In einer Frage blieb Westerwelle trotz diplomatischer Floskeln hart: Die Vertriebenen-Präsidentin Erika Steinbach soll keinen Platz im Stiftungsrat der Bundesstiftung "Flucht-Vertreibung-Versöhnung" erhalten. Westerwelle erinnerte daran, dass die CDU-Politikerin 1990 gegen die Anerkennung der deutsch-polnischen Grenze gestimmt habe. Es sei "wenig verwunderlich", dass dies in Polen für Misstrauen sorge. Wenn es um das Interesse des Landes und die Beziehungen zum Nachbarland gehe, müssten persönliche Interessen zurückstehen.

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Ansonsten bleibt Westerwelle entspannt. Seine mangelnden Englischkenntnisse und die Witze darüber ("Das macht mir Spaß"), seine Strebsamkeit ("Das mit dem strebsam, ja das stimmt doch") und seine Zeit als Spaßpolitiker - da kann er nur lachen.

Nur einmal entfährt ihm ein erschrecktes "Oje": Beckmann hat Westerwelles ehemaligen Deutschlehrer aufgetrieben. Ob dessen Aussage in das neue Bild des gefühlvollen, staunenden Politikers passt, der gerne von den Tränen erzählt, die ihm beim Anblick der Bilder vom Mauerfall gekommen sind?

Als Schüler ein Spaßvogel

Der Deutschlehrer sieht Parallelen zwischen dem Schüler Westerwelle und dem Spaßpolitiker Westerwelle, der mit einer "18" auf der Schuhsohle herum gelaufen ist. Dass der FDP-Parteichef einmal ein ernsthafter Diplomat werden würde, sei damals nicht zu erkennen gewesen.

Auch zu Schulzeiten habe es unter den Schülern stets zwei Lager gegeben, erzählt der Lehrer - pro und contra Westerwelle. Na, wenn das alles ist. Beckmann, nach acht Talkrunden mit Guido in all den Jahren schon sehr vertraut und welpennett, hätte vielleicht noch ganz andere Lehrer auftun können. Den Englischlehrer zum Beispiel.

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(sueddeutsche.de/mikö/mati)