Bislang fristete der kleine Buchverlag Antaios ein eher beschauliches Dasein - bekannt nur bei frustrierten CDU-Mitgliedern und dem einen oder anderen Verfassungsschützer. Bis Thilo Sarrazin auftrat.
Der kleine Buchverlag Antaios fristete bis vor wenigen Tagen ein sehr beschauliches Dasein. Das rechtskonservative Programm, das auf einem verwitterten Rittergut in Sachsen-Anhalt zusammengestellt wird und mit Werken wie "Der Vorsprung der Besiegten. Identität nach der Niederlage" oder dem Briefwechsel zwischen Carl Schmitt und Hans-Dietrich Sander eher eine Nischen-Leserschaft aus national gesinnten Fechtstudenten, frustrierten CDU-Mitgliedern und vermutlich auch den einen oder anderen Verfassungsschützer anspricht, war der breiten Öffentlichkeit unbekannt. Bis jetzt. Bis Thilo Sarrazin auftrat.
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Nach der berühmten Rede vom "Kopftuchmädchen" veröffentlichte der Verlag Antaios ein kleines Bändchen zum "Fall Sarrazin". Seit Samstag steht das Buch in der Bestsellerliste von Amazon. (© ddp)
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"So etwas habe ich in meinem Leben noch nie erlebt", sagte Verlagschef Götz Kubitschek der Süddeutschen Zeitung am Montag. Im November 2009 hatte Antaios eine kleine Studie veröffentlicht: "Der Fall Sarrazin - Eine Analyse". Darin untersuchte das an den Verlag angedockte Institut für Staatspolitik auf knapp 50 Seiten die erste große Kontroverse um Thilo Sarrazin, die dieser mit seinem "Kopftuchmädchen"-Interview in der Kulturzeitschrift Lettre losgetreten hatte.
Bis Anfang vergangener Woche kannte das Bändchen kein Mensch außerhalb des überschaubaren rechtsintellektuellen Milieus. Doch dann kamen die Vorabdrucke von Sarrazins neuem Buch in Spiegel und Bild-Zeitung, die ersten hitzigen Reaktionen - und plötzlich wusste Kubitschek nicht mehr wie ihm geschah angesichts der Nachfrage: 1500 Exemplare vom "Fall Sarrazin" habe er allein in der vergangenen Woche verkauft, sagt er, so viele wie sonst in mehreren Monaten. Gegenwärtig lasse er mehrere tausend Stück nachdrucken. In der Bestsellerliste von Amazon tauchte "Der Fall Sarrazin" am Samstag zum ersten Mal auf. Am Montagmorgen lag die Studie dort auf Rang 70, gegen Mittag auf Rang 50, bei Redaktionsschluss auf Rang 25. Tendenz: weiter steigend.
Kleinverleger Kubitschek ist mit der Entwicklung "hochzufrieden", wie er sagt. Sarrazins Buch werde die Integrationsdebatte dauerhaft verändern - "auch wenn es den Guten am Ende den Kopf kostet". Für sich, seinen Verlag und die politische Rechte sieht er rosige Zeiten anbrechen: "Wir werden mit hochgespült, klar."
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(SZ vom 31.08.2010/kar)
Umstrittenes Anti-Piraterie-Abkommen
Vielleicht schildert H. Sarazzin einige Situationen wie sie der Realität in manchen Orten entsprechen. Einige Aussagen sind jedoch falsch, einige zusätzlich rassistisch. Dadurch hat er sich in eine Situation gebracht, in der er nicht mehr ernst genommen werden kann.
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weil sich die Mitte (inkl. SPD) nicht drum kümmert und sowas noch aktiv bekämpft.
Der Aufschrei der berufsmäßigen Gutmenschen beweist nur einmal mehr, daß Sarrazin Recht hat. Man muß nur mit OFFENEN AUGEN durch eine beliebeige westdeutsche Großstadt gehen, um zu sehen daß jede in seinem Buch vertretene These richtig ist. Im Vergleich zu vielen Journalisten, die dumm-dreit über ihn berichten und glauben, die Lage in Deutschland treffender beschreiben zu können hat er eine solide Ausbildung und einen scharfen Blick. Er spricht das aus, was die Mehrheit schon längst kapiert hat, nur die Journalisten und Politiker anscheinend nicht. Und noch ein Gutes hat dieses Buch: Endlich findet in D eine Diskussion statt über Themen, die bisher immer wegen falschem politisch korrekten Verhalten totgescwiegen worden sind.
Leider ist es oft so im Leben, dass erst durch derartig menschenunwürdige Äußerungen Probleme zur Sprache kommen, für die unbedingt eine Lösung gefunden werden muss!
Die SPD wird nun ENDLICH das Parteiausschlussverfahren erfolgreich in die Wege leiten können - Sarrazins Einstellungen haben ja nun überhaupt nichts mit den Maximen der SPD zu tun, sie muss sich nun ganz distanzieren.
Sarrazin katapultiert sich selbst ins totale Aus, davon bin ich überzeugt, da er keine Grenze mehr findet, d.h., er wird verstärkt agieren. Auch die Bundesbank wird sein berufliches Aus dort einläuten.
Derartige Leute sind nur eine Weile im Vordergrund, es ist abzusehen, wann sie alle Grenzen überschreiten - und dann sind sie weg vom Fenster.
Sarrazins Erbe wird sein, dass die Integrationspolitik nun endlich auch Vorrang haben wird in diesem Land! Das glaube ich zumindest!
Paging