SZ: Weil Ihnen Daniel Hartwich und Niels Ruf im Nacken sitzen?
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Raab: Wer? Niels Ruf kenne ich. Aber Hartwich?
SZ: Der moderiert bei RTL samstags nach Deutschland sucht den Superstar.
Raab: Ist das der Sohn von Jimmy Hartwig, der mal bei Viva... keine Ahnung.
SZ: Und Niels Ruf?
Raab: Kann ich nichts zu sagen, hab' ich noch nicht gesehen.
SZ: Die Show läuft seit eineinhalb Jahren bei Sat 1 Comedy.
Raab: Wer hat denn Sat 1 Comedy?
SZ: Sie. Sie haben doch so einen schönen Flachbildfernseher hier.
Raab: Das Einzige, was ich habe, ist ein Arena-Abo. Damit ich die Spiele des 1. FC Köln verfolgen kann, der übrigens kurz vor dem Aufstieg steht.
SZ: Haben Sie noch Träume?
Raab: Die Meisterschaft und die Champion's League.
SZ: Kürzlich haben Sie Thomas Gottschalk beigebracht, wie man Wetten, dass...? zur Meisterschaft bringt.
Raab: Da muss ich Gottschalk jetzt mal in Schutz nehmen. Ich bin da hin - mal nebenbei: Ich hatte nichts zu verkaufen - und mache zwei gute Sprüche, habe 'nen Lauf, spiele ein Lied am Piano, das Ganze dauert fünf Minuten. Und dann wirst du gleich verglichen? Gottschalk muss drei Stunden bewältigen.
SZ: Klingt fast, als hätten Sie Mitleid mit ihm?
Raab: Nein, ich hab' kein Mitleid mit einem, der ein Schloss am Rhein hat.
SZ: Schloss oder nicht, er wird gerade demontiert.
Raab: Aber völlig zu Unrecht! Ich weiß nicht, warum. Wenn überhaupt, dann, weil er sich anmerken lässt, dass es ihn interessiert. Das ist der einzige Grund.
SZ: Der Trick ist es, Desinteresse zu heucheln?
Raab: Im Zweifel heucheln. Oder es interessiert einen echt nicht.
SZ: Haben Sie dieses Desinteresse?
Raab: Ja. Ich bin seit meinen Anfängen bei Viva durch alle Höhen und Tiefen gegangen. Ich bin geschlachtet worden, über den Klee gelobt und mit Preisen überschüttet worden, dann wieder zurück. Mir ist dabei eines aufgefallen: Je weniger Kooperation ich mit den Boulevardmedien zeige, desto besser läuft es. Egal, was einer schreibt, egal, wie jemand das findet, was du machst. Es beeinflusst deinen Erfolg kein bisschen. So war das bei mir. Eine gute Kritik oder ein Verriss in den Medien hatte für meinen Erfolg kaum einen Ausschlag. Die Leute machen sich ihre eigene Meinung. Keine Zeitung der Welt, selbst die SZ, kann eine Sendung die gut ist, schlecht schreiben. Und umgekehrt.
SZ: Wenn Sie so uneitel sind - warum stehen Sie dann vor der Kamera?
Raab: In gewissem Maße ist jeder eitel. Aber ich würde von mir behaupten, dass sich meine Eitelkeit, im Gegenteil zu vielen Kollegen im Fernsehen, in Grenzen hält.
SZ: Was treibt Sie?
Raab: Spaß.
SZ: Was gucken Sie selbst am liebsten?
Raab: Gute Shows. Fiction eigentlich gar nicht. Was ich auch regelmäßig schaue sind Heute Journal und Tagesthemen, immer hintereinander.
SZ: Claus Kleber oder Tom Buhrow?
Raab: Also, ich will Tom Buhrow nicht zu nahe treten, aber ich persönlich finde Claus Kleber besser. Vielleicht aber auch unter anderem deswegen, weil mir das Design vom Heute-Journal-Studio besser gefällt. Und wissen Sie, was ich noch gucke: die Primaries in den USA. Wenn Wolf Blitzer bei CNN zehn Korrespondenten zu koordinieren versucht und dieser grauhaarige Typ auf der Touch Screen die Felder aufzieht... das ist schon irre, was die da unter politischem Journalismus verstehen, wie Kirmes. Auf Phoenix können Sie das Ganze dann in seriös sehen.
SZ: Phoenix?
Raab: Doch, das muss ich hier wirklich mal sagen: Ich bin dankbar für die öffentlich-rechtlichen Kanäle. Ich gehe ja immer relativ spät ins Bett. Da gucke ich am liebsten Eins Plus, Eins Extra, ZDF Doku. Bei Arte liefen über Ostern "Die Abenteuer des James Cook". Das hatte ich schon lange gesucht, ich bin ja ein großer Freund der Navigation.
SZ: Stefan Raab, der James Cook des deutschen Fernsehens.
Raab: Genau der bin ich. Und ich fahre hinaus, um Neues für die Krone in Besitz zu nehmen.
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(SZ v. 5./6.4.2008/sueddeutsche.de/ehr)
Abholzungen im Amazonas-Gebiet
Hier fand ich mal wirklich viel tolle Kommentare im Suedcafe - so macht Lesen Spaß.
Sonst mußte man immer die Artikel bei SZ lesen und dann bei SZenso.de kommentieren und diskutieren gehen - aber bei diesem Interview macht es auch mal wieder Spaß die Leser-Beiträge im Suedcafe zu lesen.
Einer der besten Beiträge fand ich hier nochmal von A. B. Zeh:
" Die Alten gucken ARD,
die Jungen gucken RTL
und die Schlauen gucken, dass sie ihren Fernseher bei e-bay loswerden. "
Immer wieder schön, wenn man sieht, daß die Leute es begriffen haben, wo der Hase langläuft.
Ein überraschend toller "Rotzlöffel".
Bravo, Raab!
Stefan Raab fand ich lange Zeit unsäglich. Dann solche Sachen wie Max, Wok-WM oder Schlag den Raab. Das ist einfach kreativ. Der macht das, was Spaß macht. Und zum Interview: Selten so ein unterhaltsames Interview gelesen. Das sprüht vor Lust und Laune. Zwar kommt der Reporter vordergründig nicht gut weg, aber das ist auch nicht sein Job. Insofern: Gratulation für den Beitrag!
Raab ist einfach klever. Viele neue Sendungen und immer bemüht die Sendungen spannend zu gestalten. Das wollen junge Zuschauer bei Pro Sieben sehen.
Zudem ist Raab einfach ziemlich fresch. Wie er die Fragen bzw Argumente der SZ gekontert hat ist einfach Weltklasse. Das können nicht viele.
Genau anderst rum ist es bei Wetten das. Die letzte gute Wette ist schon lange her. Und genau so verkauft sich auch der Gottschalk.
Um ehrlich zu sein habe ich den Artikel gar nicht gelesen; mich verwundert vielmehr daß die SZ so einen langen Artikel über so einen Quatsch (meine persönliche Meinung) übehaupt veröffentlicht bzw. über diese vielen Kommentaren zu so einem (in meinen Augen) unwichtigem Thema.
So was schaue ich eh nicht an, ganz abgesehen davon dss ich wenn es hoch kommt ca. 5 Stunden im Monat fernschaue und dann mit Sicherheit nicht den Herrn Raab.
Stimme A. B. Zeh voll und ganz zu...
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