Türkische Kunstszene Vorstellung von Gesellschaft

Istanbuls Kunsthaus "Salt" schließt, angeblich aus technischen Gründen. Und doch drängt sich der Eindruck auf, dass politischer Druck ausgeübt wurde auf eine dezidiert kritische Kultur-Institution.

Von Ingo Arend

Heruntergelassene Rolläden, die drei Eingangstüren verschlossen. Wer Istanbuls Einkaufsmeile İstiklal Caddesi entlangschlendert, stutzt. Denn an dem eleganten weißen Bürgerhaus mit der Hausnummer 136, wenige Schritte von der historischen Tünel-Bahn entfernt, sind die sonst tagtäglich weit geöffneten Glastüren geschlossen. Seit Beginn des Jahres hat "Salt Beyoğlu", das mondäne Kunst- und Ausstellungshaus, geschlossen. Besucher werden auf den zweiten, kleineren Standort von "Salt" in dem historischen Gebäude der Ottoman-Bank in Galata verwiesen.

"Die coolste Stadt der Welt". Nur zehn Jahre ist es ...