SZ: Aber eine Harfenistin, das ist fast Arte.

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Raab: Wenn Sie so Spagat macht wie die, die wir eingeladen haben, dann nicht.

SZ: Kultur geht, wenn Kultur gut aussieht?

Raab: Jetzt hören Sie auf, mir hier Kultur zu unterstellen. Früher haben Sie mich in die Schmuddelecke gedrängt, jetzt fangen Sie an, mich zur ARD zu quatschen. Unverschämtheit.

SZ: Wenn man schaut, wie Sie und RTL Musiker fördern, unterstellen wir Ihnen zur Abwechslung mal Qualität.

Raab: Nett von Ihnen - und absolut berechtigt. Wir versuchen ja mit unserer Sendung (Anm.d. Red.: SSDSDSSWEMUGABRTLAD - "Stefan sucht den Superstar, der singen soll, was er möchte, und gerne auch bei RTL auftreten darf") eine Alternative zu sein. Da bin ich, mit dem Segen von Pro Sieben, gerne bereit, mal auf die Quote zu scheißen. Uns wird ja oft ein viel zu großes kommerzielles Interesse unterstellt. Nehmen Sie nur den Bundesvision Song Contest: Da haben wir 16 Sendungen lang auch Bands spielen lassen, die zum Teil keiner kannte. Wir nehmen in Kauf, dass ein paar Zuschauer mal wegzappen. Manchmal muss das sein.

SZ: Warum?

Raab: Damit Sie ankommen, und mich zur ARD quatschen.

SZ: Also doch.

Raab: Wer weiß... Vielleicht taugen ARD und ZDF ja zu viel mehr, als sich das Gnadenbrot abzuholen. Ich hab' genug Gebühren gezahlt. Vielleicht hole ich sie mir irgendwann zurück...

SZ: Das kann ja schnell gehen. Am Samstag machen Sie die zehnte Sendung "Schlag den Raab" - vier, fünf Stunden live, das anstrengendste Fernsehformat, das es gibt.

Raab: Für mich ist es das einfachste Format, das es gibt. Ich komme Samstag um halb acht her, brauche keine Proben und liefere ein bisschen Zerstreuung - auch für mich. Das ist sicher mal anstrengend. Aber ich fahr' nach der Show nicht erschöpft nach Hause, ich stehe meistens noch bis sechs Uhr morgens im Foyer und trinke mit den Kandidaten ein Bierchen. Das ist die beste Sendung, die mir je einfallen konnte! Darum beneidet mich jeder. Wenn Gottschalk "Wetten, das...?" macht, muss er drei Tagen vorher da stehen: Stellprobe hier, Stellprobe da. Ich muss gar nichts machen.

SZ: Außer gegen 15 Jahre jüngere Gegner Baumstämme hochjagen.

Raab: Ich bin ja bereit, das ein oder andere körperliche Spiel zu verlieren. Dafür gleiche ich es an einer anderen Ecke wieder aus. Die Show ist so ausgelegt, dass ein fitter Doofer genauso gewinnen kann wie ein dicker Kluger.

SZ: Stimmt nicht. Beim Casting müssen Bewerber Rumpfbeugen mit Medizinbällen machen. Da sind schon Leute zusammengeklappt.

Raab: Echt? Ich war noch nie dabei. Unsere erfolgreichen Bewerber sind in der Regel sehr stark. Die fünf Kandidaten, die es in die Show schaffen, repräsentieren vielleicht ein Prozent der Bevölkerung. Da sind Jetpiloten dabei, Ärzte, Bob-Weltmeister...

SZ: ...da wird es bald eng für Sie.

Raab: Ja, aber mit dem Alter gewinne ich auch an Lebenserfahrung. Bei Spielen, die beide nicht kennen, kommt es darauf an, wer sie schneller antizipiert. So was kann ich gut.

SZ: Es heißt immer, Sie selbst seien Ihr schärfster Einpeitscher.

Raab: Ich kämpfe durchaus verbissen.

SZ: Wie oft dürfen Sie verlieren, bevor die Show abgesetzt wird?

Raab: Keine Ahnung. Als wir über die Show philosophiert haben, habe ich gesagt, dass ich über einen Zeitraum von zwei Jahren im schlechtesten Fall 50 Prozent verliere. Aber es gibt keine Abmachung mit Pro Sieben.

SZ: Die Idee hinter der Show ist inzwischen drei Jahre alt. Wann kommt mal wieder was Neues?

Raab: Sie stellen Fragen! Ich habe mehr Ideen als jeder andere im deutschen Fernsehen verbreitet.

SZ: Und was Neues?

Raab: Kommt ja. Am 7. Juni in der Köln-Arena: Autoball. Das ist Fußball mit Autos und einem 1,80 Meter großen Ball.

SZ: Das gab's doch schon mal, bei Top Gear.

Raab: Kenn' ich nicht.

SZ: Das ist eine erfolgreiche Autoshow, aus England.

Raab: Mein Stand ist, dass es das Spiel noch nicht gibt.

SZ: Unser Stand ist, dass Ihnen langsam die Ideen ausgehen.

Raab: Ich habe ständig neue Ideen.

Lesen Sie auf der nächsten Seite, was Stefan Raab wirklich lustig findet.

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  1. "Kein Mitleid für Gottschalk"
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