Mentalist Uri Geller wollte ganz Deutschland via TV vom Rauch befreien. Es klappte - weil sich vor Langeweile eingeschlafene Menschen keine Zigarette anzünden können.
Was für eine Ankündigung: "Uri Geller will Millionen Raucher bekehren!" So stand es am Nachmittag auf der Homepage von Pro Sieben. Nachrichtenseiten, die sich selbst als seriös betrachten, übernahmen die Sender-Überschrift brav, als wäre sie in Stein gemeißelt und nicht aus schwarzen Pixeln.
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Nahm den Mund wieder voll: Uri Geller. (© Foto: dpa)
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Ist aber auch eine Neuigkeit, wenn der israelische Löffelbieger verkündet, er wolle Deutschland rauchfrei machen. Spricht sich sicher rum. Einfaches Kalkül der Kampagne: Wenn nur ein Drittel der deutschen Raucher einschaltet, könnte Pro Sieben die durchwachsenen Quoten (zuletzt 3,3 Millionen) verdoppeln. Ein Hoch dem viralen Marketing.
Moderator Stefan Gödde verkündete am Anfang der Sendung: "Sie werden besser riechen. Sie werden schneller laufen. Sie werden besser aussehen." Wenn er gedurft hätte, dann hätte er auch noch gesagt, dass die Zuschauer eine Million Euro verdienen und den Nobelpreis gewinnen werden.
So aber holte er nur Uri Geller auf die Bühne, der sogleich in seinem ihm typischen Mix aus Wanderprediger und Motivationstrainer erklärte: "I'm always energized!" Um seine Erfolge in der Vergangenheit zu demonstrieren, schalteten Gödde und Geller ins N24-Studio. Dort wurden drei Home-Videos von Zuschauern gezeigt, die Löffel bogen.
Ein Blick ins Internet zeigt andere "Erfolge" von Geller: Er prophezeite einen Erfolg der englischen Nationalelf bei der Fußball-EM 1996 gegen Deutschland. Das Spiel endete bekanntermaßen mit einem Sieg der deutschen Elf.
Bis zur großen Entwöhnung sollte es allerdings dauern, schließlich ist "The Next Uri Geller" eine Casting-Show. Nur soll kein Superstar, Tanzbär oder Topmodel gesucht werden, sondern ein würdiger Nachfolger des Mentalisten-Millionärs. Als Promi-Zeugen waren geladen: Monrose-Sängerin Senna ("Ich glaube an das Spirituelle!"), Moderator Oli P. ("Ich hab's wirklich gesehen!") und die ehemalige Boxerin Regina Halmich ("Es gibt was zwischen Himmel und Erde!") Das Trio war bei jedem Trick der Nachwuchs-Gedankenleser so begeistert, als hätte man ihnen gerade erzählt, Außerirdische wären direkt vor dem Studio gelandet.
In Wahrheit jedoch waren die Darbietungen so interessant wie das Anstehen an einer Supermarktkasse am Freitagabend. Lämmermann-Lookalike Alexander Hartmann klärte im Fortgeschrittenen-Cluedo einen fiktiven Mord auf. Das Promi-Trio durfte sich Ort, Tatwaffe und Mörder ausdenken - Hartmann wusste schon vorher, dass es Kermit mit einem Nudelholz in Sydney war.
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- Eine kleine Nachtkritik Auf Biegen und Brechen 08.01.2008
- Uri-Geller-Video auf YouTube Der Kampf um den Löffel 19.09.2007
der Beitrag, nicht die Sendung, ich selbst habe sie bis jetzt noch nicht gesehen.
Aber das was ich hier gelesen habe gibt meine Einstellung wieder.
Musste sofort an den Marcel denken :-))
Naja, solange die Menschen den Schrott anschauen, wird Pro7 den "Wunderknaben" wohl oder übel ausstrahlen.
Gott sei Dank habe ich die Macht über meinen Fernseher!
"Er lobte jeden seiner Padawan-Schüler ("Perfekte psychologische Manipulation!") und weißt immer wieder darauf hin, ...."
unfassbar. das geht nicht mehr als tippfehler durch.
vielleicht könnten die zensurbeauftragten nebenbei noch ein bisschen rechtschreibprüfung machen? zum glück gibt's dinge die computer-rechtschreibprüfung nicht findet, hehe;-)
Diese Sendung ist genauso überflüssig wie die dazu geschriebenen Kommentare (meiner einbegriffen).
- Uraltes Prinzip der Taeuschung (fast jeder Zirkuszauberer hat bessere Tricks)
- Gekaufte Promis (was duerfen sie wohl NICHT sagen?!)
- Massive Werbung samt Auferstehung eines seit 20 Jahren vergessenen "Stars"
- Bauen auf Medienrummel (hat geklappt)
So einfach macht man Programm fuer unterbelichtetes Publikum.
na ja, dann etwas einfacher: Mich interessiert die Sendung nicht und der permanente Hinweis Stunden vorher im Programm von Pro7 nervt mich tierisch.
Komisch, ich hab das böse Wort doch gar nicht ausgeschrieben ...
Paging