In Cannes surrten die Lichtschwerter gestern, in London stöhnt Darth Vader heute: Der lang erwartete dritte und düstertste Teil der Star-Wars-Saga wirft seine Schatten voraus. Bei seiner Europapremiere an der Côte d'Azur verstanden dabei viele Fans George Lucas' Film als eine Anspielung auf die Politik der USA.
Bei der Premiere von "Star Wars: Episode III - Die Rache der Sith" am Sonntagabend marschierten als Stormtrooper verkleidete Schauspieler den Roten Teppich auf und ab.
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"Wenn du nicht für mich bist, dann bist du mein Feind" - diesen Satz von Anakin Skywalker im Film bezogen viele Zuschauer auf eine Äußerung von US-Präsident George W. Bush nach den Anschlägen des 11. Septembers 2001.
Das sei ein fast perfektes Zitat von Bush, erklärte der 23-jährige Filmstudent Liam Engle. Die Darstellung, wie Anakin der dunklen Seite der Macht verfalle und wie ein Herrscher durch Kriegshetze an die Macht komme, sei kein Zufall, meinte auch der 22-jährige Student und Star-Wars-Fan Thomas Tiez.
Regisseur George Lucas sagte in Cannes, das Drehbuch des Films sei bereits vor Jahren entstanden. Er hoffe, "dass das in unserem Land nicht wahr wird". Bei der "Rache der Sith" habe er sich die Entstehung faschistischer Gesellschaften zum Vorbild genommen.
Möglicherweise werde sein Film die Leute aufwecken und hellhöriger machen für die derzeitige Situation. Als er jedoch das Drehbuch geschrieben habe, "gab es Irak noch nicht", sagte der Regisseur.
"Wir haben lediglich Saddam Hussein unterstützt und ihm Massenvernichtungswaffen gegeben. Wir haben ihn damals noch nicht als Feind gesehen. Die Parallelen zwischen dem, was wir in Vietnam getan haben und dem, was wir im Irak tun, sind unglaublich", sagte Lucas.
Auf dem Luxusliner Queen Mary II wurde Lucas am Sonntag zudem mit einem Sonderpreis des Filmfestivals von Cannes ausgezeichnet. Die Ehrung ging zuvor auch schon an Gregory Peck, Jeanne Moreau und den britischen Regisseur Ken Loach.
In Paris feierten am Wochenende mehrere tausend Star-Wars-Fans den neuen und letzten Teil der Saga. Verkleidet als Darth Vader, Jedi-Ritter oder Chewbacca trafen sich die Anhänger des Science-Fiction-Abenteuers im Zentrum der französischen Hauptstadt zur dreitägigen "Star Wars Reunion".
Ihnen wurden Special-Effects-Vorführungen, Kämpfe mit Lichtschwertern und sowie Interviews mit den Schauspielern Peter Mayhew und Jeremy Bulloch geboten.
"Star Wars ist einfach anders", sagte der 23-jährige Romain Berteau, der sich eine Jedi-Robe angezogen hatte. "Es ist eine Ehre für Frankreich, dass so viele Fans gekommen sind." Zu Beginn der Feier am Freitag zogen Teilnehmer zum Grand-Tex-Theater, wo ein Pariser Orchester die Star-Wars-Filmmusik spielte.
"Es ist einfach verrückt", sagte der 21-jährige James Cork aus der Schweiz. Er hatte sich als Obi-Wan Kenobi verkleidet und sich ein passendes Lichtschwert selbst gebaut. Der 30-jährige Abel Lasserre erklärte, er habe in sein 15 Kilogramm schweres Kostüm des Boba Fett mehr als 500 Stunden Arbeit investiert.
Sturmtruppen und Kino-Marathon in London
In London begann am Pfingstmontag ein zwölfstündiger "Star Wars"-Marathon. Seit dem frühen Morgen schauten sich hunderte teils kostümierte Fans des Science-Fiction-Spektakels von George Lucas alle sechs Teile des Weltraum-Epos' hintereinander in einem Kino auf dem Leicester Square an.
Wie schon in Cannes hielten den Kinobesuchern auch in London "Sturmtruppen" des intergalaktischen Imperiums die Eingangstüren auf. Die britische Premiere des aktuellen Films "Episode 3: Die Rache der Sith" beginnt erst am Abend, wenn die Fans die ersten fünf Filme in der Reihenfolge ihres Erscheinens hinter sich gebracht haben.
Zur Vorführung des letzten "Star Wars"-Abenteuers werden auch Regisseur Lucas, Obi-Wan-Kenobi-Darsteller Ewan McGregor, Hayden Christensen (Anakin Skywalker) und Christopher Lee (Lord Dooku) erwartet. Offizieller Kinostart weltweit ist am kommenden Donnerstag.
(dpa/AFP)
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