Rechte Positionen Suhrkamp distanziert sich von Autor Uwe Tellkamp

Schriftsteller Uwe Tellkamp bei einer Lesung.

(Foto: lok)

Seine Äußerungen seien nicht mit denen des Verlages zu verwechseln. Der Träger des Deutschen Buchpreises hatte öffentlich mit Rechten sympathisiert.

Nach umstrittenen Äußerungen des Schriftstellers Uwe Tellkamp hat sich der Suhrkamp-Verlag von seinem Autor distanziert. Tellkamp hatte am Donnerstagabend in Dresden bei einer Diskussion Positionen vertreten, die denen der AfD oder der islam- und ausländerfeindlichen Pegida-Bewegung ähneln. "Die Haltung, die in Äußerungen von Autoren des Hauses zum Ausdruck kommt, ist nicht mit der des Verlags zu verwechseln. #Tellkamp", twitterte Suhrkamp am Freitag.

Die Schriftsteller Uwe Tellkamp und Durs Grünbein hatten auf einem Podium gegen einen Ausschluss von rechten Verlagen auf der Buchmesse plädiert. Eines der höchsten Güter sei die "freie uneingeschränkte Meinungsäußerung", sagte Grünbein bei der Debatte vor mehreren hundert Zuschauern. Die offene Gesellschaft habe viele Feinde. Aber "der Mensch muss nicht klagen", sagte Grünbein, "er kann konstatieren". Tellkamp sagte, es sei alles zu akzeptieren, "was nicht justiziabel ist". Zu den Motiven von Flüchtlingen behauptete er unter anderem: "Die meisten fliehen nicht vor Krieg und Verfolgung, sondern kommen her, um in die Sozialsysteme einzuwandern, über 95 Prozent."

Der in der DDR geborene und aufgewachsene Autor Uwe Tellkamp hat bislang drei Romane veröffentlicht: "Der Hecht, die Träume und das Portugiesische Café", "Der Eisvogel" sowie "Der Turm", sein einziges Buch im Suhrkamp Verlag, für das er 2008 den Deutschen Buchpreis erhielt. Durs Grünbein ist Dichter und ebenfalls Suhrkamp-Buchautor aus Dresden.

Bereits in der Vergangenheit ist Tellkamp damit aufgefallen, dass er sich nicht von Rechten distanziert hat. Er war außerdem einer der ersten Unterzeichner eines offenen Briefs der Pegida-Sympathisantin und Buchhändlerin Susanne Dagen, in dem Störaktionen gegen rechte Verlage auf der Frankfurter Buchmesse kritisiert wurden.

Der Aufstieg der Rechten ist keine Diskurspanne der Linken

Nach der Frankfurter Buchmesse stellt sich die Frage, wie eine tolerante Gesellschaft mit Intoleranz umgehen soll. Mit den Rechten reden? Oder reichen Argumente nicht mehr aus? Von Sonja Zekri mehr...