"Schmeißt mich doch raus": Dass sich Elke Heidenreich in die Diskussion um Qualitätsfernsehen einmischte, hat ihr nicht gutgetan. Der Sender wirft sie raus.
An diesem Donnerstag setzte ZDF-Programmdirektor Thomas Bellut Lesen! ab und strich die restlichen zwei (von sechs) Folgen des Jahres, die am 31.Oktober und 5.Dezember gezeigt worden wären. Heidenreich hatte Lesen! fünf Jahre präsentiert und in den zurückliegenden Tagen eine Entscheidung über ihre Zukunft beim ZDF eingefordert.
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"Mit dem Zweiten sieht man besser" - in Zukunft ohne Moderatorin Elke Heidenreich. (© Foto: ddp)
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Gemeinsam mit Intendant Markus Schächter, 58, entschloss sich Bellut, 53, Heidenreich nicht mehr zu beschäftigen. Die Bücher schreibende und Bücher vorstellende Moderatorin hatte stets mündliche Vereinbarungen über ihre Tätigkeit im Zweiten getroffen.
"Mit ihren Äußerungen in der FAZ und in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung hat Frau Heidenreich die Ebene einer sachlichen Auseinandersetzung verlassen und das ZDF sowie einzelne seiner Mitarbeiter persönlich in nicht mehr hinzunehmender Weise öffentlich herabgesetzt", teilte Bellut mit. "Das Vertrauensverhältnis zwischen dem ZDF und (ihr) wurde dadurch nachhaltig zerstört."
Besonders Heidenreichs Attacken auf Thomas Gottschalk ("überschätzt", "müder alter Mann"), der die Laudatio auf Reich-Ranicki hielt beim spektakulären Fernsehpreis, hatten Bellut und Schächter verärgert. Heidenreich, sagte Reich-Ranicki der SZ, habe die Laudatio selbst vortragen wollen. Sie glaubte, Gottschalk sei dazu nicht in der Lage. Doch der habe seine Sache "sehr gut gemacht". Dass sich das ZDF von Heidenreich trennt, "war naheliegend", sagte Reich-Ranicki.
Noch am Donnerstag veröffentlichten die Chefs von mehr als einem Dutzend deutscher Verlage einen offenen Brief an die ZDF-Manager Schächter und Bellut und forderten, die Entscheidung, Heidenreich abzusetzen, zurückzunehmen.
Schächter kündigte Gespräche mit der Buchbranche an, stellte aber klar, die Trennung von Heidenreich sei endgültig.
Am 5. Dezember, informierte Programmdirektor Bellut, werde statt Lesen! ein von Wolfgang Herles moderiertes Aspekte Bücher Spezial gesendet - vermutlich, um den Verlagen vor dem Weihnachtsgeschäft unter die Arme zu greifen und einen Ausgleich für die Lesen!-Ausgabe anzubieten.
Es werde bereits das Konzept für eine neue Literatursendung entwickelt, sagte Bellut. Bei der Frage, wer diese leiten solle, werde er dem ZDF behilflich sein, bot Marcel Reich-Ranicki - sofern sich der Sender an ihn wende.
Alexander Kluge, der intellektuelle Schattenspieler des deutschen Kinos und der deutschen Literatur, wird achtzig. Jetzt lesen ...
- Offener Brief ans ZDF Für Elke Heidenreich 23.10.2008
- Heidenreich vs. Gottschalk Wehrhafte alte Männer 22.10.2008
- ZDF: Heidenreichs Zukunft ungewiss Ausgelesen? 16.10.2008
- Debatte um Qualität im TV Haltung gesucht 19.10.2008
- TV-Kritik: Reich-Ranicki trifft Gottschalk Der vegetarische Metzger 18.10.2008
(SZ vom 24.10.2008/aho)
Konsequenz der Loveparade-Katastrophe
deutsche Medienlandschaft. Mann kann nur dem Herrgott dankbar sein, dass unsereiner von solchen Leuten nicht abhängig ist. Wird nur noch übertroffen vom DFB-und Bundesliga-Sumpf.
nun müssen wir anstatt Elkes frechfröhliches Gesicht sehen zu dürfen, den lispelnden, sich selbst am meisten liebenden RR wieder ertragen. Ob das die Quote hebt?
Ach Elke! Gottschalk ist doch nun wirklich nicht doof. Der ist Lehrer!
Er ist total oberflächlich, sicher zu faul, um hier und da mal ein bisschen Tiefgang zu entwickeln und so schlagfertig wie er früher war, das erfordert viel Kraft und viel weniger Oberflächlichkeit und ist einfach zu anstrengend. Reicht doch auch so aus, solange die Masse ihn gut findet.
Was bitte, soll an Frau Heidenreich unangepaßt gewesen sein? MIt den von ihr präsentierten Büchern und Gästen schwamm sie voll auf dem Mainstream. Weil jemandem ewas nicht paßt, wie im Fall der Preisverleihung, ist er noch nicht unangepaßt, sondern höchstens unhöflich, wenn ein weitaus erfolgreicherer Kollege wie T. Gottschalk beschimpft wird.
Im übrigen kann sich jemand, der sich so sehr für das Wort einsetzt und das gedruckte Wort propagiert nicht wundern, wenn er mal beim Wort genommen wird.
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... der hält auch den amerikanischen Präsidenten für mächtig, Cola für ein Getränk, Big Mac für Nahrung und den "Krieg gegen den Terrorismus" für nicht fiktional.
Die ganze Chose ist eine Vanity Fair, ein Jahrmarkt der Eitelkeiten; Public Relations für abgetakelte und abgewrackte Jammergestalten.
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