Auf der Alm, da gibt es Streit: Kann ein "Holla-rä-di-ri, di-ri, di-ri" urheberrechtlich geschützt werden? Ein Prozess um das "Kufsteiner Lied" soll das klären.
Mit einem juristischen Streit ums Jodeln musste sich am Donnerstag Vormittag das Münchner Landgericht befassen. Es geht ganz konkret um die Passage "Holla-rä-di-ri, di-ri, di-ri" aus dem berühmten "Kufsteiner Lied", wie das Gericht am Mittwoch lautmalerisch mitteilte.
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Da hat sie was Eigenes: Evelyn Hamann beim Jodeldiplom in Loriots berühmtem Sketch "Jodelschule", 1978. Da war das Kufsteiner Lied noch unberührt. (© Foto: oH)
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Geschrieben wurde der volksmusikalische Welthit mit Kultstatus vor über 60 Jahren vom Österreicher Karl Ganzer - so viel ist unstrittig. Seine beiden Kinder, die heute als Erben über die Gema Urheberrechtsgebühren kassieren, haben nun den ehemaligen Freund und deutschen Musikverleger ihres Vaters, Egon Frauenberger, verklagt.
Der hatte sich bei der Gema nämlich als musikalischer Bearbeiter des Jodel-Parts des Liedes registrieren lassen - mit entsprechendem Anteil an den Erlösen. Sein Anwalt Gernot Schulze spricht von einem Zwölftel der doch ganz erheblichen Summe, die er aber nicht näher beziffern will.
Der Sohn und die Tochter Ganzers werden vom Berliner Anwalt und Urheberrechtsspezialisten Martin Schäfer vertreten. Er will vor Gericht - bei aller Komplexität der Materie - im Grunde nur die Frage klären lassen: "War Karl Ganzer der alleinige Urheber des 'Kufsteiner Lieds'?"
Dabei geht es außer um die Familienehre - Ganzers Sohn will selbst zum Prozessauftakt kommen - aber eben auch um viel Geld. Schließlich muss jeder Musikant, der die inoffizielle Tiroler Landeshymne in einem Bierzelt oder im Fernsehen spielt, dies der Gema melden und dafür bezahlen.
Frauenbergers Anwalt Schulze verweist darauf, dass sein Mandant dafür gesorgt habe, "dass dieses Lied zu einem Welthit geworden ist". Frauenberger habe die "Jodel-Phonetik" entscheidend verändert. In der Originalfassung habe das Lied einen eher eintönigen "Kuckucksjodler" gehabt, sagt Schulze und stimmt ihn kurz an: "Di-da, di-da, di-da-da-da."
Frauenberger habe zudem das "Kufsteiner Lied" über Plattenveröffentlichungen mit dem Münchner "Jodler-König" Franzl Lang erst so richtig berühmt gemacht. Ursprünglich sei das "Kufstein Lied" als eine Art Tango im 6/8-Takt verfasst und erst später auf 3/4-Takt umgestellt worden.
Ungeklärt ist für Schulze, ob die Bearbeitung des Jodel-Refrains überhaupt urheberrechtlich geschützt werden kann. Das werde in dem Prozess wohl die entscheidende juristische Frage. "Da werden wir eventuell ein Sachverständigengutachten übers Jodeln brauchen", betont der Verteidiger. Und ohne ein Vorspielen des Liedes vor Gericht wird es wohl ohnehin nicht gehen.
Sein Anwaltskollege Schäfer kann sich darauf nicht so recht freuen. "Das ist Musik, die ich privat eher selten höre", räumt der Berliner Jurist ein. Er könne aber gar nicht zählen, wie oft er sich das "Kufsteiner Lied" inzwischen aus beruflichen Gründen in den verschiedensten Fassungen angehört habe. "Immerhin hat es eine sehr eingängige Melodie", gibt sich Schäfer diplomatisch. Ein Urteil ist am Donnerstag noch nicht zu erwarten.
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(SZ vom 23.7.2009/jeder)
Voreiliges Buch "Der Pott ist dahoam"
Entschuldigung, ich komme von Radio Bremen, Abteilung Copyright, Traditionspflege und Tantiemen. Gehe ich richtig in der Annahme, daß Sie in Ihrem Artikel soeben einen unerlaubten Remix klassischer Texte noch lebender Autoren sich herauszunehmen sich erdreistet haben? Die von Ihnen vorangestellte Titelzeile "Du dödel di" ist nicht nur in beklagenswerter Weise mißbräuchlich verwendet - man beachte das geradezu empörend falsch interpolierte "e" in "dödel", wo doch JEDER (nur nicht "jeder" von der SZ!?) weiß, daß es kurz abrupt "dödl" heißen muß! Was wiederum allen jodelnden Bayern namens Jodl nur zu vertraut ist. Gerade wir in Bremen haben noch gut im Gedächtnis jenen die Bürgerschaft, Mannsvolk wie Frauenlüd erschütternden Wahl-Slogan "Lieber Trüpel-Rüdel als Ödel-Dödel". Sexismus pur!
So nicht, liebe SZ-Kultur der "jeder"man(n)/"jeder"frau! Wer haftet für den Schaden, der dem Verursacher, um nicht zu sagen: Urheber jenes Satzes "Du dödl di" entstanden ist, unserm Herrn von Liliencron, der durch seine Frage "du dödl du" doch erst das kategorische "Du dödl di" des renommierten Vogler-Instituts angestoßen hat? Wer ist schon "jeder"?? Hat er/sie überhaupt ein Diplom (von einem eigenen Konto oder sonstigem Diridari ganz zu schweigen)? Und wie gedenkt die Redaktion, diesen Akt von Piraterie am Dichtgut von Liliencron ("Sagt Mutter, 's ist Uwe") zu sühnen? Wir wollen nicht nur unseren (durch schnödes Hoeness vom grünen Werder fortgelockten) Borowski zurück. Nein, wir verlangen auch die Eingliederung der Brandenburger Enklave Ammerland am Starnberger See in das Bremer Territorium Hoppenstedt!
In diesem Sinne appelliere ich an Ihr wahrhaftes Nationalempfinden. Welche Wallungen in Ihren ur-bairischen Seelen, wenn Sie schreiben, das Kufsteiner Lied sei "die inoffizielle Tiroler Landeshymne". Kufstein ist EUER - war es jedenfalls, bis es 1342 ein verliebter Wittelsbacher unter die Tiroler Ehekufen kommen ließ. Die "Perle Kufstein" - geopfert auf dem Altar des gschlamperten Verhältnisses Ludwigs des Brandenburgers(!), der seiner "Perle" Margarete Maultasch (nicht mal richtig geschieden war sie von ihrem oralinfantilen Luxemburger) was Inniges umhängen wollte, als Morgengabe (ha, 2. Futur bei Sonnenaufgang, dö dudl dö). Wie soll man das dem Bremer Frauenjournal erklären? Einen Kufstein am Halse, Du Dödel, die - da hab ich was Eigenes? --- (Wir schalten um zu "Oldies but Goldies" - Sie hören Marilyn Monroe: Diamonds are a girl's best friend).
Kann man diese "Art Tango" nicht durch weitere Jodel-Phonetik veredeln? Wie wäre es mit Fassungen, in den zwischen dem Alpen-Geblöke ein "Künstler" noch einen Rülpser oder Furz hineinkomponiert?
Die Grauschädelklatscher in den volksdümmlichen Sendungen wären für zusätzliche Möglichkeiten, ihren Beifall zu bekunden glücklich. GEMA, Gerichte und Anwaltskanzleien könnten zusätzliches Personal einstellen. Nicht zu vergessen die Erben und Erbeserben! Statt selbst zu arbeiten, könnten sie eine neue Stelle für einen Geldzähler schaffen.
Tu felix Bavaria! - in einem Land ohne Probleme kann sich die Justiz mit solchem Sch...befassen.
Zum Kuckuck mit dem Jodler ! Dieser Bergziegenkäse ist doch schon längst vergammelt !
Zeigt ja schön den Wahnsinn rund um das Thema GEMA und Verwertungsrechte.
Weg damit.
DW
Nach einer gewissen Zeit, zum Beispiel 25 Jahre, sollten Urheberrechte an Musikstücken verfallen. Musik die dann noch gehört oder gespielt wird gehört quasi schon zum Kulturgut.
Wer hat denn die Rechte an den Werken Mozarts oder Beethovens? Da gibts doch bestimmt noch Nachkömmlinge die nach solchen Maßstäben einen Anspruch haben könnten.
Paging