Street Art - eine TypologieWas die Spraydose kreiert

Grafitti sind mehr als Schmiererein an Wänden. Besonders in Großstädten sind sie zu einer Kunstform geworden, die sich zunehmend in verschiedene Techniken und Stile differenziert. Beispiele aus Berlin.

Street Art - eine Typologie – Murals

Murals sind die größte und auffälligste Ausdrucksform der Street Art. Gerade in Kreuzberg sind viele Brandwände bemalt, also jene fensterlosen Fassaden, die durch Bau- oder Bombenlücken entstanden sind. Murals sind so gut wie immer Auftragsarbeiten und damit legal. Manchmal entstehen sie im Zuge von Street-Art-Festivals oder Open-Air-Ausstellungen.

Oft enthalten Murals politische Botschaften. Blu zum Beispiel hat an der Köpenicker Straße auf einem Wandbild die Mauer in Form von 100-Euro-Scheinen wieder auferstehen lassen. Er kritisiert so den Massentourismus zu den bemalten Mauerstücken an der East Side Gallery. In Kreuzberg findet man nahe der U-Bahnstation Schlesisches Tor in der Oppelner Straße auch Murals von den Brasilianern Os Gêmeos und von Nomad. Der Wahlberliner ist einer der am längsten aktiven Street-Art-Künstler Deutschlands. Sein Werk zeigt einen gesichtslosen Menschen, der eins wird mit einem Kapuzenwesen. International bekannt wurde Nomad, als er 2009 das Garagentor der Villa von Demi Moore und Ashton Kutscher verzieren durfte. Denen waren seine Murals bei einem Berlin-Besuch aufgefallen - woraufhin sie sich seine Handynummer besorgten.

2. Oktober 2011, 13:522011-10-02 13:52:36 © sueddeutsche.de/caja/js/pak