"Wo ist der goldene Sarg?": In der weltweiten TV-Übertragung der Trauerfeier für Michael Jackson trifft Hilflosigkeit auf Kitsch.
Der Körper, dessen Zustand zu Lebzeiten so viel Anlass zu Spekulationen bot, blieb auch im Tod ein Rätsel: Wo ist Michael Jacksons Leichnam? So lautete am Dienstag die wichtigste Frage zu Beginn der weltweiten Live-Übertragung der Trauerfeier für den am 25. Juni verstorbenen Musiker, den sie seitdem wieder King of Pop nennen.
Trauernde Jackson-Geschwister Janet, Randy, Tito, Marlon, Jackie und Jermaine im Staples Center in Los Angeles: Eine auf den ersten Blick großzügig-pietätvolle Geste (© Foto: AP)
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War er schon unter der Erde, fest einbetoniert, um vor Grabräubern sicher zu sein? Würde er also zu seiner letzten Show gar nicht erscheinen?
Schließlich wurde sein goldener Sarg doch noch vom Forest-Lawn-Friedhof, wo eine Familienandacht stattgefunden hatte, 20 Kilometer weit über den gesperrten Freeway zum Staples Center in Los Angeles transportiert. Im Fernsehen sah man das aus Perspektive der Hubschrauber-Kamera, die man sonst nur von dokumentarischen Verbrecherjagden kennt: ein Konvoi schwarzer Limousinen, der goldene Sarg funkelte durch die Heckfenster des Leichenwagens.
"Wie reagieren die amerikansichen Medien auf diese Bilder?", fragte die Moderatorin des Nachrichtensenders n-tv, um diese Reflexion sogleich selbst zu überbieten: "Gut, dass Michael nicht mehr mitbekommt, dass sein Sarg einbetoniert wird."
Für einen globalen Star konnte es nur eine globale Trauerfeier geben, die seine Fans für Stunden vor den Fernsehern und dem Internet-Livestream vereinte. Um ihm näher zu sein, hatten wir ein letztes Mal den weißen Handschuh angezogen - oder zumindest die weißen Tennissocken. Die Jackson-Familie gewährte allen Fernsehsendern eine kostenlose Übertragung, eine auf den ersten Blick großzügig-pietätvolle Geste.
Doch bei diesem Fernsehgottesdienst mit vermutlich mehr als einer Milliarde Zuschauer handelte es sich um einen 150-Minuten-Werbeclip für ein Comeback, das eines der erfolgreichsten "Comedeads" der Musikgeschichte werden könnte. Wie Elvis Presley wird Michael Jackson vielleicht tot noch mehr Geld verdienen als lebendig.
In allen Sendern, von dem mit der Live-Berichterstattung betrauten ARD-Boulevardmagazin "Brisant" über N24, n-tv, BBC und CNN bis zur thematisch überforderten Karen Webb im ZDF, wurden "Weggefährten" interviewt. Wenn sie ihn alle so gut kannten, wie sie jetzt behaupten, dann saß Michael Jackson keineswegs vereinsamt in Neverland, sondern hatte vor lauter Händeschütteln und Schulterklopfenlassen keine freie Minute zum Karussellfahren.
Konzertveranstalter, PR-Onkel, Musiker, Boulevard-Journalisten, alle wollen ihm wahnsinnig nah gewesen sein und immer "einen ganz anderen Michael Jackson" kennengelernt haben. Doch die zum heiligen Ernst aufgeblasene persönliche Betroffenheit wird der Realität eines Unterhaltungskünstlers, den wir nur als Star, nicht aber als Menschen kannten, nicht gerecht.
Man war froh, als die Jackson-Brüder den Sarg mit weißen Handschuhen ins Staples Center getragen hatten, und die Show endlich begann. Stevie Wonder sang, Mariah Carey, deren naturgegebenes Drama-Queen-Pathos nie besser passte, und Jennifer Hudson traten auf, Lionel Richie schmuste eine zarte Melodie. Sie verwandelten die Trauer der Fans in Musik, das Einzige, das in solchen Momenten hilft: Als Paul McCartney vom Tod John Lennons erfuhr, ging er ins Studio und hörte ihre alten Songs. Der schlaue Herr Lennon hat auch eine Zeile gedichtet, die gut als Motto über das Jackson-Memorial gepasst hätte: "Everybody loves you when you're six foot in the ground."
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Ich finde, dass derartige Meldungen nicht in dieses Forum gehören.
Gerade habe ich eine Mail erhalten, mit folgendem Angebot:
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Hat jemand Interesse?
Bei all der Michael Jackson- Kritik, die nicht nur hier großflächlich um sich greift und angesichts des Prangers, an den die geldgierige Musikindustrie nun in Erwartung eines After-Dead-Aufschwungs gestellt wird, frage ich mich ernsthaft, wer denn die Menschen sind, die 24 Singels und 9 Alben in die aktuellen Charts kauf(t)en. Das will dann auch wieder keiner gewesen sein.
Genauso wier: derartige Pressemitteilungen satt sein, aber trotzdem lesen (um sich dann wieder aufzuregen). tztztzt
Während sich einige davon anstecken lassen, MJ's künstlerische Leistung (Gesangliche Interpretation, Tanz, Innovation) an einer imaginären Skala der globalen künstlerischen Leistungen einer afro-amerikanischen geprägten Elektrik- u. Studio-Popularmusik zu messen, richten andere ihr Augenmerk auf das scheinbar despotisch-patriarchalisch geprägte Elternhaus des Entertainers, dessen frühes Talent Musikindustrie u. Investoren der Showbranche bis in alle nie zuvor da gewesenen Möglichkeiten nutzten, um sich selbst zu bereichern u. mit der Aura des materiellen Erfolgs u. personifizierten Ruhms eines Einzelnen zu schmücken. Fans müssten deshalb, bei aller nachvollziehbaren Würdigung des Künstlers MJ, die Kraft aufbringen sich selbst teilweise als Opfer der medialen Inszenierung eines Künstlers zu sehen, der von etlichen Werbestrategen zm King of Pop gekürt wurde als der er weiter in den Gazetten geführt werden wird. Wenn dies gelänge, wäre auch eine kritische Haltung gegenüber den privaten Nöten, Wünschen u. Vorlieben des Künstlers möglich.
Zweifelsohne geht mit der Erfolgsstory des Wunderkinds zum erwachsenen Michael eine irritierende Veränderung des geistigen und körperlichen Wesens des Künstlers einher. Seine noch anfänglichen Erprobungen kosmetischer Veränderungen, die die mitgebrachten Gene und familiären Wurzeln immer mehr vertuschen, verändern sich drastisch als sein Körper die immer häufigeren plastischen Veränderungen nicht mehr auf natürlichem Wege ausheilen können. An dieser Stelle, wo MJ angesichts seiner plastischen Veränderungswünsche seinem Körper mehr zumutet als dieser noch ertragen kann, beginnt ein verhängnisvoller Wendepunkt. Alles Geld der Welt kann dieses spürbare Unglück nicht revidierbar machen. MJ gesteht sich diese Überbeanspruchung, dort wo er nicht mehr vom Vater vergewaltigt wird, sondern von seinen eigenen Körperwunschvorstellungen geplagt und eingeholt wird, nicht ein. In einem TV-Interview ist diese Schizophrenie so bedauerlich anzusehen, dass einem klar wird, dass wir hier nicht nur einen Ausnahmekünstler, sondern einen überaus bemitleidenswerten Menschen finden, dem unser ganzes Mitgefühl u. unsere ganze Sympathie gehört. Eine Sympathie, die ihm nicht helfen kann, aber die ihn nicht allein lässt. Es gibt Hunderte Menschen um uns, die auf ähnlichen Irrwegen meinen, ständig ihre Persönlichkeit (Erscheinung) umändern zu müssen, ohne mit dem zufrieden zu sein was und wie sie sind.
Ich hoffe dieser Beitrag wird nicht auch zensiert wie einige hier, damit ja nur das Gute zum Vorschein kommt! Meinungsfreiheit, nicht wahr???
Aber mir kommt es so vor, als avanciert die Süddeutsche immer mehr in Richtung Boulevard Presse oder wie darf ich diesen Artikel hier verstehen?
Von Ruhe in Frieden hat hier wohl noch niemand etwas gehört?
Oder auch davon, dass bei einem KÜNSTLER vielleicht auch nur die KUNST beurteilt werden sollte und das Privatleben eigentlich KEINEN etwas angeht??? Denn das sollte ja eigentlich die Meinung der Süddeutschen sein, nicht wahr, denn sonst ist es ja eigentlich eine Boulevardzeitung! Aber um eine Schlagzeile zu machen ist dass natürlich Recht! Ich habe es als Michael Jackson Fan seit 20 Jahren so satt!!!
Außerdem, kommt es mir nur so vor oder arbeiten bei der Süddeutschen nur Arbeitnehmer über 50? Scheint so, denn diese Leute hier haben anscheinend keine Ahnung von guter Musik! Das habe ich schon 1999 bei einem Artikel über das Janet Jackson Konzert in München gemerkt! Als nicht wirklicher Fan von ihr war ich auf dem Konzert, auch in der ersten Reihe und der Artikel am nächsten Tag war wirklich das letzte! Absolute Unwahrheiten! Hauptsache eine Schlagzeile!
Ganz ehrlich liebe Süddeutsche Zeitung: kein Wunder dass die Zeitung nur ältere Leute kaufen! Ihr sprecht ja auch nur das ältere Puplikum an da braucht Ihr Euch nicht wundern! Ich würde sagen der Schreibstil ist : rückständig, provinziell und absolut konservativ!! Bäh!!!
P.S. Dies soll auf gar keinen Fall ein Angriff gegen ältere Leute sein! Nur habe ich das Gefühl, die Süddeutsche möchte gar keine jungen Leser!
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