"Ihre Power-Point-Präsentation hat uns alle sehr beunruhigt": Spiegel-TV-Mitarbeiter fühlen sich öffentlich herabgewürdigt und beschweren sich beim neuen Geschäftsführer des Verlags - schriftlich.
Ende Mai präsentierte sich Mario Frank, 48, erstmals intern als Geschäftsführer des Spiegel-Verlages. Er sprach viel über Strategien, Vernetzungen und Zukunft. Und er sprach über Spiegel TV - beinahe beiläufig, meinen manche, die dabei gewesen waren. Doch seine Restrukturierungspläne, das Gründen einer Holding, in der die einzelnen Spiegel-TV-Produkte eingegliedert werden, sind auf erheblichen Widerstand der Betroffenen gestoßen.
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(© Foto: AP)
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Mit Datum vom 6. Juni haben "die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Spiegel TV" einen Brief an Frank verschickt. "Ihre Power-Point-Präsentation zur eventuellen Neustrukturierung unseres Unternehmens hat uns alle sehr beunruhigt", heißt es da.
"Tiefergehendes Zerwürfnis"
"Bestürzt und erschrocken haben wir (...) erlebt, wie Sie unser Unternehmen öffentlich herabgewürdigt haben. (...) Unsere Sorgen wachsen auch angesichts des tiefergehenden Zerwürfnisses der Geschäftsführung von Spiegel TV, welches (...) in erschreckender Offenheit zutage trat. Dass zum Beispiel von Geschäftsführer zu Geschäftsführer (Fried von Bismarck, Cassian von Salomon, Dirk Pommer, Stefan Aust, d.Red) und auch zu Ihnen die Lage des Hauses völlig unterschiedlich beurteilt wird, macht uns fassungslos."
Frank soll geäußert haben, ihm mache ein Unternehmen Angst, das bei 47 Millionen Euro Umsatz eine halbe Million Euro Gewinn mache. Spiegel-TV-Geschäftsführer Bismarck hatte den projektierten Gewinn für 2007 mit 400000 Euro angegeben, sein Kollege Salomon mit fünf Millionen. In dem Schreiben sprechen sich die Spiegel-TV-Mitarbeiter "gegen eine Zersplitterung des Unternehmens" aus. "Das traditionelle TV-Geschäft" werde auch beim Ausbau der Online-Aktivitäten "eine, wenn nicht die wichtigste Grundlage bleiben".
Am Ende wird Frank erklärt, dass SpiegelTV eine Marke sei, die bisher "der Mutter und ihren Gesellschaftern stets Gewinne beschert" habe.
In seinem Roman „Canale Mussolini“ erzählt Antonio Pennachi von der Trockenlegung der pontinischen Sümpfe im italienischen Faschismus. Jetzt lesen ...
(SZ vom 12.6.2007)
Urteil am Bundesverfassungsgericht
Vielen Dank für den Beitrag - you made my day!
Wohin ist eigentlich Prof. Unsinn vom Münchner Desinfo-Institut in letzter Zeit abgetaucht?
@Innenstadt:
Neoliberale versuchen ja gerne den Markt als eine Art Naturgewalt darzustellen,
der sich der Mensch bedingungslos unterzuordnen hat. Parallel dazu wird die
`Kenntnis von marktwirtschaftlichen Zusammenhängen' als eine Art Geheimwissenschaft
dargestellt, deren Kenntnis allein erlaubt die alles beherrschende `Naturgewalt Markt'
zu verstehen. In der Realität ist weder der Markt eine Naturgewalt - sondern das
Ergebnis von hirnloser Gier und lächerlicher Eitelkeit - noch hat Ökonomie irgendetwas
mit Wissenschaft zu tun. Fragen Sie 5 `Wirtschaftswissenschaftler' wie sich das
BIP von Deutschland im nächsten Jahr entwickelt und Sie kriegen 5 verschiedene
Antworten die vermutlich alle falsch sein werden. Aber was zu tun ist, damit nicht
die Katastrophe eintritt, das wissen dieselben `Wissenschaftler' die nicht fähig sind
auch nur die allergröbsten Vorhersagen zu machen, trotzdem immer ganz genau:
Unternehmenssteuern runter, Kündigungsschutz weg, Arbeitszeit rauf uswuswu.
Das hat mit Wissenschaft nix zu tun, das ist Ideologie pur und die Tragödie von
Deutschland ist dass solche Leute ernstgenommen werden.
Ein Bekenntnis zur Marktwirtschaft fordert zu seltsamen Ansichten heraus:
Bei vielen Altlinken ist ein Bekenntnis zur Marktwirtschaft mit einem Verrat gleichzusetzen: Als Anhänger einer Ideologie des Neoliberalismus wird man diffamiert.
Ich denke der Vorwurf zum Neoliberalismus leitet sich aus der Unkenntnis von einfachen marktwirtschaftlichen Zusammenhängen ab.
Ich fände es prima wenn die Spiegel-Journalisten die von ihnen so eifrig
vertretene Ideologie des Neoliberalismus unverdünnt am eigenen Leib zu
spüren bekämen. Übrigens fände ich es auch hervorragend, wenn die
SZ-Wirtschaftsredaktion abgewickelt und an Billig-Schreiber aus
Osteuropa outgesourced würde - so könnte die `Süddeutsche Zeitung'
in punkto Reformen und Aufbrechen von verkrusteten Struturen ein
leuchtendes Vorbild sein!
Da gäbe es genügend andere Unterschichtenzeitschriften, die nur auf vordergründigen Klamauck setzen und denen das zu wünschen wäre.
Mal die Kirche im Dorf lassen, wo doch die Heuschrecken nun auch seriöse Medien aufkaufen und dort bestimmen.
Paging