Trauer um Schlagersängerin Lys Assia ist tot

Lys Assia singt im Finale der schweizerischen Ausscheidungen für Eurovision Song Contest 2012 in Baku.

(Foto: dpa)

Sie war die erste Siegerin, die es beim Eurovision Song Contest gab. Nun ist die Sängerin im Alter von 94 Jahren gestorben.

Mit "Oh mein Papa" gelangte sie zu Weltruhm. "Mein Papa war ein wunderbarer Clown", sang Lys Assia in dem Song aus dem Jahr 1950 in schwärmerischen Ton. Von da an stand ihr der Weg zur internationalen Schlagerszene offen - und sie nutzte ihn. Viele ihrer Titel wurden zu Millionenerfolgen, Assia trat weltweit auf und füllte Konzertsäle. Ihr echter Vater war allerdings kein Clown, sondern betrieb ein Installationsgeschäft.

Lys Assia kam im März 1924 zur Welt und wuchs in Zürich auf. Dort wurde sie zunächst Tänzerin, später wechselte sie zur Gesangskarriere. Der erste Aufstieg begann 1946 mit dem Lied von der "Weißen Hochzeitskutsche". Von da an galt sie als "der neue Schweizer Stern" am Schlagerhimmel. Die Tänzerin Josephine Baker lud sie nach Paris ein, es folgten Fernseh- und Rundfunkauftritte in England und den USA. Das Lied von der Kutsche wurde dabei so stilprägend, dass Königin Elizabeth II. ihr eine kleine goldene Kutsche schenkte, die sie als Talisman trug.

Im Jahr 1956 ging Assia in die Geschichtsbücher ein: Als die erste Siegerin eines Eurovision Song Contests (ESC), der damals zum ersten Mal stattfand. Die Konkurrenz war da noch überschaubar. Neben dem Gastgeberland Schweiz nahmen nur sechs andere Länder teil, einige hatten schlicht die Anmeldefrist verpasst. Assia wurde damals in einer geheimen Jurywahl zur Gewinnerin bestimmt, heißt es vom ESC. Eine Punkteverteilung wie heute gab es noch nicht.

Von da an hatte die Schlagersängerin eine enge Verbindung zum ESC. Nach ihrem Erfolg schickte die Schweiz sie 1957 erneut ins Rennen. Weil sie nur auf dem achten Rang landete, musste sie 1958 ein drittes Mal ran und wurde Zweite. In den 1960er Jahren wurde es ruhiger um die Sängerin. Um die Jahrtausendwende startete sie ein erfolgreiches Comeback, nahm neue Alben auf und tourte durch Europa. 2007 sang Assia ein Duett mit Beatrice Egli und trat wenig erfolgreich beim Grand Prix der Volksmusik an. 2012 versuchte Assia es erneut. Mit ihren damals 88 Jahren wollte sie als älteste Siegerin in die ESC-Geschichte eingehen, scheiterte jedoch mit ihrem von Ralph Siegel komponierten Song C'etait ma vie bereits in der Vorrunde.

Nun ist die Schlagersängerin im Alter von 94 Jahren in Zürich gestorben.