein scheinen. Ist ja auch egal: Der Weg zum Ziel ist hart, die Gelegenheit ist einmalig und nur eine kann Germany's n... - pardon! - Filmstar werden: Til Schweiger verspricht, eine der zwölf Kandidatinnen nach Hollywood zu bringen - der Preis ist eine nicht näher definierte Rolle in der Fortsetzung des Kino-Hits "Twilight".
Und da taucht schon die nächste Frage auf: Til Schweiger ist ohne Zweifel einer der gefragtesten deutschen Schauspieler und auch als Produzent erfolgreich. Der große Durchbruch in Hollywood ist aber trotz ein paar Produktionen ausgeblieben. Warum also Mission Hollywood? Warum nicht Mission Babelsberg? Es ist ein bisschen so, als würde die Türkei ein neues EU-Mitglied casten.
Hollywood also. Til hat sich ein paar Aufgaben einfallen lassen, mit denen die Mädchen (ja, die heißen hier auch so) ihre Eignung für diese große Aufgabe unter Beweis stellen können: einen Orgasmus vortäuschen, strippen, eine andere Frau küssen. Was man eben so braucht in Hollywood. Und "es warten auch andere körperliche Herausforderungen", verspricht Til. Das glaubt man gerne.
Vernuschelte Lebensweisheiten
Doch bevor es dazu kommt, werden erst mal ein paar Psychospielchen gespielt - wäre doch gelacht, wenn nicht in der ersten halben Stunde jemand weinen würde. Als Mann fürs Grobe hat Til Schweiger den Schauspiel-Coach Bernard Hiller an seiner Seite. Der erklärt Margarita, sie sei leider ein Opfer-Typ, Julia fehlt angeblich die Feminität. Also, geht doch.
Schweiger selbst schaut sehr viel weniger streng als die Klum: Offenbar hat er dann doch keine Lust, als böser Wolf in die Fernsehgeschichte einzugehen, der zusammen mit der gestrengen Heidi den weiblichen deutschen Nachwuchs in seine zartgliedrigen Einzelteile zerlegt hat. Dafür hat er ein paar vernuschelte Lebensweisheiten ("Persönlichkeit kommt von innen!") für seine Mädchen parat und wünscht sich, dass sie etwas von ihm lernen.
Und dann wird gestöhnt, gestrippt, geküsst. Die weichgezeichnete Optik der albernen Vorspiel-Szenen erinnern dabei weniger an einen Kino-Blockbuster als an ein RTL-Comedy-Format: Man wartet nur darauf, dass den küssenden "Lesben" eine Taube auf den Kopf macht. Lustig auch, wie Schweiger seinen Kandidatinnen die zu übenden Filmszenen erklärt: Bei Meg Ryans vorgetäuschtem Orgasmus sei besonders wichtig herauszuarbeiten, dass sie ihr Gegenüber total toll finde. Blöd nur, dass Sally ihren Harry an dieser Stelle des Filmes noch gar nicht ausstehen kann. Vielleicht hätte der selbst ernannte Schauspiellehrer sich dann doch die Mühe machen sollen, die Filme vorher nochmal anzuschauen.
Und da ist es wieder, das Dampfbad-Gefühl: Gast-Juror Lauterbach und Schweiger hängen lässig in ihren Sesseln, Lauterbach fordert hie und da eine Kandidatin auf, doch bitteschön an ihrer vernachlässigten Erotik zu arbeiten.
Wird sonst angeblich nach Gesangs-, Tanz- oder Laufstegtalent gecastet, ist man hier zumindest ehrlich: Gewinnen kann nur, wer sich am überzeugendsten als Sex-Objekt verkauft. Schweiger lässt von der Besetzungscouch, quatsch, vom Besetzungstisch wissen, da habe auf seiner Erotik-Skala "schon was ausgeschlagen". Und man wird den Eindruck nicht los, dass die "Mission Hollywood" damit eigentlich schon erfüllt ist.
In seinem Roman „Canale Mussolini“ erzählt Antonio Pennachi von der Trockenlegung der pontinischen Sümpfe im italienischen Faschismus. Jetzt lesen ...
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(sueddeutsche.de/rus)
warum schweigt er nicht einfach und vergnügt sich mit snoopy?
Warum nicht gleich einen Porno drehen - wäre ehrlicher und damit einiges weniger respektlos den Kandidatinnen gegenüber, dann wärs wenigstens klar kommuniziert, was RTL und Schweiger von Frauen oder Schauspielerinnen halten & erwarten.
Niveaulos ist ja ganz lustig, was jedoch der Schweiger und der Lauterbach von sich geben ist meiner Meinung nach so schmierig und sinnlos , dass es alle Formate toppt.
Schadenfreude umso mehr, also dass sie es auch so richtig schlecht machen. Ein Schauspieler ist eben auch nicht unbedingt ein guter Moderator.
Frage: Sollte ein Moderator nicht wenigstens fliessend sprechen können?
Warum hat Schweiger nicht einen guten Texter bekommen & etwas geübt? Hat wohl einfach das Wort entzückend (oder war es reizend - ich kann mich nicht mehr erinnern) auswendig gelernt und sonst keine Unterstützung von einem Writer? Geizig Geizig aber auch! - Dabei weiss doch RTL vom Dschungelcamp, dass man damit so ziemlich alles aufwerten kann. Ok, Perle vor die Säue werfen wäre das wohl beim Schweiger gewesen, denn Sätze länger wie 4 Worte sind für ihn leider unmöglich.
Ist wohl weil er den Mund ganz schön voll nimmt in seinem Trailer von wegen auf Du und Du mit Tarantino und Co..oder ist es der Sabber ab all diesen reizenden Mädchen, der ihn beim Sprechen behindert? Jetzt verstehe ich auch endlich warum in der Frauenabteilung von H&M Unterwäsche mit Snoopy drauf verkauft wird. Gibt wohl tatsächlich Männer, die auf Frauen stehen, diese aber als Mädchen sehen müssen, damit sie sich als Männer vorkommen.
@FredII:
Vielleicht sind Sie noch nicht so motiviert: es geht ja auch nicht um Till S. allein. Es geht um das, was sich tagtäglich in den Bildmedien präsentiert und offensichtlich das Volk so welk macht.
Wer von Deutschland heute etwas ins Bild bringen will, was über das hinweggeht, das sich tagtäglich auf den Straßen und Wegen bietet, der muss es mit Castings tun: denn das Volk zeigt sich in einem katastrophalen Zustand.
Das war vor über dreissig Jahren ganz anders.
Wer dafür keine Augen hat, der soll es sein lassen. Vielleicht kapiert er dann, wenn ihm anderen den Spiegel vorhalten oder er selbst in Not geraten ist.
cc.
Was soll das, ein Urteil allein aufgrund dieses einzigen S Z - Berichtes zu fällen!
Es sind zehntausende Artikel und direkte Beobachtungen über mehr als drei Jahrzehnte hinweg, die so ein Urteil erlauben.
Was kann unsere Seite dafür, dass wohl die meisten Schreiber/Leser geschlafen haben?
Vielleicht wäre interessant zu erfahren, was Sunshine in den Jahrzehnten so tat.
Wir jedenfalls haben alles offen präsentiert (fm-tv.net).
Wer richtig vorausschrieb, der liegt richtig.
cc.
Ja da geb ich dir recht elliott ;)
Wers nicht gucken mag, soll es eben ignorieren... und derartige Sendungen und Leute, die sich nicht maßlos darüber aufregen mit Untergang der Menschheit und Geschehnissen von 1933 zu vergleichen.... Tja, armes Volk ;)
Alle gucken es um danach darüber zu lästern... sehr amüsant ;) Die Show-Macher haben ihr Ziel erreicht!!!
Pro Sieben... Casting Shows... Til Schweiger... dumme, celebrity-süchtoge Tussis in schlimmen Klamotten... es gibt doch wirklich so Abende / Momente, an denen das durchaus unterhaltsam ist - für max. 10 Minuten. Warum die ganze Aufregung?
Abgesehen davon: ich fine, dass ca-canaris unbedingt ein eigenes TV-Format bekommen sollte.
Paging