Nach dem Krieg allerdings nahm die siegreiche Resistenza teilweise blutig Rache an den faschistischen Gegnern. Die Werte der Widerstandsbewegung aber gingen in die Verfassung der neuen Republik ein, die Erinnerung des heldenhaften Kampfes gegen den "Nazi-Faschismus" wurde gleichsam zum Gründungsmythos eines neuen Italien.
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Zugleich wollte sich eine Mehrheit der Italiener in den Werten des Widerstands wiedererkennen, als wäre der Faschismus im Land nie mehrheitsfähig gewesen. Das hat dazu geführt, dass sich dieses Land erst sehr spät mit den Verstrickungen der faschistischen Jahre zwischen 1922 und '45 auseinandergesetzt hat.
Doch in den letzten Jahren wurde eine neue Sichtweise salonfähig. Die Soldaten der faschistischen RSI, so wurde argumentiert, hätten zwar objektiv die falschen Werte vertreten, aber nach der Kapitulation am 8. September 1943 doch subjektiv die Ehre des Vaterlands retten wollen.
Besonders die post-faschistische Partei Alleanza Nazionale vertrat diese Sichtweise, nachdem sie durch eine Koalition mit Silvio Berlusconi in den neunziger Jahren "regierungsfähig" geworden war.
Der "ehrenhafte" Krieg
Gleichzeitig richtete sich der Blick vieler Konservativer auf die Schattenseiten des Widerstands. Das gehe so weit, beklagte sich vergangene Woche der legendäre Regisseur Mario Monicelli, dass man heute jedes Mal, wenn man der Helden des Widerstands gedenke, die Toten der RSI an ihre Seite stellen müsse. Monicelli, der aus einer antifaschistischen Familie stammt, fragte verbittert, ob man denn Revisionist werden müsse, um als objektiv zu gelten?
Wenn man heute die Debatten im Land verfolgt, hat man manchmal den Eindruck, der Bürgerkrieg von damals würde heute kulturell fortgesetzt. Alle, die damals auf der Seite der Freiheit und der Demokratie standen, müssen sich heute für ihre Haltung rechtfertigen oder zumindest die Erinnerung ihrer Unterdrücker als gleichberechtigt anerkennen.
"Das Wunder von Sant'Anna" behandelt dabei eher eine amerikanische als eine italienische Geschichte. Sie beruht auf dem gleichnamigen Roman von James McBride, der das Schicksal einer Gruppe von Angehörigen der 92. US-Army-Division erzählt, die ausschließlich aus afroamerikanischen Soldaten gebildet wurde, die man "Buffalo Soldiers" nannte.
Erfunden
Spike Lee will mit diesem Film die Verdienste der farbigen Soldaten in einem Krieg würdigen, den er "den letzten ehrenhaft Krieg der USA" nennt. Dabei dienen das Massaker von Sant'Anna und die anderen Gräueltaten nur als historische Folie. Es sei eine erfundene Geschichte, unterstreicht James McBride, der auch das Drehbuch zum Film geschrieben hat. Er habe sie sich nach einem Besuch in Sant'Anna ausgedacht, als niemand in Italien etwas von den Vorgängen im Sommer 1944 wissen wollte.
Die Akten über das Massaker blieben jahrzehntelang in einem römischen Kellerschrank "versteckt" und wurden erst Mitte der neunziger Jahre nach Presseveröffentlichungen wieder hervorgeholt.
Heute werden in Sant'Anna, Lucca und anderen Orten der Toskana in jedem Sommer Friedenskonzerte gehalten. Dass eine politisch harmlose Fiktion, wie der Film von Spike Lee, in Italien eine kulturhistorische Debatte von solcher Heftigkeit auslösen kann zeigt, dass dem inneritalienischen Frieden nicht zu trauen ist.
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(SZ vom 6.10.2008/pak)
Wettmanipulation im Fußball
ist klar im Vorteil. Lektor kommt von Lesen. Schon ein kurzer Rechercheausflug dürfte Ihre Zweifel dahingehend, dass deutsche Truppen (von "regulären" ist im Artikel nicht die Rede) unter all den gängigen Kriegsverbrechen wie Massenerschießungen von Kriegsgefangenen oder Zivilisten sehr wohl - wie auch in Serbien oder Griechenland - ganze Dörfer niederbrannten, schnell ausräumen. Unverlangtes Schwingen der "Nazi-Keule" ist natürlich selten sachdienlich, aber belegte Verbrechen müssen "die Nazis" sich schon anlasten lassen...
"Es ist natürlich mit Wut zu regieren wenn plötzlich dass Weltbild ins Wanken gerät." Zitat aus Lee.H.Os gelöschtem Kommentar.
Sicherlich, Provokationen können einer Diskussion dienlich sein, das was Sie aber vom Stapel lassen, ist aber keine Provokation, sondern schlichtweg NonSense. Herr Lee.H.O., schlussendlich ist das was Sie und ihr Kollege Elbelotse ausdrücken nichts anderes als das Ressentiment des schlecht Weggekommenen. Was Sie beide unbewusst formulieren, ist jene Häme des kleinen Mannes, der sich endlich an seinen Feinden rächen will, aber weder den Intellekt noch die Macht dazu hat. Stimmts? Oh...jetzt bloss nicht wütend werden.
Was sind "Partisanen"?: Menschen, die sich gegen eine fremde Macht wehren, die in ihr Land eingefallen sind und die durch ihre Machtstellung die Bevölkerung des eigenen Landes unterdrücken, was bis zu der Ausrottung des eigenen Volkes oder
Teile dessen führen kann.
Wer also ist der Verursacher der Partisanen und deren Taten? In Italien waren es doch wohl die deutsche Wehrmacht , SS etc. Das gleiche gilt für Frankreich und andere Länder.
Sie stellen solche Menschen in ihrem Kommentar praktisch als "Mörder" hin, sagen aber kein Wort über die Ursachen, also die deutschen Mörder, die letztich all solche die Folgeerscheinungen erweckt haben. Wahrscheinlich sind für sie die Nazis die eigentlichen Gutmenschen.
Wenn Sie die damaligen Partisanen mit der Hamas vergleichen wollen, verkennen sie, dass die Lage in Palästina einerseits völlig anders ist (wem gehört wirklich das Land? den Israelis oder den Palästinernsern oder beiden?), wobei sich die Hamas aber tatsächlich wohl in einer ähnlichen Siruation sieht, wie damal die Partisanen. Nur ist das Vorgehen der Israelis gegen Palästinenser nicht vergleichbar mit dem Vorgehen der Nazideutschen gegen Italiener, Franzosen, Juden etc, auch wenn es, meiner Meinung nach, teilweise nicht gerechtfertigt ist..
Dass ein Schwarzer, der einen Film über eine aus Schwarzen zusammengesetzte Militäreinheit dreht, um auf das als Kanonenfutter der von den Weissen befehligten Armee hinzuweisen, eine Geschichte erfindet, die keine Rücksicht auf die Wahrheit und Emotionen anderer Menschen nimmt, finde ich tatsächlich nicht gut, ist aber villeicht aus in einer amerikanischen Art der Realtitäts-Unkenntnis begründet.
Deshalb hat aber noch lange kein Deutscher das Recht, Partisanen, die sich gegen Faschismus und Nazideutsche aufglehnt und gegen diese gekämpft haben, zu verunglimpfen.
Sie sollten sich wirklich mal überlegen, was sie von sich geben, bevor sie so eine Meinung veröffentlichen. Sonst brauchen Sie sich nicht zu wunder, dass man sie in eine Ecke einordnet, die nach braunem Sumpf riecht.
Ich bezweifel doch stark, dass reguläre deutsche Truppen "brandschatzend" durch die Gegend liefen. Gibts eigentlich irgend jemanden, der sich an dieser "gegen Nazi-Deutschland ist alles ist erlaubt" Rhetorik stört? Ich schlage vor, endlich mal einen Lektor einzustellen.
Ihr hochnotpeinlicher Kommentar ist ein Offenbarungseid ihres (polit.) Denkens! Selten habe ich mich bei der Lektüre eines Kommentars so fremd-geschämt, wie bei ihren "dumm-dreisten" Vergleichen.