SZ: Ist es nicht eher so, dass Sie Ihre guten Ideen von früher verwalten?
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Raab: Das ist eine bodenlose Frechheit! Unsere Wok-WM...
SZ: ...startete vor fünf Jahren.
Raab: Jetzt hören Sie aber mal auf. Die Wok-WM startete vor fünf Jahren, dann kam unsere Casting-Show, SSDSDSS, die Stock Car Crash Challenge, TV Total Springchampionat, Turmspringen, Bundesvision Song Contest, die Reihenfolge weiß ich jetzt nicht mehr. Schlag den Raab... und, noch nicht eingerechnet, die beiden Boxduelle und das Eislaufrennen mit Claudia Pechstein. Wir reden von neun neuen Formaten in fünf Jahren! So, und jetzt nennen Sie mir einen - auf der Welt -, der mit seinem Namen als Produzent und vor der Kamera eine so hohe Schlagzahl hinlegt. Autoball kommt noch dazu - zehn neue Formate! Wann machen Sie denn mal was Neues?
SZ: Gute Frage. Sind die Ansprüche, die man an Sie stellt, gestiegen?
Raab: Mag sein, dass die gestiegen sind. Aber ich werde sicher nicht langsamer. Ein Format zu machen, das einmal läuft und den Effekt des Neuen hat, ist doch einfach. Es geht darum, Formate zu etablieren. Das ist die große Kunst. Und die größte Kunst ist TV total mit zehn Jahren Laufzeit und weit über 1000 Sendungen.
SZ: Wissen Sie, wie viele Menschen Sie ernähren?
Raab: Die hätten auch ohne mich was zu essen. Die 150 Leute, die für meine Formate arbeiten, sind die Top-Besetzung in der Liga, in der wir spielen.
SZ: Was sind Sie für ein Arbeitgeber?
Raab: Der Konzernlenker ist eher Jörg Grabosch. Ich bekleide bewusst nicht die Position eines Geschäftsführers. Ich bin lieber kreativ.
SZ: Bei TV total engagieren Sie ein Heer von Witzeschreibern und Studenten, die andere Sender nach Pannen absuchen.
Raab: Nönönö! Von einem "Heer" kann keine Rede sein. Es sind genau fünf. In die Entstehung der Sendung bin ich voll integriert. Im Normalfall komme ich gegen Mittag rein. Was dann vorbereitet ist, sind die Programmmitschnitte. Aber beim ganzen Rest bin ich dabei. Ich kriege vielleicht in der Witze-Konferenz einen Haufen Vorschläge, aber was mir nicht gefällt, wird nicht gemacht.
SZ: Was finden Sie lustig?
Raab: Ach, das ist doch die schlimmste Frage.
SZ: Kürzlich haben Sie sich kaputt gelacht, als ein Comedian in Ihrer Sendung gesagt hat: "Deine Mutter klaut bei Kik!" Ist das ihr Sinn für Humor?
Raab: Ja, wenn Sie das jetzt so schreiben, hört sich das scheiße an. Ein Witz lebt vom Timing. Waren Sie mal bei Kik? Das kennt Ihr SZ-Typen gar nicht, ne? Gehen Sie mal hin. Sie werden mich anrufen und sagen: Das war der lustigste Witz, den ich je gehört habe.
SZ: Es gibt Leute, die meinen, dass TV total nur noch eine Vermarktungsplattform für Brainpool ist.
Raab: "Vermarktungsplattform" hört sich so negativ an. Wenn wir Künstler gut finden, geben wir uns Mühe, ihnen Plätze zu schaffen, wo sie zeigen können, was sie können. Das sind aber nicht nur Künstler, die mit Brainpool kollaborieren.
SZ: Aber die Maschine füttert sich doch zum größten Teil selbst.
Raab: Weil wir die Einzigen sind, die sich kümmern. Wer macht das denn sonst? Das ist auch unsere Verantwortung im System. Ich kann doch nicht mit 80 noch den Raab machen.
Lesen Sie auf der nächsten Seite, warum Stefan Raab kein Mitleid mit Thomas Gottschalk hat.
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In seinem Roman „Canale Mussolini“ erzählt Antonio Pennachi von der Trockenlegung der pontinischen Sümpfe im italienischen Faschismus. Jetzt lesen ...
Urteil am Bundesverfassungsgericht
Hier fand ich mal wirklich viel tolle Kommentare im Suedcafe - so macht Lesen Spaß.
Sonst mußte man immer die Artikel bei SZ lesen und dann bei SZenso.de kommentieren und diskutieren gehen - aber bei diesem Interview macht es auch mal wieder Spaß die Leser-Beiträge im Suedcafe zu lesen.
Einer der besten Beiträge fand ich hier nochmal von A. B. Zeh:
" Die Alten gucken ARD,
die Jungen gucken RTL
und die Schlauen gucken, dass sie ihren Fernseher bei e-bay loswerden. "
Immer wieder schön, wenn man sieht, daß die Leute es begriffen haben, wo der Hase langläuft.
Ein überraschend toller "Rotzlöffel".
Bravo, Raab!
Stefan Raab fand ich lange Zeit unsäglich. Dann solche Sachen wie Max, Wok-WM oder Schlag den Raab. Das ist einfach kreativ. Der macht das, was Spaß macht. Und zum Interview: Selten so ein unterhaltsames Interview gelesen. Das sprüht vor Lust und Laune. Zwar kommt der Reporter vordergründig nicht gut weg, aber das ist auch nicht sein Job. Insofern: Gratulation für den Beitrag!
Raab ist einfach klever. Viele neue Sendungen und immer bemüht die Sendungen spannend zu gestalten. Das wollen junge Zuschauer bei Pro Sieben sehen.
Zudem ist Raab einfach ziemlich fresch. Wie er die Fragen bzw Argumente der SZ gekontert hat ist einfach Weltklasse. Das können nicht viele.
Genau anderst rum ist es bei Wetten das. Die letzte gute Wette ist schon lange her. Und genau so verkauft sich auch der Gottschalk.
Um ehrlich zu sein habe ich den Artikel gar nicht gelesen; mich verwundert vielmehr daß die SZ so einen langen Artikel über so einen Quatsch (meine persönliche Meinung) übehaupt veröffentlicht bzw. über diese vielen Kommentaren zu so einem (in meinen Augen) unwichtigem Thema.
So was schaue ich eh nicht an, ganz abgesehen davon dss ich wenn es hoch kommt ca. 5 Stunden im Monat fernschaue und dann mit Sicherheit nicht den Herrn Raab.
Stimme A. B. Zeh voll und ganz zu...
Paging