Von göt

George Lucas geht gerade ein bisschen durch die Hölle. Er hat Jahre an seinem neuen Star-Wars-Spektakel gebastelt, Episode III. Nun sind es nur noch zwei Monate bis zum weltweiten Start und Lucas muss langsam die PR-Suspense-Maschine in Gang bringen - ohne zu viel preiszugeben.

George Lucas muss gerade durch die Hölle. Ein paar Jahre hat er an seinem neuen Star-Wars-Spektakel gebastelt, Episode III, der letzten und entscheidenden -- sie soll dem Saga-Mosaik die fehlenden, wesentlichen Teilchen einsetzen. Eine lustvolle Arbeit in der kreativen Abgeschlossenheit der Skywalker-Ranch, inmitten von eifrigen, aufs große Projekt konzentrierten Kumpanen.

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Der Meister während des CBS-Interviews in "60 Minutes". (© Foto: cbs)

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Nun aber muss George Lucas, zwei Monate sind es nur noch bis zum weltweiten Start der "Rache der Sith", langsam die PR-Suspense-Maschine in Gang bringen und die Neugier der Fans mit ersten Informationen befriedigen -- ohne zu viel preiszugeben. Geplagt und sabotiert wird er bei diesem heiklen, höllischen Job von jenen Teufelchen, denen es ein ultimatives Vergnügen ist, die undichten Stellen in der vielverzweigten Hollywood-Produktion aufzuspüren und anzuzapfen, und ihre apokryphen Fundstücke ins Netz zu stellen und mit diesen Spoilers den Fans die Vorfreude zu verderben.

Keine Unklarheiten gibt es natürlich beim zentralen Punkt im Plot, auf den seit zwei Episoden das Publikum eingestimmt wird -- die Wandlung des gequälten jungen Anakin Skywalker in den schrecklichen Darth Vader. "Twisted by the dark side, young Skywalker has become . . .", bringt ein Gastkommentator das im Trailer auf den Punkt, und an der ein wenig verdrehten Grammatik merkt man, dass es sich um den guten alten Yoda handelt. Am vorigen Donnerstag wurde der Trailer erstmals im Fernsehen präsentiert, seit Freitag läuft er in den US-Kinos, vor dem Film "Robots". Auf skrupellosen Fan-Webseiten werden bereits weitere sensationelle Bilder präsentiert -- nie war die visuelle Informationsmenge so groß wie bei diesem Film, stöhnt Philip Wise, Chef der freundlichen Fan-Webseite TheForce.Net.

Lucas selbst scheint seit einiger Zeit davon zu träumen, seine Saga aus den Kinderschuhen herauszuführen -- aber mit "The Phantom Menace" und "Angriff der Klonkrieger" hat er die Fans nicht befriedigt. Nun will er nochmal aufs Ganze gehen -- die Erschaffung von Darth Vader soll ein Unternehmen von faustisch-frankenstein'scher Dimension werden und wird, wenn man den Impressionen aus dem Trailer glauben darf, von Lucas mit höllischem Spuk inszeniert. Am Sonntag hat der Meister in einem CBS-Interview in 60 Minutes eingestanden, dass der neue Film so düster sein wird wie kein Star-Wars-Stück zuvor: "Ich glaube nicht, dass ich einen fünf- oder sechsjährigen in den Film mitnehmen würde . . ." Was auch bedeuten würde, dass der Film ein PG-13 bekommen könnte, ein Prädikat, das Eltern mit Kindern unter 13 bedenklich stimmen soll. Ein erwachsenes Star Wars, das könnte wirklich die Hölle sein für George Lucas.

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(SZ vom 14.3.2005)