Hans-Dietrich Genscher, wie gewohnt im im eidottrig-gelben Pullunder, war zu einer Zeit Außenminister, als sperrige Vornamen noch nicht als schwer vermittelbar galten. Unter ihm kam die deutsche Einheit zustande, später half er dem Euro auf den Weg. Trotz Terrorgefahr, Klimawandel und Finanzkrise sieht er die Aktualität der alten Themen und mahnt, die internationale Abrüstung nicht zu vergessen.
(© Foto: dpa)
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Weil Egon Bahr als einziger Gast nie Außenminister war, darf er erklären, warum die Politiker in diesem Amt oft so beliebt sind: "Die Leute wollen ihre Ruhe haben und Außenminister polarisieren nicht."
Heute jedoch sei das Amt umfassender als früher: Ein Außenminister müsse sich inzwischen auch mit Fragen der Sicherheit oder internationalen Wirtschaftsbeziehungen auseinandersetzen. Der 86-Jährige stellte unter Willy Brandt die Weichen für die deutsche Ostpolitik.
Weißhaariger Schulbub
Drei politische Silberrücken sitzen also da bei Sandra Maischberger, reden über alte Zeiten und geben Tipps für die Neuen. Frank-Walter, oder besser "Frankie", sitzt dabei wie ein weißhaariger Schulbub und lauscht mit nach vorne gebeugtem Oberkörper. Erst später kommt er wieder zu Wort, als es um den Konflikt zwischen Israel und der palästinensischen Hamas geht.
Lässt sich Bahrs legendäre Formel vom "Wandel durch Annäherung" auf die Lage im Gaza-Streifen übertragen, um so mit der Hamas ins Gespräch zu kommen? Viele Zuschauer dürften hier bereits zum ZDF gewechselt sein, wo politische Aufreger in "Neues aus der Anstalt" leichter verdaulich verabreicht werden.
Dabei hatte sich Moderatorin Maischberger bemüht, die Drei-Außenminister-Sendung mit einer filmischen Auswahl mehr oder weniger bedeutender Momente der deutschen Außenpolitik aufzulockern: Genschers Rede auf dem Balkon der deutschen Botschaft in Prag - ein roter Farbbeutel, der in Joschka Fischers Genick zerplatzt.
Erst als es gegen Ende um mögliche Koalitionen nach der Bundestagswahl geht, redet die Runde auf einmal so wild durcheinander, wie man es von Maischbergers Gästen kennt. Fehlt nur noch ein aufgeregter Guido Westerwelle - als möglicher nächster Außenminister.
Vor kurzem hatte Steinmeier bei der Vorstellung einer Westerwelle-Biografie schon so deutlich um die Gunst des FPD-Chefs gebuhlt, dass es dem Liberalen fast angst und bange wurde. Auch Fischer, Genscher und Bahr können sich eine sozialliberale Konstellation nicht vorstellen.
Auch wenn er vielleicht nie Kanzler wird, über die nötige Allgegenwärtigkeit verfügt Frank Steinmeier bereits: Kurz vor der Sendung war er in einem Tagesthemen-Interview zu sehen - live aus Bagdad. Er kann das.
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(sueddeutsche.de/jja/odg)
Staatsbesuch in Israel
Wer das mit ja beantwortet, kann doch Steinmeier die gleiche Befähigung nicht absprechen. Die Frage sollte doch nicht sein, ob es jemand grundsätzlich kann (davon sollten wir bei Kanzlerkandidaten ausgehen), sondern ob er es gut kann. Aussitzen alleine, wie Kohl es machte und Merkel übernommen hat, reicht in einer Krisensituation nicht. Ich traue da Steinmeier mehr zu. Oder z.B. Wulff, wenn er die Chance bekäme. Ein Wechsel kann jedenfalls nur positiv sein. Mit bloßem Rumgemerkel wird die Krise nicht in den Griff zu bekommen sein, klare Richtungsentscheidungen und schnelle Reaktionen sind gefragt, und das kann Angela nicht, wie doch wohl inzwischen offensichtlich geworden ist. Time for a change!
Ich glaube, Frau Maischberger kann es ganz einfach nicht. Sie beherrscht ihr Metier nicht. Dass sie sich als Kanzlermacherin geriert, egal. Man wird die Sendung schnell wieder vergessen haben. Und die meisten haben sie ja ohnehin nicht gesehen - trotz "Star"besetzung.
Warum müssen eigentlich TV-Talks noch mal nacherzählt und kommentiert werden? Früher gabs sowas nicht, und ich glaube, Spiegel Online hat mal damit angefangen. Klar, eine schöne Gelegenheit zum Glossieren und Fabulieren für den Redakteur - aber sonst? Wem´s wichtig ist, der hat sich´s sowieso angeschaut, und sollte tatsächlich mal was Bedeutendes passieren (Handgreiflichkeiten, Rücktritte etc.) reicht ja eine Meldung.
Ich hätte auch nix dagegen, wenn diese Art der Polit-Talks ganz eingestellt wird, Grüß Gott Frau Illner. Denn was bleibt schon davon außer der Erkenntnis: talk is cheap? Schade um den schönen Sendeplatz. Ich würde mir viel lieber einen alten Tatort oder was über Suppenschildkröten anschauen.
@DerWeisseWal: Ja mit Satzzeichen hatte ich es noch nie wirklich. Aber ich schreibe ja deshalb auch keine Zeitung.... Und ich bleibe dabei ich finde solche Vertrapatonungen der Sprache ala "Kann "Frankie" Kanzler?" einfach furchtbar.
Und wen Neudeutsch in 50 Jahren tatsächlich so klingt dann zeigt das mehr als nur einen Sprachwandel. Es wäre einfach traurig und fördert dum.mheit und kälte. Schauen sie mal den hier...
http://www.youtube.com/watch?v=6_43S3lgq2Y
...Das ist hier die Frage!"
Mal ehrlich: Wenn man sich den Herrn Steinmeier ansieht und dann einen alten Wahlkampffilm von Schröder bei Youtube betrachtet, kann man nur zu einem Schluss kommen: Wer wen imitiert ist absolut nicht festzustellen. Es sind definitiv Zwillinge. Aber seis drumm. Den Schröder will ich nicht wieder haben. Aber den Steinmeier genausowenig wie Angela. Ich will jemanden, der dieses Land schnell kaputt macht, damit wir es wieder aus der Asche heben können. Ich wähle ganz rot! Links! Neee Linkese! Linkeste...
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