Gut, die Benefiz-Aktion "Aua am Finger" verdeutlichte vergnüglich, wie bereitwillig sich die Deutschen von vermeintlichen Hilfsaktionen das Geld aus der Tasche ziehen lassen, sobald Weihnachten ist. Aber das ist nun kein Problem, das sich gerade auffällig aufdrängen würde.

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Wäre das abgelaufene Krisenjahr nicht ein wahres Füllhorn parodiefreundlichen Zeitgeschehens gewesen? Wie gerne hätte man Engelke als Guttenberg, Pastewka als Steinmeier oder zumindest einen von beiden als Florian Silbereisen gesehen - um in der feucht-fröhlichen Familie der Volksmusik zu bleiben. Stattdessen: Whitney Houston, die sich eigentlich selbst schon zur Genüge demontiert hat ("Houston, wir haben ein Problem") und Desiree Nick, bei der eine Parodie sich ebenfalls erübrigt.

Genauso Gregor Gysi: Engelke selbst und die Maske holten alles raus, was möglich war, doch man wurde den Eindruck nicht los, dass jeder echte Auftritt des Linken-Politstars lustiger ist als dieser. Und bis man erkannt hatte, dass an anderer Stelle Joachim Löw gemeint war, war der Sketch auch schon wieder vorbei.

"Lebenslustig" dank Kirschwasser

So blieb der Abend nicht anhaltend so perlend, wie man es sonst von Anneliese und Wolfgang gewohnt ist, sondern versank eher in Kirschwasser-Absacker-Mentalität, wie ihn der "lebenslustige" Wolfgang auch der armen Whitney aufdrängte, die sich anschließend auf der Bühne bei ihm bedankte, dass er sie wieder dem Alkohol zugeführt habe.

Profis, die die beiden sind, hätten sie sich ruhig größere Opfer suchen können - gemeinsam hätten sie sie erlegt. Und zusammen mit dem wohligen Gefühl, dass man auch während des sonst so angestrengt besinnlichen Weihnachtsfestes nicht zum Lachen in den Keller gehen muss, wäre man froh gewesen, dass im deutschen Fernsehen so etwas wie Anarchie möglich ist.

In einem Interview hatte Pastewka vorab berichtet, dass sie sich diesmal Charaktere gesucht hätten, die sie in der Vorbereitung auf die Sendung "angesprungen" hätten. Aber anspringen scheint nicht genug zu sein.

Anke Engelke ist immer noch eine der besten Kömodiantinnen, die die Mattscheibe zu bieten hat, und Bastian Pastewka der perfekte Partner. "Wolfgang und Anneliese" sind für sie ein ähnlicher Volltreffer wie es einst Königin Beatrix für Hape Kerkeling war. Wenn ihre Redaktion das jetzt noch erkennen und sich aber nicht ausschließlich darauf verlassen würde, könnte das eine Wahnsinns-Mischung werden - im Jahr 2010.

Angehende geeignete Parodie-Opfer mögen sich bitte bis dahin und rechtzeitig dort melden, damit sie auch gefunden werden. Bis dahin: Fröhliche Weihnachten!

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  1. Spring! Mich! An!
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(sueddeutsche.de/rus/jab)