Scharlatane, die Wasser predigen, aber Wein trinken, verursachen den größten anzunehmenden Kommunikationsunfall in Sachen Ökologie: Nie wurden Nachhaltigkeitsziele lauter bekundet, während sich die Lebenspraktiken immer weiter davon entfernen. Und eine hochdotierte Nachhaltigkeits-Schickeria jettet so pausen- wie wirkungslos von Kontinent zu Kontinent.
Im vergangenen Jahr hat der Flugverkehr in Deutschland trotz Vulkanasche und letzter Ausläufer der Finanzkrise einen neuen Rekord erzielt. Speziell dieser Gipfel mobilitätsbasierter Selbstverwirklichungsexzesse ist insoweit bemerkenswert, als es keiner besonderen Vorkenntnisse bedarf, um Gewissheit darüber zu haben, dass Flugreisen ökologische Schadensmaximierung bedeuten: Was könnte ein Einzelner sonst tun, um mit vergleichsweise geringem Aufwand an Geld und Zeit jegliche Klimaschutzbemühungen optimal zu torpedieren?
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Die Turbine eines Modells des Flugzeugs Airbus A320, aufgenommen in Berlin während des Technologieforums "Nachhaltigkeit und Wettbewerbsfähigkeit - ein Zielkonflikt für die Luftfahrt?" (© ddp)
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Zugleich wächst der Bionade-, Ökostrom- und Naturtextilienumsatz. Jedes vollwertige "Lohas"-Exemplar würde sich in Grund und Boden schämen, sollte sich herausstellen, dass der soeben verzehrte Latte Macchiato etwa nicht von fair gehandelten Kaffeebohnen stamme. Solaranlagen auf den Dächern werden zum architektonischen Dresscode eines neuen Verantwortungsbewusstseins. Alles wächst um die Wette: das Zerstörerische, das etwas weniger Zerstörerische und das vermeintlich noch weniger Zerstörerische mit aufgepfropfter Nachhaltigkeitssymbolik.
Offenkundig hat sich ein neues, innovatives Produkt zum Schrittmacher für wirtschaftliches Wachstum gemausert: Moral, die gekauft werden kann und garantiert weder Mühe noch Einschränkung bedeutet. Ganz im Gegenteil. Wie ein Weichspüler dem Hauptwaschmittel, so wird der Moralzusatz andernfalls kaum zu rechtfertigenden Handlungen zugegeben. Sogenannte "CO2-Compense"-Angebote, die mit "klimabewusst fliegen" werben, markieren eine besondere Stilblüte dieses neuen Ablasshandels.
Dabei zerschellt die ökologische Modernisierung an einem Faktum, das simpler nicht sein könnte: Per se nachhaltige Technologien und Objekte sind gar nicht denkbar. Die vielen Bestrebungen, das moderne Konsum- und Mobilitätsmodell von ökologischen Schäden zu entkoppeln, offenbaren eine Geschichte des Scheiterns und Verschlimmbesserns.
Warum ist ein 3-Liter-Auto klimafreundlicher als ein 20-Liter-Opel Admiral, wenn der Besitzer des ersteren pro Tag 200 Kilometer hin und zurück zum Arbeitsplatz fährt, während der Admiral-Besitzer damit nur fünfmal jährlich ein regionales Ziel ansteuert, das keinen Bahnhof hat? Inwieweit trägt ein Passivhaus zur nachhaltigen Entwicklung bei, wenn dessen Besitzer jede Woche eine Flugreise antritt und vielleicht gerade deshalb in diesen Gebäudetyp und den damit verbundenen Reputationseffekt investiert hat? Ähnliches gilt für die Geländewagen fahrende Stammkundschaft des Öko-Supermarktes oder den Ökostrom nutzenden Haushalt, der über so viele Flachbildschirme, Computer und Stereoanlagen wie Zimmer verfügt.
Konsumaktivitäten sind längst zu einem identitätsstiftenden Kommunikationsinstrument geworden. Daher soll die Strahlkraft nachhaltiger Symbolik das weniger nachhaltige Andere, welches vom selben Individuum ebenfalls praktiziert wird, kaschieren oder kompensieren.
Die Multioptionsgesellschaft baut das Individuum zum Trägermedium paralleler Identitäten, Lebensführungen und sozialer Praktiken auf. Inmitten der Palette jederzeit abrufbereiter Selbstinszenierungsapplikationen lässt sich immer auch eine vorzeigbare Nachhaltigkeitsgesinnung unterbringen. Ein Teilzeitphänomen.
In Wahrheit können allein Lebensstile insgesamt nachhaltig sein. Nur die Summe der ökologischen Wirkungen aller von einem einzelnen Subjekt ausgeübten Aktivitäten lässt Rückschlüsse auf dessen Nachhaltigkeits-Performance zu.
Lesen Sie weiter auf Seite 2, wie der Nachhaltigkeitsklerus mit Karriere- und Entfaltungsmöglichkeiten lockt.
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DFB-Torhüter ter Stegen
"Alles Andere erspar ich mir"
... da Sie wie gewohnt kein Gegenargument haben.
"da ich ja mittlerweile Ihr Hobby geworden bin"
Falsch. Zu meinen Hobbies gehören Sie sicher nicht.
Dazu gehören Lesen, Musik hören, Spazierengehen/Wandern, Freunde treffen, gute Filme und Dokumentationen gucken.
"und weiß, dass man Ihnen nicht widersprechen darf, ohne Gefahr zu laufen, sich auf niedrigeres Niveau zu begeben."
Keine Angst: Sie können sich nicht auf tieferes Niveau begeben.
Und natürlich darf man mir widersprechen - aber dann bitte mit vernünftigen und logischen Argumenten.
Leider ist Ihnen beides nicht möglich.
Sie widersprechen sich übrigens selbst so oft, dass Sie es gar nicht nötig haben, anderen zu widersprechen.
Beispiel gefällig? Bitte sehr:
"Lieber ein Haus im Grünen, als einen Grünen im Haus"
"Ein Dunkelgrüner wünscht Ihnen ein schönes Wochenende."
Sie wollen keine Grünen im Haus, bezeichnen sich aber selbst als Grüner. Schlafen Sie dann vor der eigenen Tür? Was würde wohl Freud dazu sagen?
Aber hier auch nochmal inhaltliche Punkte, auf die Sie eingehen können:
"Die Grünen taugen nichts, bringen nichts, außer Volksverdummung."
Nun, da sind sie mittlerweile so, wie jede andere Partei auch...
Nehmen Sie doch die FDP - die taugt doch auch seit spätestens 1990 nichts mehr und will nur noch an die Macht kommen bzw an ihr bleiben - und ist sie dann dort - Chaos pur. Siehe Bayern, siehe Bundesregierung.
Aber auch Union, SPD und LINKE sind da keinen Deut besser...
"Nur der Basis kann man trauen, nur die trauen sich nicht ihre scheinbaren Vordenker abzulösen."
Ich dachte, Sie hätten "lieber ein Haus im Grünen als einen Grünen im Haus"? Auch die Basis der Grünen besteht aus Grünen...
"Es ist eben 68er Spätlesekalk."
Naja, lieber 68er-Spätlesekalk als 50er-Nierentisch-Mief oder Generation-Golf-NeoCon-Frühvergreisung.
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"Darauf hinweisen ist die eine Sache, vernünftige machbare Lösungen (das meine ich wörtlich), ist etwa anderes."
Was gibt es da wörtlich zu meinen? An machbaren Lösungen wird gearbeitet und geforscht - das ist aber nicht Aufgabe der Politik.
Und von "vernünftig" und "Vernunft" verstehen Sie nichts - das ist so, wals würde ein Blinder von Farbe sprechen.
"Die Grünen taugen nichts, bringen nichts, außer Volksverdummung."
Nun, da sind sie mittlerweile so, wie jede andere Partei auch...
Nehmen Sie doch die FDP - die taugt doch auch seit spätestens 1990 nichts mehr und will nur noch an die Macht kommen bzw an ihr bleiben - und ist sie dann dort - Chaos pur. Siehe Bayern, siehe Bundesregierung.
Aber auch Union, SPD und LINKE sind da keinen Deut besser...
"Nur der Basis kann man trauen, nur die trauen sich nicht ihre scheinbaren Vordenker abzulösen."
Ich dachte, Sie hätten "lieber ein Haus im Grünen als einen Grünen im Haus"? Auch die Basis der Grünen besteht aus Grünen...
"Es ist eben 68er Spätlesekalk."
Naja, lieber 68er-Spätlesekalk als 50er-Nierentisch-Mief oder Generation-Golf-NeoCon-Frühvergreisung.
"Das sich ein paar Leute mittlerweile sehr wohl fühlen im Bundestag kann ich mir lebhaft vorstellen."
Ja, das ist leider wohl wirklich so... Man nehme doch nur diese unerträgliche Frau Roth... Bäh... Macht korrumpiert - und die Sitze im Bundestag sind wohl zu bequem...
Darauf hinweisen ist die eine Sache, vernünftige machbare Lösungen (das meine ich wörtlich), ist etwa anderes. Die Grünen taugen nichts, bringen nichts, außer Volksverdummung. Nur der Basis kann man trauen, nur die trauen sich nicht ihre scheinbaren Vordenker abzulösen. Es ist eben 68er Spätlesekalk. Das sich ein paar Leute mittlerweile sehr wohl fühlen im Bundestag kann ich mir lebhaft vorstellen. Ein Dunkelgrüner wünscht Ihnen ein schönes Wochenende.
DieTechnologie ist nicht neu, sie wird seit Jahrzehnten zurückgehalten, weil zu viel in die alte investiert wurde. Aber ich möchte mich nicht an meinem Auto-Beispiel aufhängen.
Nennen Sie mir ein Beispiel, das mir zeigt, dass ein Aufruf zu individuellem Verzicht eine echte gesellschaftliche Wirkung erzielt hat. Welchen Anreiz habe ich, individuell auf mein Auto und meine Fernreise zu verzichten? Siehe Nash-Gleichgewicht.
Ein ökologisch einwandfreier Lebensstil weniger Einsichtiger inklusive Schwarzwaldurlaub mit dem Rad, Selbstversorgergärtchen und BahnCard 100 rettet die Welt nicht. Und Horst zur Einsicht zu zwingen, kann keine Lösung sein. Hier sind die Unternehmen gefragt, die bekanntlcih auf Nachfrage reagieren, wie man ja am Öko-Marketing sieht.
Ich glaube nicht, dass man eine ganze Bevölkerung dazu bewegen kann, auf errungene Mobilität und technische Geräte zu verzichten und stattdessen ein Leben wie in den 50ern zu führen.
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