Subventionen Fack ju, Filmförderung

Filmförderung hat in Deutschland die komplizierte Doppelaufgabe, sowohl Kultur- als auch Wirtschafts- und Standortförderung zu sein: Runa Greiner (links) und Elyas M'Barek in einer Szene von "Fack ju Göhte 2".

(Foto: Constantin Film)

Der Bund der Steuerzahler kritisiert die Finanzierung von "Göhte 2" mit öffentlichen Mitteln. Aber können Produktionen aus den Förderprogrammen gestrichen werden, nur weil sie erfolgreich sind?

Kommentar von David Steinitz

Während der Großteil der kinointeressierten Menschheit für "Star Wars" Schlange steht, ist dem Bund der Steuerzahler kurz vor Weihnachten noch ein anderes Filmthema eingefallen.

In der Rheinischen Post echauffierte sich sein Präsident Reiner Holznagel über die üppige staatliche, aus Steuergeldern gespeiste Filmförderung, die im deutschen Kinohit "Fack ju Göhte 2" stecke. "Es kann nicht sein, dass nach einem erfolgreichen ersten Teil auch noch der Nachfolger vom Steuerzahler subventioniert wird", sagte er der Zeitung. "Hier stimmt etwas nicht im System der Filmförderung. Hier muss die Politik Änderungen vornehmen."

Sein Argument: Da bereits der von regionalen sowie überregionalen staatlichen Filmförderungen unterstützte erste Teil der Komödie so erfolgreich war, hätten sich für Teil zwei problemlos private Finanziers finden müssen.

Das klingt zunächst natürlich richtig - und im Kern stimmt die These durchaus. "Fack ju Göhte 2" hat unter anderem gut 1,2 Millionen Euro Unterstützung vom Deutschen Filmförderfonds (DFFF) bekommen - also aus Steuermitteln des Bundes. Mittlerweile hat die Produktion knapp 62 Millionen Euro eingespielt, ein sensationelles Ergebnis.

Nur: Filmförderung hat in Deutschland die komplizierte Doppelaufgabe, sowohl Kultur- als auch Wirtschafts- und Standortförderung zu sein. Sie soll nicht nur kleinere, künstlerisch innovative Projekte finanzieren, deren ökonomische Erfolgsaussichten oft überschaubar sind.

Sondern sie soll auch den Filmstandort Deutschland stärken und mit größeren Produktionen wie dieser Ressourcen und Arbeitsplätze sichern. Diese sind von Großaufträgen und nicht von Nischenproduktionen abhängig. Von einer konstant stark aufgestellten, gut ausgebildeten deutschen Filmindustrie profitieren dann im Idealfall große wie auch kleine Produktionen.

Deutsche Filmförderung sponsert fast jede Kino-Produktion

Etwas merkwürdig mutet an, dass der Bund der Steuerzahler sich ausgerechnet jetzt, dreieinhalb Monate nach dem Start von "Göhte 2", über die Kofinanzierung mit öffentlichen Mitteln aufregt.

Dies ist in Deutschland bei fast jedem Kino- und vielen Fernsehfilmen der Fall. Das muss man nicht gut finden - aber solange die Filmförderung so angelegt ist wie jetzt, kann sie schlecht Produktionen vom Förderantrag ausschließen, bloß weil sie kommerziell vielversprechend sind.

Sie muss dem unbekannten Autorenfilmer genauso offenstehen, wie den "Göhte"-Machern oder den Produzenten der Hape-Kerkeling-Adaption "Ich bin dann mal weg", die vom DFFF mit 680 000 Euro bezuschusst wurde.