Einen gut vorbereiteten Eindruck machten die Niedersachsen, bestehend aus der fünfköpfigen Rock-Band Madsen, und die Berliner, vertreten durch einen der Favoriten des Abends: Culcha Candela. Rheinland-Pfalz mit Peilomat und Baden-Württemberg mit Laith Al-Deen wirkten zu konturlos, um später in den oberen Plätzen mitmischen zu können. Größte Erwartungen weckten die Sportfreunde Stiller - und waren darum umso enttäuschender. Peter Bruggers Stimme war der Situation einfach nicht gewachsen, die Intonation hielt nicht stand. Auch dem Beitrag von Nordrhein-Westphalen - dargeboten von der Girlie-Gruppe Sisters - fehlte es an effektvollen Einfällen oder stimmlicher Qualität.

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Entscheiden sollte sich der Ausgang des Abends zwischen zwei Formationen aus dem Osten der Republik. Denn später, als in die einzelnen Länder zur Punkteverteilung geschaltet wurde, kämpften Thüringen und Brandenburg Kopf an Kopf um den Sieg. Für Thüringen trat Clueso auf. Ein junger attraktiver Mann, der auf Grönemeyers Unterstützung zählen durfte, allerdings einen ziemlich lau-warmen und unspektakulären Song zum Besten gab. Brandenburg war mit der Band Subway to Sally anwesend und repräsentierte das konzeptuelle Gegenteil: Schwarz gekleidete Musiker schmetterten einen düsteren Metal-Song. Mit diesen beiden Konkurrenten als mögliche Siegesanwärter hätte vorher wohl niemand gerechnet.

Der zweite Gewinner hieß Stefan Raab

Die Spannung stieg. Niedersachsen sollte das Zünglein an der Waage sein. Als in das letzte Bundesland geschaltet wurde und Christian Wulff die entscheidende Punkteverteilung verkündete, entschied sich die Zitterpartie: Brandenburg gewann überraschend mit einem Pünktchen Vorsprung. Subway to Sally traten mit einem ungewöhnlichen Song auf, der anscheinend auf der Erfolgswelle des letzten Jahres ritt. Nach dem Gewinner des Bundesvision Song Contests 2007, der Rock-Formation Oomph!, bleibt mit Spannung zu erwarten, wie dunkel die nächsten Jahre ausfallen werden. Selbst Stefan Raab schien überrascht, hatte aber keinen Grund zu trauern.

Denn er war der zweite Gewinner des Abends. Mit seinem Konzept hat er das europäische Original, den Eurovision Song Contest, an Spannung übertroffen. Warum sonst sollte die offizielle Internetseite des NDR auf einen Blog verweisen, in dem vor Verwechslungen gewarnt wird? Eine zynische Entwicklung, die nicht nur Raabs Instinkt für den Erfolg schmeicheln sollte. Vielleicht wird auch die offizielle Seite des Olympischen Komitees bald ein Post Scriptum für deutsche Nutzer verfassen müssen, in dem ausdrücklich erläutert wird: Nein, ein Wok-Rennen sei keine olympische Disziplin.

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